09/10/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/11/2026 01:38
Wer die Social-Media-Kanäle der TUBAF abonniert hat, ist schon auf das Video gestoßen: Eine Gruppe Forschender und Studierender befindet sich im Moment in Kroatien, genauer in Sveta Marina inmitten einer atemberaubenden Naturkulisse aus schroffen Felsen und glasklarem Mittelmeerwasser. Im Rahmen einer Tauchausbildung der Scientific Diving Centers (SDC) unserer Uni vertiefen sie ihre Kenntnisse im Wissenschaftlichen Tauchen. Mit dabei ist auch Andreas Hiekel vom Medienzentrum der TUBAF. Er filmt aber nicht nur wegen der spektakulären Bilder, sondern weil er Wissenschaft sichtbar und verständlich machen will.
Auf den ersten Blick könnte man sagen: Ich dokumentiere, das was vor sich geht. Aber eigentlich beginnt die Arbeit eine Ebene davor. Ich muss zunächst verstehen, was wissenschaftlich passiert und warum es passiert. Es reicht nicht, einen Menschen unter Wasser mit einem Messgerät zu fotografieren. Wenn ich nicht weiß, was dort gemessen wird, warum genau an dieser Stelle gemessen wird und welche wissenschaftliche Frage dahintersteht, kann ich zwar ein ästhetisches Bild produzieren - aber noch keine gute Geschichte über die konkrete Forschung!
Deshalb sehe ich mich bei solchen Einsätzen nicht ausschließlich als Kameramann oder Fotograf. Ich arbeite gleichzeitig redaktionell. Ich beobachte, frage nach, höre bei Briefings zu, versuche Zusammenhänge zu verstehen und überlege anschließend: Welche Bilder benötigen wir, damit jemand, der nicht dabei war, später nachvollziehen kann, was hier eigentlich untersucht wurde? Die Kamera ist am Ende nur eines der Werkzeuge dafür.
Es muss nicht zwangsläufig das spektakulärste Bild sein. Natürlich funktioniert ein Taucher im tiefen Blau des Mittelmeeres visuell sofort. Aber wenn ich ausschließlich solche Bilder produziere, erzähle ich am Ende eher eine Geschichte über Tauchen als über Wissenschaft. Oft sind deshalb die kleinen Situationen genauso wichtig. Eine Hand, die ein Messgerät vorbereitet. Eine beschriftete Probe. Ein Blick auf eine Karte. Das gemeinsame Überprüfen einer Ausrüstung. Eine Diskussion nach einem Tauchgang. Jemand, der gerade versucht, ein unerwartetes Ergebnis zu verstehen. Solche Bilder erzählen den wissenschaftlichen Prozess.
Für mich sollte ein gutes Wissenschaftsbild möglichst zwei Dinge gleichzeitig leisten: Es sollte neugierig machen und etwas erklären. Man sieht etwas und fragt sich: Was machen die dort eigentlich? Und diese Frage öffnet die Tür zur Geschichte.
Kommunikation funktioniert heute auch über Aktualität. Wenn wir zwei Wochen lang spannende Forschung dokumentieren und erst Wochen später erstmals erzählen, dass wir in Kroatien waren, verschenken wir einen Teil des Potenzials.
Deshalb versuche ich bereits während der Exkursion geeignetes Material auszuwählen und so aufzubereiten, dass die Kolleginnen und Kollegen der Universitätskommunikation in Freiberg damit weiterarbeiten können. Dann können Fotos, kurze Videosequenzen oder Geschichten zeitnah veröffentlicht werden - wie zum Bespiel beim Video aus Kroatien auf den Social-Media-Kanälen der Universität. Die Menschen können die Exkursion gewissermaßen begleiten, während sie stattfindet. Das finde ich viel spannender als reine Nachberichterstattung.
Extrem wichtig. Eine gute mediale Begleitung funktioniert für mich nicht nach dem Prinzip: Die Wissenschaft macht ihr Ding und irgendwann kommt jemand von der Kommunikation vorbei und macht ein Foto. Je früher ich weiß, was geplant ist, desto besser kann ich arbeiten. Forschende können mir enorm helfen, wenn sie sagen: Morgen passiert etwas, das man nur einmal sehen kann. Bei diesem Tauchgang testen wir eine besondere Methode. Dieses Gerät ist für unser Projekt wichtig. An dieser Stelle erwarten wir möglicherweise etwas Interessantes. Ich kann wiederum fragen: Kannst du mir erklären, warum das relevant ist? Dann entsteht Zusammenarbeit.
Sie arbeiten an der TUBAF und wollen Ihre Forschung in die Öffentlichkeit bringen? Das Dezernat 5 mit den Abteilungen Hochschulmarketing, Medienzentrum und Pressestelle berät Sie gern!