01/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/02/2026 09:50
Die Identifizierung der 119 Verletzten, die nach dem schrecklichen Brand in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» in Crans Montana hospitalisiert wurden, ist noch immer im Gange. Mehrere Verletzte schweben noch immer in Lebensgefahr. Zur Bewältigung der Lage wurde die europäische Gemeinschaft um Hilfe gebeten. Rund 50 Patientinnen und Patienten mit schweren Verbrennungen sollen in den nächsten Tagen aus der Schweiz ausgeflogen und zur Behandlung in Nachbarländer gebracht werden. Die vorläufige Bilanz der schrecklichen Tragödie beläuft sich auf 40 Tote. Ihre Identifizierung wird noch einige Tage in Anspruch nehmen. Der italienische Aussenminister Antonio Tajani reiste heute an den Ort des Geschehens, um den Opfern des Brandes und ihren Angehörigen, darunter auch zahlreiche italienische Staatsangehörige, die Solidarität der italienischen Regierung zu bekunden.
In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der nach ersten Erkenntnissen eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte. Im Rahmen der Neujahrsfeierlichkeiten feierten zahlreiche Gäste in der zweistöckigen Bar.
Das rasche Ausbreiten des Feuers im Lokal führte zum Tod von rund vierzig Personen. Es wird damit gerechnet, dass die Identifizierung der Opfer noch einige Tage oder gar Wochen in Anspruch nehmen wird. Neben den Toten sind 119 meist Verletzte mit meist schweren Verbrennungen zu beklagen, deren Identifizierung noch immer im Gange ist. Unter den Opfern befinden sich auch ausländische Staatsangehörige verschiedener Staaten. Es wurde eine psychologische Betreuungsstelle eingerichtet, um die Angehörigen von Verletzten oder Verstorbenen in Obhut zu nehmen und zu unterstützen.
Viele der Opfer haben schwere Verbrennungen erlitten und befinden sich noch immer in einem kritischen Zustand. Mehrere Brandverletzte wurden zur Behandlung in die beiden Schweizer Spezialzentren für Verbrennungen, das Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) in Lausanne und das Universitätsspital Zürich, verlegt. Um die grosse Zahl der Opfer mit Schwerstverbrennungen zu behandeln, hat die Schweiz über den Nationalen Verbund Katastrophenmedizin KATAMED die Aktivierung des Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union beantragt. Über dieses Verfahren koordiniert die EU die Hilfe bei grösseren Katastrophen in den Mitgliedsstaaten und gewissen Nicht-EU-Ländern. Geplant ist die prioritäre Verlegung von rund 50 Patientinnen und Patienten in Fachkliniken in den Nachbarländern. Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und weitere Länder haben ihre Hilfe angeboten. Die Verlegung der Verletzten wird in den kommenden Stunden und Tagen erfolgen.
Im Spital Wallis sind an den verschiedenen Standorten Sitten, Siders, Visp und Martinach rund 60 Patientinnen und Patienten in Behandlung. 60 weitere Patientinnen und Patienten wurden in andere Spitäler in der Schweiz transportiert, darunter in die beiden Spezialkliniken für Brandverletzungen.
Der stellvertretende italienische Ministerpräsident und Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit Antonio Tajani reiste heute an den Ort des Geschehens, um den Opfern des Brandes und ihren Angehörigen, darunter auch italienische Staatsangehörige, die Solidarität der italienischen Regierung auszusprechen. Darüber hinaus gingen bei den Schweizer und Walliser Behörden zahlreiche Solidaritätsbekundungen weiterer Staaten ein. Zu dieser Jahreszeit befinden sich zahlreiche ausländische Staatsangehörige in der Feriendestination Crans-Montana. Die Bemühungen, die Verstorbenen möglichst rasch zu identifizieren und den Informationsaustausch, insbesondere mit dem Ausland, zu koordinieren, werden unter Hochdruck fortgesetzt.
Als Zeichen der Trauer und Anteilnahmen hat die Walliser Regierung die Flaggen des Kantons auf Halbmast gesetzt. Sie ist in Gedanken bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Betroffenen. Der Staatsrat spricht auch allen Mitarbeitenden der Rettungskette, der Ordnungskräfte und der Spitäler, die an der Bewältigung dieses Ereignisses beteiligt waren, seinen Dank aus.
Am Freitag, 9. Januar 2026 ist in Crans-Montana eine Feier zu Ehren der Verstorbenen und Verletzen stattfinden. Ausserdem wird der Bund ab Samstag auf seiner Website (www.admin.ch) ein Kondolenzbuch online schalten, damit alle, die dies wünschen, den Betroffenen ihre Anteilnahme bekunden können.
Der Staatsrat hat die besondere Lage ausgerufen, um über die nächsten Tage alle notwendigen Mittel zur Bewältigung des tragischen Ereignisses einsetzen zu können.
Die Einsatzkräfte waren am Ereignis mit einem Grossaufgebot im Einsatz, darunter etwa 30 Polizisten, 60 Inspektoren, 70 Angehörige der Feuerwehr, 150 Rettungskräfte und 42 Mitglieder des Zivilschutzes, unterstützt von 42 Ambulanzen und 13 Helikoptern.
Für die Opfer und ihre Angehörigen, Opfer mit leichten Verletzungen und Zeugen wurde eine Helpline eingerichtet, die unter der Nummer 0848 112 117 erreichbar ist.