BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

06/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/24/2026 09:01

Bitkom zum Energieeffizienzgesetz

Berlin, 24. Juni 2026 - Am heutigen Mittwoch verabschiedet die Bundesregierung die Novelle des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG). Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

"Rechenzentren sind die Grundlage für KI, Cloud und Digitalisierung. Ohne sie verliert Deutschland im internationalen Wettbewerb den Anschluss. Deshalb ist es richtig, dass die heute verabschiedete Novelle des Energieeffizienzgesetzes praxisferne Vorgaben der vergangenen Jahre zumindest teilweise korrigiert und sich stärker an europäischen Regeln orientiert. Gleichwohl hätten wir uns deutlich mehr Ambition gewünscht.

Die Vorgaben zur Energieeffizienz von Rechenzentren wurden im Zuge der Ressortabstimmungen verschlimmbessert und sind nun nicht mehr praxistauglich: Die Energieverbrauchseffektivität, kurz PUE, ist zwar ein wichtiger Indikator, greift als alleiniger Maßstab aber zu kurz. Entscheidend sind auch Auslastung, Verfügbarkeitsanforderungen und Kühlkonzept. Bei der Nutzung von Abwärme gilt: Rechenzentrumsbetreiber sind bereit, Wärme kostenneutral abzugeben. Ohne geeignete Abnehmer und wirtschaftlich tragfähige Nutzungskonzepte greift eine einseitige Abgabeverpflichtung jedoch zu kurz. Die Möglichkeit einer individuellen Kosten-Nutzen-Analyse geht daher in die richtige Richtung.

Über die Novelle hinaus braucht Deutschland insgesamt bessere Rahmenbedingungen für digitale Infrastrukturen. Dazu gehören ausreichend verfügbare Netzanschlüsse, wettbewerbsfähige Strompreise sowie schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Wenn Netzanschlüsse, Genehmigungen und regulatorische Rahmenbedingungen anderswo wettbewerbsfähiger sind, drohen neue Investitionen ins Ausland abzuwandern. Dann sind auch die Ausbauziele der Rechenzentrumsstrategie nicht erreichbar.

Rechenzentren sind die Basis digitaler Souveränität. Deutschland muss Investitionen in leistungsfähige, sichere und zukunftsfähige digitale Infrastruktur ermöglichen und darf sie nicht ausbremsen. Das stärkt die Resilienz von Wirtschaft und Verwaltung und schafft die Grundlage für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend KI-getriebenen Welt."

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