04/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/28/2026 23:15
Wenn die Tage am längsten sind und die Sonne hoch am Horizont steht, lädt uns der Sommer dazu ein, die Natur in vollen Zügen zu genießen. Ob beim Wandern, Radfahren, Entspannen im Grünen - die Sonnenstrahlen locken uns nach draußen.
Doch die warme Pracht hat ihre Tücken: Mit dem Sommer kommt auch die trockenste Zeit des Jahres und Regen ist oft Mangelware. Die konstant anhaltenden hohen Temperaturen führen dazu, dass die obersten Bodenschichten austrocknen und massiv Feuchtigkeit verlieren. Wo Gräser gelb werden und das Unterholz bei jedem Schritt knistert, lauert eine unsichtbare Gefahr. Ein achtsamer Aufenthalt in der Natur ist oberstes Gebot, denn die Waldbrandgefahr steigt enorm. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag zur Vermeidung leisten, wenn er ein paar wichtige Grundregeln beim Aufenthalt im Freien beachtet:
Damit ein Feuer entsteht, bedarf es lediglich drei Dinge:
1. Brennbarer Stoff - Brennstoff
Brennbare Stoffe wie Holz, Papier, Kunststoffe, Öle, Fette, Lacke können entflammen oder sich selbst entzünden. Der Zustand der Stoffe kann dabei fest, flüssig oder gasförmig sein.
2. Sauerstoff - Oxidationsmittel
Sauerstoff befindet sich in der Luft und ist quasi unbeschränkt fast überall vorhanden. Ohne den notwendigen Sauerstoff erstickt ein Feuer und kann nicht richtig entflammen.
3. Energie - Zündquelle
Die Energie kommt über sogenannte Zündquellen wie z. B. Wärme, Blitze, Streichhölzer oder Feuerzeuge. Erst durch das Hinzuführen der Energie erreicht der brennbare Stoff eine bestimmte Temperatur, um entflammen zu können.
Kommen diese Dinge zur gleichen Zeit, am gleichen Ort und in einem bestimmten Mengenverhältnis zusammen, entsteht durch eine chemische Reaktion ein Feuer. Schon eine kleine Unaufmerksamkeit kann zu einem Waldbrand führen, welcher sich sehr schnell ausbreiten kann und oftmals schwer unter Kontrolle zu bringen ist.
Neben den allgemeinen Regeln im Umgang mit Feuer vermitteln die sogenannten Waldbrandgefahrenstufen, welche der ThüringenForst tagesaktuell bekannt gibt, wie hoch das Risiko für die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden in bestimmten Regionen ist und was dadurch zusätzlich zu beachten ist. Die Stufen dienen einerseits der Sensibilisierung der Bevölkerung und andererseits den Forstämtern und der Feuerwehr, Gefahrenschwerpunkte besonders im Blick zu haben, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Die Einstufung erfolgt von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch):
Genaue Informationen zu den Waldbrandgefahrenstufen, eine Waldbrandgefahrenstufenkarte für Thüringen sowie aktuelle Messdaten zur Prognose sind auf thueringenforst.de ersichtlich.
Sollte es zu einem Waldbrand kommen, dann ist schnelles und umsichtiges Handeln entscheidend. An erster Stelle steht die eigene Sicherheit - niemand sollte Leib und Leben in Gefahr bringen. Der unmittelbare Gefahrenbereich ist umgehend zu verlassen bzw. zu meiden. Der Aufenthalt sollte im sicheren Abstand erfolgen, um beim Eintreffen der Einsatzkräfte diese einweisen zu können.
Die wichtigste Maßnahme ist das Absetzen eines Notrufes über die 112. Ruhig und sachlich ist die Leitstelle über den Brand zu informieren. Dabei zählen Angaben wie die bestmögliche Bestimmung des Standortes, Nennung markanter Punkte (bspw. Rettungspunkte), Angaben zum betreffenden Areal (ungefähre Fläche) und was brennt (Boden, Bäume usw.), falls dies ersichtlich ist. Je genauer die Angaben sind, desto effektiver kann die Leitstelle die Lage einschätzen und die Einsatzkräfte alarmieren. Dann muss alles sehr schnell gehen...
In Thüringen steigt die Zahl der Waldbrände kontinuierlich an, was neben der Unachtsamkeit der Menschen auch auf veränderte Klimabedingungen zurückzuführen ist. In seinem Bericht zum vergangenen Jahr führte der ThüringenForst 49 Waldbrände auf.
Ein Waldbrand hinterlässt nicht nur ein Bild der Zerstörung, sondern zieht eine Kette langfristiger Folgen nach sich, die sowohl die Existenz der Waldbesitzer als auch das ökologische Gleichgewicht bedrohen. Bei einem Waldbrand können unglaublich hohe Temperaturen entstehen. Das sich schnell ausbreitende Feuer "frisst" sich regelrecht in den Boden und zerstört dadurch die Humusauflage sowie organische Bestandteile bis in tiefere Schichten des Bodens. Dadurch wird der Nährstoffkreislauf des Waldes gestört. Lebensnotwendige Nährstoffe gehen als Verbrennungsabgase verloren oder werden in Form von Asche schlagartig mineralisiert und beim nächsten Regen davon gespült. Jegliches Leben am Boden (Mikroorganismen, Pilze und Insekten), die für den Nährstoffkreislauf essenziell sind, fallen den Flammen zum Opfer. Der Waldboden verliert seine schützende Humus- und Pflanzendecke und ist schutzlos der Erosion durch Starkregen und Wind ausgesetzt.
Die danach folgende Regeneration der Waldvegetation ist ein langwieriger Prozess, der mehr als 100 Jahre andauern kann. Eine zeitnahe Aufforstung kann den Wald dabei unterstützen.
Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, die Wiederbewaldung aktiv zu unterstützen. Sei es finanziell oder bei der Teilnahme an Baumpflanzaktionen - jeder kann seinen Beitrag leisten. Aufkommende Fragen gerne an Stadtförster Alexander Krieck unter 03671_598366 oder [email protected]
Quelle: ThüringenForst