eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

06/10/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/10/2026 08:45

FACIS-Umfrage: Strategie vorhanden, Umsetzung stockt – Europas Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen für digitale Geschäftsmodelle

FACIS-Umfrage "Europas digitale Zukunft" ("Unlocking New Digital Business Models in Europe 2026") unter 800 Entscheidern in europäischen Industrieunternehmen zeigt eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit der digitalen Zukunft:

  • 92 % aller befragten Unternehmen planen, innerhalb der nächsten drei Jahre neue digitale Geschäftsmodelle einzuführen.
  • Dem steht jedoch die tatsächliche Umsetzung in die Praxis entgegen: 48 % sehen Hindernisse bei der Cybersicherheit und dem Datenschutz, 42 % bemängeln zu hohe Kosten und 36% beklagen gesetzliche und rechtliche Herausforderungen.
  • 76 % der Befragten halten Partnerschaften für entscheidend, doch nur 5 % sind heute aktiv in digitalen Ökosystemen organisiert oder koordinieren diese.

Köln, 10. Juni 2026 - Sowohl in Deutschland als auch in Europa sind Unternehmen bereit für die digitale Zukunft, stehen aber vor großen Herausforderungen bei der Umsetzung in die Praxis. Das zeigt die FACIS-Umfrage "Europas digitale Zukunft" ("Unlocking New Digital Business Models in Europe 2026") unter 800 Entscheidern in europäischen kleinen und mittelständischen Industrieunternehmen, die das Marktforschungsinstitut moweb research durchgeführt hat. 92 % der befragten Unternehmen geben an, in den kommenden drei Jahren digitale Geschäftsmodelle zu planen, in Deutschland sind es sogar 96 %. 88% der befragten Unternehmen in Europa haben nach eigener Einschätzung bereits eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet und 80 % schon eine KI-Strategie eingeführt.

Jedoch fehlen die konkreten Schritte, um die Pläne in der Praxis umzusetzen: Basisthemen wie Cybersicherheit und Datenschutz werden von knapp der Hälfte (48%) als größtes Hindernis genannt, gefolgt von hohen Kosten (42 %) sowie gesetzlichen und rechtlichen Herausforderungen (36 %). Weitere schon wiederholt herangezogene Hinderungsgründe sind der Mangel an qualifizierten Fachkräften (31 %), veraltete oder unzureichende IT-Infrastruktur (30 %) sowie Widerstand gegen Veränderungen innerhalb der Organisation (20 %).


Unterschiedliche Prioritäten für ein digitales Europa sind Problem bei der Umsetzung

Eine weitere wichtige Erkenntnis: Grenzüberschreitende digitale Innovation bleibt eine Herausforderung. Nur 53 % der Befragten nehmen Europa als einheitlichen Markt für digitale Geschäftsmodelle wahr. "Die Bereitschaft für digitale Geschäftsmodelle ist da. Was Unternehmen heute bremst, sind fehlende gemeinsame Standards, unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen und die Komplexität grenzüberschreitender digitaler Zusammenarbeit. Man könnte auch sagen: Europa hat kein Strategieproblem. Europa hat ein Umsetzungsproblem", sagt Andreas Weiss, Geschäftsführer des eco Verbandes.

Bei der Modernisierung ihrer digitalen Infrastrukturen sind die Unternehmen in Europa zwar prinzipiell vorangekommen: Zwei Drittel der Befragten (67 %) bewerten ihre IT-Infrastruktur als modern, 60 % setzen auf Cloud-basierte Umgebungen.


Digitale Zusammenarbeit und Partnerschaften entscheidend

Um digitales Wachstum erreichen zu können, halten 76 % der Befragten Partnerschaften für entscheidend. Doch nur 5 % sind heute aktiv in digitalen Ökosystemen organisiert oder koordinieren diese.

"Der Wille zur Zusammenarbeit ist in Europa klar erkennbar. Jetzt geht es darum, digitale Ökosysteme auch operativ nutzbar zu machen - über unterschiedliche Anbieter, Infrastrukturen und Branchen hinweg", sagt Emma Wehrwein,  Projektleitung FACIS und Senior Manager Innovation & Digital Ecosystems bei eco. Projekte wie FACIS im Rahmen des übergreifenden Projekts 8ra begegnen genau diesen Herausforderungen, indem sie praktische Ansätze für vertrauenswürdige digitale Zusammenarbeit, skalierbare Ökosysteme und operative Zusammenarbeit über Anbieter- und Ländergrenzen hinweg unterstützen.

"Die zentrale Erkenntnis lautet: Europas Unternehmen haben eine Vorstellung, wohin sie wollen. Die weiter bestehende Herausforderung ist nun, digitale, grenzüberschreitende Zusammenarbeit so einfach und vertrauenswürdig zu machen, dass neue Geschäftsmodelle tatsächlich skaliert werden können", sagt Andreas Weiss.

Mehr Informationen zur Umfrage unter:
https://www.facis.eu/facis-survey-unlocking-europes-digital-future/


Über die Umfrage

Die Umfrage zur digitalen Zukunft Europas ("Unlocking New Digital Business Models in Europe 2026") wurde im Auftrag von FACIS - einem Projekt unter der Leitung des eco Verbandes - vom Marktforschungsinstitut moweb research durchgeführt. Die quotenbasierte quantitative Befragung fand im Mai 2026 unter 800 Entscheidern in kleinen und mittleren Industrieunternehmen (KMU) in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden und Spanien statt.

Über FACIS
Der eco - Verband der Internetwirtschaft verantwortet seit November 2024 das Management des Projekts FACIS im Rahmen der europäischen Cloud-Infrastruktur-Initiative IPCEI-CIS/8ra. 8ra ist eine Initiative der EU und ihrer Mitgliedstaaten, um eine europäische Cloud-Infrastruktur aufzubauen, damit Unternehmen Daten sicher austauschen und digitale Dienste reibungslos über Anbieter- und Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten können. FACIS (Federation Architecture for Composed Infrastructure Services) trägt hierzu bei, indem es praktische Lösungen, gemeinsame Regelwerke sowie konkrete Anwendungsbeispiele entwickelt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.

Über eco
Mit rund 1.000 Mitgliedsunternehmen ist eco (www.eco.de) der führende Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestaltet eco maßgeblich das Internet, fördert neue Technologien, schafft Rahmenbedingungen und vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. eco hat Standorte in Köln, Berlin und Brüssel. eco setzt sich für ein leistungsfähiges, zuverlässiges und vertrauenswürdiges Ökosystem digitaler Infrastrukturen und Dienste ein und steht seit 30 Jahren für ein Netz mit Verantwortung.

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