Stadt Saalfeld/Saale

04/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/28/2026 23:15

Sommer, Sonne, Trockenheit – Warum unsere Wälder jetzt besonders gefährdet sind Wenn die Tage am längsten sind und die Sonne hoch am Horizont steht, lädt uns der Sommer dazu[...]

zurück zur Liste

AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 29.04.2026

Sommer, Sonne, Trockenheit - Warum unsere Wälder jetzt besonders gefährdet sind


Wenn die Tage am längsten sind und die Sonne hoch am Horizont steht, lädt uns der Sommer dazu ein, die Natur in vollen Zügen zu genießen. Ob beim Wandern, Radfahren, Entspannen im Grünen - die Sonnenstrahlen locken uns nach draußen.

Doch die warme Pracht hat ihre Tücken: Mit dem Sommer kommt auch die trockenste Zeit des Jahres und Regen ist oft Mangelware. Die konstant anhaltenden hohen Temperaturen führen dazu, dass die obersten Bodenschichten austrocknen und massiv Feuchtigkeit verlieren. Wo Gräser gelb werden und das Unterholz bei jedem Schritt knistert, lauert eine unsichtbare Gefahr. Ein achtsamer Aufenthalt in der Natur ist oberstes Gebot, denn die Waldbrandgefahr steigt enorm. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag zur Vermeidung leisten, wenn er ein paar wichtige Grundregeln beim Aufenthalt im Freien beachtet:

  • Feuer: Das Entzünden eines offenen Feuers im Wald oder an Waldrändern ist verboten. Dies ist nur an ausgewiesenen Feuerstellen oder Grillplätzen erlaubt.
  • Rauchen: Das Rauchen im Wald einschließlich der Waldwege ist nach § 12 ThürWaldG grundsätzlich verboten. Ein einziger kleiner Funke oder eine achtlos weggeworfene Zigarette kann gravierende Folgen haben.
  • Parken: Das Abstellen von Fahrzeugen sollte nur auf ausgewiesenen Parkplätzen erfolgen. Ein heißer Auspuff oder Katalysator kann spielend leicht trockenen Waldboden entzünden. Zusätzlich können unachtsam geparkte Fahrzeuge im Ernstfall zur Behinderung der Einsatzfahrzeuge führen.
  • Müll: Die Entsorgung von Müll im Wald ist ein immer häufiger auftretendes Problem. Weggeworfene Glasflaschen oder Scherben können wie eine Lupe funktionieren. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird das Licht auf einen Punkt, bspw. trockenes Gras oder Laub, gebündelt und dadurch kann sich Feuer entzünden. Plastikverpackungen, Papier oder trockene Verbundstoffe können als Brandbeschleuniger dienen, wodurch sich ein Feuer schneller ausbreiten kann.

Damit ein Feuer entsteht, bedarf es lediglich drei Dinge:

1. Brennbarer Stoff - Brennstoff
Brennbare Stoffe wie Holz, Papier, Kunststoffe, Öle, Fette, Lacke können entflammen oder sich selbst entzünden. Der Zustand der Stoffe kann dabei fest, flüssig oder gasförmig sein.

2. Sauerstoff - Oxidationsmittel
Sauerstoff befindet sich in der Luft und ist quasi unbeschränkt fast überall vorhanden. Ohne den notwendigen Sauerstoff erstickt ein Feuer und kann nicht richtig entflammen.

3. Energie - Zündquelle
Die Energie kommt über sogenannte Zündquellen wie z. B. Wärme, Blitze, Streichhölzer oder Feuerzeuge. Erst durch das Hinzuführen der Energie erreicht der brennbare Stoff eine bestimmte Temperatur, um entflammen zu können.

Kommen diese Dinge zur gleichen Zeit, am gleichen Ort und in einem bestimmten Mengenverhältnis zusammen, entsteht durch eine chemische Reaktion ein Feuer. Schon eine kleine Unaufmerksamkeit kann zu einem Waldbrand führen, welcher sich sehr schnell ausbreiten kann und oftmals schwer unter Kontrolle zu bringen ist.

