06/24/2026 | News release | Distributed by Public on 06/24/2026 06:06
In diesem Jahr wird es so viele Friedenstafeln in Augsburg geben wie noch nie. Auch sonst hat das kulturelle Rahmenprogramm des Friedensfestes einiges zu bieten - jetzt ist das Programm verfügbar. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Unter dem Motto UN_SICHERHEIT lädt das Friedensbüro der Stadt Augsburg 2026 zu einem Kulturprogramm ein, das dieses komplexe Thema aus politischen, sozialen, künstlerischen, religiösen und persönlichen Perspektiven beleuchtet. Es umfasst Gesprächsrunden, Theateraufführungen, Lesungen, Workshops, Ausstellungen, Konzerte und Begegnungsformate. Rund 60 Organisationen aus der Stadtgesellschaft sind am Kulturprogramm beteiligt.
Dazu gehören auch die Friedenstafeln, bei denen gemeinsames Essen gelebtes Miteinander und gleichberechtigte Teilhabe symbolisiert. Die beliebte Form der Zusammenkunft hat sich zeitlich auf die Wochen vor dem Stadtfeiertag und örtlich auf die Stadtteile ausgedehnt. In diesem Jahr gibt es so viele Friedenstafeln wie nie zuvor: in Oberhausen, im Univiertel, in Kriegshaber, Lechhausen, Haunstetten, Göggingen und im Herrenbach. Bereits ab Donnerstag, 23. Juli, laden die Jugendfriedenstafeln in fünf Stadtteilen zum Zusammenkommen ein. Am Samstag, 8. August, kommt die Stadt mit ihren Gästen Gäste wie immer auf dem Rathausplatz zur traditionellen, großen Friedenstafel zusammen. Eröffnet wird sie von Oberbürgermeister Dr. Florian Freund, begleitet von Musik und den Friedensgrüßen vom Runden Tisch der Religionen. Weitere traditionelle Veranstaltungen an diesem Tag sind Gottesdienste, das Kinderfriedensfest sowie das Festkonzert am Abend.
Alle Informationen zum Kulturprogramm gibt es ab sofort im gedruckten Programmheft, das u. a. in der Bürgerinformation am Rathausplatz erhältlich ist, oder auf friedensfest-augsburg.de
Aus dem Kulturprogramm zum Friedensfest 2026
Zum Motto UN_SICHERHEIT
UN_SICHERHEIT meint die Unsicherheit als Zustand und als Erfahrung - aber auch die Frage, was Sicherheit überhaupt bedeutet, für wen sie gilt und wer sie definiert. "Sicherheit ist kein statischer Zustand. Sie braucht Transparenz, Partizipation und den Mut, Risiken einzugehen - denn absolute Sicherheit gibt es nicht, und Freiheit ist nur möglich, wenn Sicherheit mit Vertrauen einhergeht. Zugleich kann der Missbrauch des Sicherheitsbegriffs zu Freiheitsverlust, Repression und Diskriminierung führen", skizziert das Friedensbüro-Team im Vorwort zum Programm die Spannweite des Themas.
Ausdruck der Stadtgesellschaft
Die Vielfalt der Augsburger Stadtgesellschaft spiegelt sich im Programm wider. Rund 60 Organisationen, Vereine, Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftliche Initiativen gestalten das Programm mit eigenen Beiträgen. Sie zeigen in Form und Inhalt deren individuellen Umgang mit dem Thema UN_SICHERHEIT.
Das Friedensbüro schafft den Rahmen, tritt selbst als Veranstalter einzelner Programmpunkte auf und strebt an, Veranstaltungen barrierearm zu gestalten. Diese sind meist kostenfrei oder auf Spendenbasis zugänglich. Bei kostenpflichtigen Terminen erhalten Inhaberinnen und Inhaber eines Kultursozialtickets oder Tafelausweises sowie Geflüchtete Tickets für einen Euro.
Das Augsburger Hohe Friedensfest - Ein Feiertag und Fest mit Geschichte
Das Augsburger Hohe Friedensfest ist seit 1950 ein offizieller gesetzlicher Feiertag - damit hat Augsburg die meisten Feiertage aller deutschen Städte. Seine Wurzeln reichen bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück: Am 8. August 1629 wurde den Protestanten in Augsburg die Ausübung ihres Glaubens verboten. Erst der Westfälische Frieden von 1648 brachte die rechtliche Gleichstellung mit den Katholiken, die der Augsburger Religionsfriede von 1555 zwar formulierte, aber nicht dauerhaft gesichert hatte. In Erinnerung an diesen Tag der Unterdrückung feierten die Augsburger Protestanten am 8. August 1650 erstmals das Hohe Friedensfest.
Multireligiöse und vielkulturelle Ausrichtung des Friedensfestes
Aus dieser Geschichte leitet Augsburg seinen heutigen Auftrag als Friedensstadt ab: Niemand soll aufgrund von Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden. Heute lebt in Augsburg eine vielfältige Stadtgesellschaft. Gut die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner hat eine Zuwanderungsgeschichte. Das Friedensfest wird deshalb seit vielen Jahren multireligiös und vielkulturell gefeiert. 2018 wurde es in das Bayerische Landesverzeichnis und das Bundesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe der UNESCO aufgenommen, 2019 erhielt es den Heimatpreis Bayern. 2025 feierte das Hohe Friedensfest sein 375-jähriges Jubiläum. (pm/swo)