01/28/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/28/2026 06:43
Täglich erheben, verarbeiten und nutzen Organisationen und Plattformen meist in digitaler Form unsere personenbezogenen Daten - ob wir Produkte oder Dienstleistungen kaufen, Ideen oder Fotos mit Freunden oder Bekannten in Sozialen Netzwerken austauschen, auf Arbeitssuche sind, Nachrichten lesen oder eine Freizeitbeschäftigung ausüben. Die Verarbeitung personenbezogener Daten fördert zwar Innovation und bringt zahlreiche Vorteile für Einzelpersonen, Behörden und Unternehmen mit sich, birgt aber auch Risiken, die bewältigt werden müssen.
Heute wird der Datenschutztag begangen, ein auf Initiative des Europarates ins Leben gerufener, jährlicher Aktionstag des Europarates, der uns daran erinnert, unsere personenbezogenen Daten zu schützen und unser Recht auf Privatsphäre zu verteidigen.
Die Risiken haben sich mit der Entwicklung der künstliche Intelligenz (KI) verstärkt. Es werden riesige Datenmengen verarbeitet, was zu erheblicher Effizienzsteigerung und großen Vorteilen führt, jedoch zum Preis erhöhter Risiken, einschließlich des Risikos von Diskriminierung und der Exposition gegenüber Desinformation und Manipulation. Geopolitische Umwälzungen tragen ebenfalls zur Vergrößerung dieses Risiko bei.
Der Datenschutztag erinnert an den 28. Januar 1981, den Tag, an dem der Europarat sein Übereinkommen zum Schutz des Menschen bei der automatischen Verarbeitung personenbezogener Daten - bekannt als "Konvention 108" - zur Zeichnung auflegte.
Innovation im weltweiten Datenschutz
Das Übereinkommen ist der erste rechtsverbindliche internationale Vertrag, der weltweit zum Schutz der Privatsphäre im digitalen Zeitalter geschaffen wurde. Es wurde heute vor 45 Jahren zur Zeichnung aufgelegt und bisher von 55 Staaten ratifiziert, darunter die 46 Mitgliedsstaaten des Europarates sowie Argentinien, Kap Verde, Marokko, Mauritius, Mexiko, Senegal, Tunesien und Uruguay. Zahlreichen weiteren Staaten diente es als Modell für die Ausarbeitung ihrer Gesetzgebung.
Im Jahr 2018 legte der Europarat ein Protokoll zur Modernisierung der "Konvention 108" zur Zeichnung auf. Es begegnet den neuen Risiken, die sich seit 1981 im Bereich des Schutzes personenbezogener Daten ergeben haben, und wird in Kraft treten, sobald 38 Unterzeichnerstaaten es ratifiziert haben, was voraussichtlich in naher Zukunft der Fall sein wird.
Die Vorsitzende des Beratenden Ausschusses des Datenschutzübereinkommens des Europarates und Direktorin der argentinischen Agentur für den Zugang zu öffentlichen Informationen, Beatriz de Anchorena, erklärte: "Das Jahr 2026 ist ein entscheidendes. Die beschleunigte digitale Transformation und der Einsatz von KI bestimmen strategische Politik- und Standardisierungsentscheidungen in den Bereichen Governance, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit vor dem Hintergrund des zunehmenden geopolitischen Wandels." "In diesem sich ständig verändernden Umfeld bleibt der Schutz personenbezogener Daten von entscheidender Bedeutung, um die Rechte der Einzelperson, demokratische Werte und das Vertrauen in die digitale Umgebung zu wahren", fügte sie hinzu. (weiter)
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Im Jahr 2006 erklärte das Ministerkomitee des Europarates den 28. Januar zum Datenschutztag, um für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, die Privatsphäre der Einzelperson zu respektieren und zu schützen und die Rolle der "Konvention 108" im Hinblick auf den weltweiten grenzüberschreitenden Datenverkehr hervorzuheben. Dieser Tag wird außerhalb Europas unter dem Namen "Privacy Day" begangen.
Live-Übertragung der Veranstaltung anlässlich des Datenschutztags [EN]