04/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/16/2026 08:12
Indien-Reise - Wachstum, Kooperation und neue Perspektiven - "gemeinsame Interessenslage bestmöglich nützen"
Zum Auftakt seines Indien-Besuchs betonte Bundeskanzler Christian Stocker die wachsende Bedeutung des Landes als globaler Wirtschaftspartner. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 7 Prozent zählt Indien zu den dynamischsten Volkswirtschaften weltweit. Für Österreich eröffnen sich damit vielfältige Chancen. "Mit beinahe 1,5 Milliarden Menschen und seiner wirtschaftlichen Dynamik ist Indien ein enorm attraktiver Markt - nicht nur für die Europäische Union, sondern auch für Österreich", erklärte der Kanzler. Ziel seiner Reise sei es, bestehende Beziehungen zu vertiefen und neue Türen für die österreichische Wirtschaft zu öffnen.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Indiens Premierminister Narendra Modi unterstrich Stocker die besondere Bedeutung des Besuchs: Er sei der erste österreichische Bundeskanzler seit über 40 Jahren, der Indien offiziell besucht. "Unsere Beziehungen bestehen seit mehr als 75 Jahren - und sie sind heute enger und vertrauensvoller denn je. Darauf wollen wir aufbauen."
Begleitet wird der Kanzler von einer hochrangigen und breit aufgestellten Delegation, dem "Who is Who" der österreichischen Wirtschaft. Angeführt wird sie vom Wirtschaftsminister und dem Vizepräsidenten der österreichischen Wirtschaftskammer. Rund 60 österreichische Unternehmen sind vertreten. Im Zentrum steht der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Bereits 160 österreichische Unternehmen seien in Indien ansässig. Diese seien etwa in wichtigen zukunftstechnologischen Sparten wie der Halbleiterproduktion oder in den Bereichen Erneuerbare Energien, Automotive, Messtechnik und Infrastruktur aktiv. "Das unterstreicht das breite Fundament unserer Partnerschaft", so Stocker.
Der österreichische Bundeskanzler vermerkte, dass gegenwärtig viele internationale Partnerschaften auf dem Prüfstand stehen würden. "Das führt dazu, dass sich nicht nur die Europäische Union, sondern auch Indien nach weiteren Wirtschaftspartnern umsehen muss, um in einer volatilen Situation breiter aufgestellt zu sein." Indien sei mit einer Wachstumsrate von rund 7 Prozent einer der dynamischsten globalen Märkte und ein strategischer Schlüsselpartner für Österreich. Von dieser Dynamik sollen österreichische Unternehmen künftig noch stärker profitieren. Deshalb wurde im Beisein des indischen Wirtschaftsministers auch ein India-Austria-Business-Summit abgehalten. Diese Konferenz diene als Plattform für die Zusammenkunft von Entscheidungsträgern und schaffe konkrete wirtschaftliche Chancen für den Austausch zwischen indischen und österreichischen Unternehmen, hielt der Kanzler fest.
Mit dem fertig verhandelten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien käme es zudem zu einer Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen, weil Barrieren abgebaut werden. Das Abkommen sei eine fundamentale Regelung und Einigung, die über den reinen Handel hinausgehen könne. "Das Freihandelsabkommen wird die positive Entwicklung zusätzlich fördern, indem Handelsbarrieren reduziert und neue Perspektiven für Exporte, Investitionen und industrielle Kooperationen geschaffen werden. Das halte ich gerade in diesen geopolitisch herausfordernden Zeiten für extrem wichtig. Denn unsere gemeinsame Antwort auf die multiplen Krisen muss eine verstärkte Allianzbildung und eine vertiefte Partnerschaft mit Gleichgesinnten sein", sagte Christian Stocker. Österreich schätze daher in besonderem Maße zuverlässige Partner wie Indien.
Ein fairer Freihandel auf Augenhöhe sei unerlässlich: Mit dem EU-Indien-Freihandelsabkommen entstehe eine Freihandelszone, von der rund 2 Milliarden Menschen profitieren können.
Der österreichische Bundeskanzler ging in seinen Ausführungen ebenso auf die derzeitige geopolitische Lage ein: "Mit Indien, der größten Demokratie der Welt, teilen wir wichtige gemeinsame Interessen und grundlegende Werte. In einer Zeit, in der die geopolitischen Winde rauer werden, sind solche Partnerschaften umso wertvoller. Gemeinsam setzen wir uns für eine internationale Ordnung ein, in der wir frei und sicher leben können. Wir stehen für eine regelbasierte Weltordnung und nicht für eine Ordnung, in der das Recht des Stärkeren obsiegt. Premierminister Modi und ich teilen die Einschätzung, wonach Frieden in allen Konflikten nur am Verhandlungstisch erreicht werden kann. Die Stimme Indiens hat dabei großes Gewicht, sowohl bilateral als auch in internationalen Foren."
So werde auch im Bereich der Sicherheit die Zusammenarbeit intensiviert: im Verteidigungsbereich durch einen intensiveren strategischen Dialog und in der Terrorismusbekämpfung durch engeren Austausch und bessere Prävention. "Sicherheit endet nicht an Staatsgrenzen und lässt sich in einem globalen Umfeld nur gemeinsam gewährleisten. Das alles zeigt: Unsere Partnerschaft ist breit aufgestellt, sie verbindet wirtschaftliche Dynamik, wissenschaftliche Zusammenarbeit und sicherheitspolitische Verantwortung."
Gegenstand der Gespräche war darüber hinaus auch die Frage der Energiesicherheit, wobei man auf die jüngsten Kooperationen von Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien, bei Pumpspeicherprojekten sowie Partnerschaften in Zukunftsfeldern wie dem Transport von Grünem Wasserstoff aufbauen könne, so der Bundeskanzler.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Filmbereich. Ein neues Abkommen soll gemeinsame Produktionen erleichtern und Österreich verstärkt als Drehort positionieren.
Auch die Zusammenarbeit im Hochschulbereich wird ausgebaut. Kooperationen wie jene zwischen der Montanuniversität Leoben und dem Indian Institute of Technology sollen Fachkräfte fördern und Innovation vorantreiben.
Zum Abschluss zog der Bundeskanzler eine positive Bilanz: "Unsere Beziehungen sind vielschichtig und facettenreich. Wir wollen sie künftig noch weiter vertiefen." Stocker bedankte sich zudem bei Premierminister Modi für die Gastfreundschaft und für die gute Zusammenarbeit.
Im Zuge der Termine in Neu-Delhi traf der Bundeskanzler außerdem den indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar sowie die Staatspräsidentin Droupadi Murmu. Zudem steht die Besichtigung österreichischer Wirtschaftsprojekte und ein Treffen mit indischen Topmanagern auf dem Programm.
Bilder aus Indien sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.