Bundesland Niedersachsen

07/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/30/2026 06:31

Brände in niedersächsischen Wäldern gemeinsam verhindern

Hannover. Vor dem Hintergrund der vielerorts verheerenden Waldbrände in Europa ruft das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) erneut zu besonderer Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer auf. Das Entzünden von Feuer sowie das Rauchen in Wäldern und waldnahen Bereichen ist in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober verboten. Fahrzeuge mit heißen Anbauteilen - wie zum Beispiel Katalysatoren - dürfen nicht auf unbefestigten und gefährdeten Untergründen abgestellt werden.

Forstministerin Miriam Staudte: "Die Ausmaße der Waldbrände in Europa sind erschütternd. Ein Dank gilt dem selbstlosen Einsatz der Feuerwehren und auch der Landwirte, die mit ihren Wassertanks für Nachschub sorgen oder Brandschutzschneisen schaffen. Angesichts der wiederkehrenden Hitzewellen müssen wir alles dafür tun, uns weiter vorzubereiten und präventive Maßnahmen wie den Waldumbau zu weniger schnell entflammbaren Laubwäldern voranzutreiben. Aber auch der Ausbau der automatischen Kameraüberwachung oder das Anlegen von Löschtanks im Wald gewinnen immer stärker an Bedeutung. Klar ist aber auch: Die beste Waldbrandprävention ist und bleibt der Klimaschutz."

Die Waldbrandgefahr hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Insbesondere längere Trockenperioden und steigende Temperaturen führen zu einer erhöhten Anfälligkeit der Wälder. Gleichzeitig steigt gerade in trockenen Sommermonaten das Risiko menschlich verursachter Brände.

Ein zentraler Baustein der Waldbrandvorsorge ist der Umbau der niedersächsischen Wälder von Nadelwald (harzige Nadeln brennen schneller) zu klimaresilienten Laubwäldern. Dieser Umbau findet nicht nur in den Landesforsten statt, sondern auch über die Förderung für Privatwaldbesitzende: In waldbrandgefährdeten Gebieten sind beispielsweise seit Beginn des Jahres nun Förderungen für die Errichtung von Löschwasserentnahmestellen möglich.

Das ML baut außerdem das automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) gezielt weiter aus und stellt für die Erweiterung und Weiterentwicklung des Systems in diesem und im vergangenen Jahr rund 450.000 Euro zur Verfügung. Die Investitionen dienen der Modernisierung bestehender Standorte sowie dem Ausbau der Überwachung durch einen neuen Standort in Alt Garge im Landkreis Lüneburg (der Standort wurde im Juni eingeweiht) und Rosengarten (Landkreis Harburg) für bislang nicht vollständig abgedeckte Regionen. In Niedersachsen umfasst das System derzeit rund 20 Kamera- bzw. Sensoreinheiten an nun 18 Standorten. Überwacht werden insbesondere waldbrandgefährdete Gebiete im nordöstlichen Niedersachsen (insgesamt 440.000 Hektar Fläche). Mit der Erweiterung wird die räumliche Abdeckung weiter verbessert und die Überwachungsleistung nachhaltig gestärkt. Das automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem stellt einen zentralen Baustein der niedersächsischen Waldbrandschutzstrategie dar. Seit seiner Einführung konnten bereits mehrere tausend Brandereignisse frühzeitig erkannt und gemeldet werden. Größere Schadenslagen konnten dadurch weitgehend verhindert werden.

Um die Bevölkerung für die Gefahren von Wald- und Vegetationsbränden zu sensibilisieren, setzen das ML und der Landesfeuerwehrverband seit 2022 im Rahmen einer Kooperation auf eine gemeinsame Aufklärungskampagne rund um das Thema Waldbrand. Ein Bestandteil der Kampagne sind Schilder, die auf die Waldbrandgefahr aufmerksam machen und Hinweise für richtiges Verhalten im Wald geben. Ministerin Miriam Staudte hat im Februar insgesamt 60 Löschrucksäcke inklusive spezieller Waldbrandwerkzeuge im Wert von rund 500 Euro pro Einheit an die Kreisfeuerwehrverbände in Waldbrand-Risikogebieten Niedersachsens übergeben. Bereits im Jahr 2024 hat das ML insgesamt 51 so genannte Skid-Units für rund 250.000 Euro beschafft, diese wurden den niedersächsischen Gebietskörperschaften überlassen. Die Löschanlagen wurden für den schnellen Löschangriff konzipiert und können auf nahezu allen Pickups, UTV-Fahrzeugen oder Anhängern montiert werden.

Aktuell läuft in den waldbrandgefährdeten Landkreisen außerdem ergänzend die Überarbeitung der Waldbrandschutzpläne. Diese dienen dazu, dass sich die Landkreise ein noch konkreteres Bild über ihre Waldbrandgefahr und ihre Handlungs- und Einsatzoptionen verschaffen.

Zudem verfolgt die Landesregierung mit dem Notfall-Monitor Niedersachsen einen präventiven Ansatz der Risiko- und Krisenkommunikation. Bereits ab der zweithöchsten Waldbrandgefahrenstufe (Stufe 4) informieren wir über die Entwicklung, ordnen die Gefahrenlage ein und geben konkrete Verhaltensempfehlungen. Ziel ist es, die Bevölkerung frühzeitig zu sensibilisieren und durch umsichtiges Verhalten dazu beizutragen, Waldbrände möglichst zu vermeiden.

Darüber hinaus findet Anfang November 2026 die Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung (LÜKEX) statt. Erstmals steht dabei das Szenario einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage im Mittelpunkt. Ziel der Übung ist es, das Zusammenwirken von Bund, Ländern und weiteren beteiligten Stellen weiterzuentwickeln und das nationale Krisenmanagement auf außergewöhnliche Krisenlagen vorzubereiten. Mehr als 180 Organisationen beteiligen sich an der diesjährigen LÜKEX. Aus Niedersachsen nehmen alle für das Szenario zuständigen Ministerien teil - darunter insbesondere die Bereiche Inneres, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr.

Bundesland Niedersachsen published this content on July 30, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on July 30, 2026 at 12:31 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]