Neben den allgemeinen Regeln im Umgang mit Feuer vermitteln die sogenannten Waldbrandgefahrenstufen, welche der ThüringenForst tagesaktuell bekannt gibt, wie hoch das Risiko für die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden in bestimmten Regionen ist und was dadurch zusätzlich zu beachten ist. Die Stufen dienen einerseits der Sensibilisierung der Bevölkerung und andererseits den Forstämtern und der Feuerwehr, Gefahrenschwerpunkte besonders im Blick zu haben, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Die Einstufung erfolgt von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch):

  • Stufe 1: Sehr geringe Gefahr - keine besonderen Einschränkungen
  • Stufe 2: Geringe Gefahr - Achtsamkeit beim Aufenthalt in Wäldern
  • Stufe 3: Mittlere Gefahr - erhöhte Vorsicht
  • Stufe 4: Hohe Gefahr - besondere Wachsamkeit ist geboten, Waldwege sollten nicht verlassen werden
  • Stufe 5: Sehr hohe Gefahr - das Betreten extrem gefährdeter Waldgebiete kann untersagt werden.

Genaue Informationen zu den Waldbrandgefahrenstufen, eine Waldbrandgefahrenstufenkarte für Thüringen sowie aktuelle Messdaten zur Prognose sind auf thueringenforst.de ersichtlich.

Sollte es zu einem Waldbrand kommen, dann ist schnelles und umsichtiges Handeln entscheidend. An erster Stelle steht die eigene Sicherheit - niemand sollte Leib und Leben in Gefahr bringen. Der unmittelbare Gefahrenbereich ist umgehend zu verlassen bzw. zu meiden. Der Aufenthalt sollte im sicheren Abstand erfolgen, um beim Eintreffen der Einsatzkräfte diese einweisen zu können.

Die wichtigste Maßnahme ist das Absetzen eines Notrufes über die 112. Ruhig und sachlich ist die Leitstelle über den Brand zu informieren. Dabei zählen Angaben wie die bestmögliche Bestimmung des Standortes, Nennung markanter Punkte (bspw. Rettungspunkte), Angaben zum betreffenden Areal (ungefähre Fläche) und was brennt (Boden, Bäume usw.), falls dies ersichtlich ist. Je genauer die Angaben sind, desto effektiver kann die Leitstelle die Lage einschätzen und die Einsatzkräfte alarmieren. Dann muss alles sehr schnell gehen...

In Thüringen steigt die Zahl der Waldbrände kontinuierlich an, was neben der Unachtsamkeit der Menschen auch auf veränderte Klimabedingungen zurückzuführen ist. In seinem Bericht zum vergangenen Jahr führte der ThüringenForst 49 Waldbrände auf.

Ein Waldbrand hinterlässt nicht nur ein Bild der Zerstörung, sondern zieht eine Kette langfristiger Folgen nach sich, die sowohl die Existenz der Waldbesitzer als auch das ökologische Gleichgewicht bedrohen. Bei einem Waldbrand können unglaublich hohe Temperaturen entstehen. Das sich schnell ausbreitende Feuer "frisst" sich regelrecht in den Boden und zerstört dadurch die Humusauflage sowie organische Bestandteile bis in tiefere Schichten des Bodens. Dadurch wird der Nährstoffkreislauf des Waldes gestört. Lebensnotwendige Nährstoffe gehen als Verbrennungsabgase verloren oder werden in Form von Asche schlagartig mineralisiert und beim nächsten Regen davon gespült. Jegliches Leben am Boden (Mikroorganismen, Pilze und Insekten), die für den Nährstoffkreislauf essenziell sind, fallen den Flammen zum Opfer. Der Waldboden verliert seine schützende Humus- und Pflanzendecke und ist schutzlos der Erosion durch Starkregen und Wind ausgesetzt.

Die danach folgende Regeneration der Waldvegetation ist ein langwieriger Prozess, der mehr als 100 Jahre andauern kann. Eine zeitnahe Aufforstung kann den Wald dabei unterstützen.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, die Wiederbewaldung aktiv zu unterstützen. Sei es finanziell oder bei der Teilnahme an Baumpflanzaktionen - jeder kann seinen Beitrag leisten. Aufkommende Fragen gerne an Stadtförster Alexander Krieck unter 03671_598366 oder [email protected]

Quelle: ThüringenForst


zurück zur Liste
Stadt Saalfeld/Saale published this content on April 29, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on April 29, 2026 at 05:15 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]