01/19/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/19/2026 04:32
Öffentliche Gedenkstunde im Rathaus
Veröffentlicht am 19.01.2026
Barrierefreier, diverser und mit noch mehr Relevanz für junge Menschen - so sollte der diesjährige Gedenktag zur Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus im Coesfelder Rathaus sein. Und die Schülerinnen und Schüler der Kreuzschule haben sich diese Aufgabe zu Herzen genommen: "Alle Klassen haben sich beteiligt, sich mit der Geschichte der jüdischen Coesfelder auseinandergesetzt und für sich selbst überlegt, was ein "Nie wieder" in ihrem Leben bedeutet und was es von jedem einzelnen braucht, um Geschehnisse wie im dritten Reich für immer zu verhindern", erzählt Schulleiterin Pia Koch stolz. "Es fing damals nicht mit Deportationen und KZs an, sondern klein, leise, im Alltag", weiß Schülersprecherin Antonia Hardt. "Wir wollen mit unserer Ausstellung zeigen, wie vielfältig Diskriminierung ist, wo die Spaltung in wir und die beginnt."
So sollen etwa zwanzig Poster, die vom Design Instagram Beiträgen nachempfunden sind, sensibilisieren für die verschiedenen Arten der Ausgrenzung und wie wir ihnen aktiv begegnen können. Angriffe wegen der Hautfarbe, dem Körpergewicht oder der sexuellen Orientierung werden ebenso thematisiert wie die Diskriminierung aufgrund der Schulform. Wie in den Sozialen Medien gibt es für die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit zur Interaktion, also Beiträge zu "liken" oder zu kommentieren und mit den Schülerinnen und Schülern über ihre Gedanken ins Gespräch zu kommen.
Der stellvertretende Bürgermeister Lars Vogel erklärt dazu: "Mensch sein bedeutet menschlich sein. Menschlichkeit zeigt sich nicht im Beifall der Mehrheit, sondern im Schutz der Minderheit. Als Stadt stehen wir in der Pflicht, jüdisches Leben zu schützen, Vielfalt zu verteidigen und unsere demokratischen Werte zu leben - gerade dann, wenn sie unter Druck geraten".
Zur Vorstellung dieser Ausstellung laden die Kreuzschule und die Stadt Coesfeld am Holocaustgedenktag (Dienstag, 27.01.) um 10 Uhr in den Ratssaal der Stadt ein. "Wir freuen uns, wenn viele Menschen dabei sind und durch ihre Teilnahme und ihr Interesse ein Zeichen setzen", sagt Dr. Kristina Sievers-Fleer von der Stadt Coesfeld.
Im Anschluss seht die Ausstellung noch bis 13 Uhr offen. Vom 31. Januar bis zum 14. März ist sie dann zu den regulären Öffnungszeiten in der alten Synagoge zu sehen.
Bereits jetzt weisen gebastelte "Stolpersteine", die in der Stadt verteilt wurden, auf die Veranstaltung anlässlich des Holocaustgedenktages im Rathaus hin. Alle Schülerinnen und Schüler haben außerdem einen für sie besonderen "Stolper"-Kieselstein selbst ausgewählt, bemalt und mit kleinen Botschaften versehen. "Sie sollen die Verschiedenheit und Einzigartigkeit eines jeden Menschen symbolisieren und daran erinnern, dass Vielfalt etwas Gutes ist, was uns bereichert", so Schülerin Zemin Hussein. "Diese Steine wollen wir den Besuchenden am 27. Januar gegen Spende gern mitgeben, damit sie sich immer an unsere Poster und ihre Botschaft für mehr Toleranz und Vielfalt erinnern."