04/18/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/18/2026 02:08
Am 17. April 2026 eröffnete Innenminister Gerhard Karner mit Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), die Ausstellung, die die jüngere Geschichte antijüdischer Gewaltakte aufzeigt. Die Botschafter von Israel und den USA in Österreich, David Roet und Arthur Graham Fisher, waren mit Redebeiträgen beteiligt. Die Ausstellung befindet sich im Amtsgebäude Hintere Zollamtsstraße in Wien und kann unter Voranmeldung besucht werden.
In seinen Eröffnungsworten ging Innenminister Karner auf die laufende Arbeit der Polizei zum Schutz des jüdischen Lebens in Österreich ein und unterstrich die Bedeutung der Prävention von Antisemitismus und Extremismus als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: "Antisemitismus zu bekämpfen heißt, das Geschehene zu verstehen, um für die Zukunft zu lernen. Wir setzen alles daran, Jüdinnen und Juden in Österreich ein Leben in Sicherheit zu gewährleisten."
Im Rahmen der von Abteilungsleiter Stephan Mlczoch (Historische Angelegenheiten, Innenministerium) moderierten Ausstellungseröffnung wurden darüber hinaus verschiedene Perspektiven auf die Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus diskutiert.
Nationalratspräsident a.D. Wolfgang Sobotka erörterte die dominierenden politischen und religiösen Motive des Antisemitismus im Laufe der Zeit, während IKG-Präsident Deutsch den Bogen zur Gegenwart spannte und die Situation der Jüdinnen und Juden im Jahr 2026 in Österreich beschrieb. Die für das "UK National Holocaust Museum" tätige Universitätsprofessorin Maiken Umbach gab als Mitgestalterin der Ausstellung einen Einblick in die Entstehung und bisherige Bilanz von "The Vicious Circle".
Bei einer zweiten Gesprächsrunde standen internationale Sichtweisen im Fokus. Botschafter Roet schilderte den anhaltenden Effekt des von der Terrororganisation Hamas verübten Angriffs am 7. Oktober 2023 auf Israel und seine Bevölkerung. Eine globale Perspektive auf den gegenwärtigen Antisemitismus und dessen Auswirkungen eröffnete der Beitrag von Botschafter Fisher.
Im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Ausstellung erhielten Polizeischülerinnen und Polizeischüler des Bildungszentrums Wien die erste Führung durch die Ausstellung.
Die Ausstellung zeigt fünf Geschichten in einer eindrucksvollen runden Installation mit Originalobjekten, Texten und auf Videobildschirmen. Sie erzählen vom harmonischen Zusammenleben jüdischer Gemeinden aus Berlin 1938, Bagdad 1941, Kielce (Polen) 1946, Aden (Jemen) 1947 und Israel 2023, die dasselbe Schicksal erfuhren: Pogrome und ethnische Säuberung. Von den Novemberpogromen 1938, die auch in Wien unermessliches Leid verursachten und den Auftakt für die Shoah bildeten, bis hin zum Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, dem größten gezielten Massaker an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust.
"The Vicious Circle" wurde vom UK National Holocaust Museum konzipiert und zum 80. Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2025 in London eröffnet. Die Ausstellung erforscht den "Teufelskreis" und will dazu beitragen, den Antisemitismus des 21. Jahrhunderts zu durchbrechen.
Weitere Stationen der Ausstellung waren das Europäische Parlament und im deutschsprachigen Raum das Berliner Abgeordnetenhaus, das Rathaus Neukölln, die Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz sowie die Universität Münster. Nun wird die Ausstellung auf Initiative des Bundesministeriums für Inneres das erste Mal in Österreich gezeigt.
Die Ausstellung ist vom 17. April bis zum 8. Mai 2026 im Amtsgebäude Hintere Zollamtsstraße 1 (1030 Wien) zu Gast und kann unter Voranmeldung zu bestimmten Terminen besucht werden. Eine Anmeldung kann über diesen Link erfolgen: https://bmi.liland.cloud/app/registration/form/event/6083132/client/bmi .
Darüber hinaus können interessierte Gruppen unter [email protected] eine Anfrage unter Angabe eines gewünschten Datums und Personenanzahl schicken.