03/05/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/05/2026 12:10
Die Stadt Bamberg war die erste Kommune in Deutschland, die im Jahr 2022 einen Antisemitismusbeauftragen einführte. Dieses Amt übernahm Patrick Nitzsche mit viel Ehrgeiz, Verantwortungsbewusstsein und Begeisterung. Die ehrenamtliche Position soll erneut in einem Auswahlverfahren vergeben werden.
Die Schule steht jetzt im Vordergrund: Nach vier Jahren als Antisemitismusbeauftragter der Stadt Bamberg wird sich Patrick Nitzsche nun mit vollem Fokus seiner Arbeit als Lehrer an einer Mittelschule widmen. Dass ihm die Vermittlung von Wissen und insbesondere Demokratiebildung ein großes Anliegen ist, hat er in den vergangenen Jahren mehr als bewiesen. So erinnerte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke in seiner Ansprache beim offiziellen Termin der Verabschiedung im Rathaus zum Beispiel an einen Projekttag zu Judentum und Antisemitismus für alle Schulklassen des Theresianums. Weitere Schulprojekte, etwa am Dientzenhofer Gymnasium oder an der Berufsschule III, nutzte Nitzsche, um junge Menschen für antisemitische Strömungen zu sensibilisieren.
"Sie haben sich vorbildlich in Bildungs-, Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit engagiert, um gegen Judenhass, gegen Extremismus und gegen Gleichgültigkeit vorzugehen", so der Oberbürgermeister.
Im Zuge der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2022 gelang es, im Gemeindesaal der IKG Bamberg gemeinsam mit jüdischen, christlichen und muslimischen Kindern einen Raum zur Begegnung und des Respekts untereinander entstehen zu lassen. Workshops zielten darauf, bei angehenden Lehrerinnen und Lehrer das Bewusstsein für Antisemitismus zu schärfen.
Nitzsche war verlässlicher Kooperationspartner bei zentralen Gedenkveranstaltungen, Referent bei zahlreichen Workshops und Vorträgen verschiedener Organisation und schärfte stets auf klare und eindringliche Weise das Bewusstsein für Antisemitismus. Auch arbeitete Patrick Nitzsche bei dem Projekt "Faces for their names" im Jahr 2024, unter anderem in der Villa Dessauer, mit, das sich mit der Erinnerung an die Opfer des Holocausts beschäftigte. "Sie haben Ihr Amt mit großem Elan und starker innerer Überzeugung ausgefüllt", so Oberbürgermeister Andreas Starke. Er forderte: "Es muss unser aller Ziel sein, dass Juden in Deutschland ihre Religion frei ausüben können."
Sozialreferent und Zweiter Bürgermeister, Jonas Glüsenkamp, bedankte sich bei den beiden jüdischen Gemeinden in Bamberg. "Sie haben Patrick Nitzsche unterstützt und waren immer auch als Ansprechpartner greifbar." Dem scheidenden Antisemitismusbeauftragten selbst attestierte er "außerordentlich viel Herzblut bei seiner Arbeit. Die Messlatte für die Nachfolge liegt hoch".