01/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/13/2026 07:11
Nr.008 | 13.01.2026 | SM | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport
Gesundheitsministerin Stefanie Drese wirbt für die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende. "Das ist eine große Chance, mehr Spenderinnern und Spender zu gewinnen und so im wahrsten Sinne des Wortes Leben zu retten", sagte Drese anlässlich der am Dienstag veröffentlichen Organspendezahlen 2025 durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation.
Danach haben im vergangenen Jahr bundesweit insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Das sind 32 mehr als im Jahr 2024 und entspricht 11,8 Organspenderinnen und Organspendern pro Million Einwohner. In Mecklenburg-Vorpommern haben mit 22 Menschen genauso viele Organe gespendet wie 2024. Die Quote in MV liegt bei 14 Organspenderinnen und Organspendern pro einer Million Einwohner.
"Diese leicht positive Entwicklung ist ermutigend. Dennoch besteht weiterhin ein Mangel an Spenderorganen. Allein in unserem Bundesland warten 201 Patientinnen und Patienten dringend auf ein Spenderorgan", betonte Drese.
Gleichzeitig sei aus diversen Erhebungen bekannt, dass die meisten Menschen einer Spende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Es fehlt aber häufig eine dokumentierte Entscheidung, was dazu führt, dass Angehörige in einer meist extrem emotionalen und belasteten Situation stellvertretend entscheiden müssen.
"Eine gesetzliche Änderung des Transplantationsgesetzes mit der Einführung einer Widerspruchsreglung fördert die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende. Angehörige würden dagegen davon entlastet werden, in einer Ausnahmesituation eine Entscheidung für die sterbende Person zu treffen", verdeutlichte Drese.
Wer nicht spenden möchte, könne dies rechtssicher festhalten und bindend hinterlegen. Wer hingegen nicht widerspricht, hilft im Ernstfall mit einer Organspende möglicherweise mehreren schwerkranken Menschen, so die Ministerin.
Drese hofft, dass der Bundestag zügig eine Gesetzesinitiative des Bundesrates von Ende September 2025 aufgreift und die Einführung der Widerspruchslösung gesetzlich regelt. Die Bundesregierung hatte in einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine ethische Problematik handele, die als Gewissensentscheidung von den Abgeordneten und somit aus der Mitte des Bundestages zu beantworten sei.
Drese: "Ich hoffe auf eine klare Mehrheit für die Widerspruchslösung bei der Organspende. Dann könnten mehr Menschen, die auf eine Organspende angewiesen sind, ein lebensrettendes Organ erhalten."