11/05/2026 | Press release | Distributed by Public on 11/05/2026 10:57
Berlin, 05. November 2026 - Der IT-Sicherheitspreis 2026 geht nach Bochum. Die zum elften Mal vergebene Auszeichnung und das Preisgeld von 100.000 Euro erhält das Projekt "Privatemode AI: Cloud-basierte KI mit nachweisbarer Vertraulichkeit" des Unternehmens Edgeless Systems. Den mit 20.000 Euro dotierten zweiten Preis hat die Jury heute an das Projekt "zkBridge: Anonymous Credentials on Legacy Devices" vergeben. Den dritten Platz mit einem Preisgeld von 10.000 Euro erreichte "Project Foxhound". Insgesamt hatten sich 48 Projekte um den Preis beworben. Der Deutsche IT-Sicherheitspreis wird seit 2006 von der Horst Görtz Stiftung vergeben und gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Mit ihm sollen IT-Sicherheitskonzepte und Lösungen "Made in Germany" gefördert werden.
Die Preisverleihung fand im Rahmen der 4. Innovationskonferenz Cybersicherheit statt, die in diesem Jahr gemeinsam von der Ruhr-Universität Bochum und dem Digitalverband Bitkom in Bochum ausgerichtet wurde. Grußworte sprachen unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur. "Cybersicherheit ist eine Voraussetzung für digitale Souveränität und gewinnt mit der Weiterentwicklung von KI an Bedeutung. Die Preisträger geben Antworten auf drängende Fragen: Wie können Unternehmen und Behörden KI nutzen, ohne die Kontrolle über sensible Daten abzugeben? Wie lässt sich eine digitale Identität sicher und zugleich datenschutzfreundlich nutzen? Und wie finden wir Sicherheitslücken, bevor Angreifer sie ausnutzen?", sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. "Die Innovationskonferenz Cybersicherheit und der IT-Sicherheitspreis vertiefen die Zusammenarbeit von Wirtschaft und wissenschaftlichem IT- Nachwuchs und leisten einen wichtigen Beitrag, damit Forschungsergebnisse ihren Weg in die Anwendung finden."
1. Preis: "Privatemode AI: Cloud-basierte KI mit nachweisbarer Vertraulichkeit" (Felix Schuster, Thomas Tendyck, Marko Rosenmüller, Moritz Eckert): Privatemode AI ermöglicht die Nutzung generativer KI auch mit vertraulichen Daten. Eingaben an die KI und ihre Antworten bleiben sowohl bei der Übertragung als auch während der Verarbeitung im Arbeitsspeicher durchgehend verschlüsselt. Weder der Betreiber des Rechenzentrums noch der Anbieter des Dienstes können auf die Daten zugreifen. Möglich macht das Confidential Computing, eine hardwarebasierte Sicherheitstechnologie. Vor jeder Datenübertragung können Nutzer zudem kryptographisch überprüfen, welche Software auf den Servern läuft. Der Dienst kommt unter anderem in einem KI-Projekt von IT.NRW, dem IT-Dienstleister des Landes Nordrhein-Westfalen, zum Einsatz und wurde bei der Bundesagentur für Arbeit erprobt.
2. Preis: "zkBridge: Anonymous Credentials on Legacy Devices" (Anja Lehmann, Andrea Flamini, Christian Mouchet, Andrey Sidorenko, Alexandros Zacharakis, Patrick Amrein, Alexey Lebedenko, Christopher Meier): Mit der europäischen digitalen Brieftasche (EUDI-Wallet, die in Deutschland unter dem Namen d-you an den Start 2027 geht) sollen sich Bürgerinnen und Bürger künftig digital ausweisen können, etwa um ihr Alter nachzuweisen. zkBridge sorgt dafür, dass jeweils nur die notwendigen Informationen preisgegeben werden und einzelne Nachweise selbst von der ausstellenden Stelle nicht miteinander verknüpft werden können. Zugleich bleibt der Nachweis fest an das Smartphone gebunden und kann nicht kopiert oder weitergegeben werden. Die Lösung funktioniert mit den Sicherheitschips, die bereits heute in handelsüblichen Smartphones verbaut sind. Der Ansatz ist in die technische Spezifikation der EU-Kommission für die EUDI-Wallet und die Standardisierungsarbeit beim Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) eingeflossen.
3. Preis: "Project Foxhound" (David Klein, Thomas Barber, Martin Johns): Project Foxhound spürt Sicherheitslücken auf, die direkt im Browser entstehen und für herkömmliche Scanner unsichtbar bleiben, zum Beispiel Cross-Site-Scripting. Dazu verfolgt eine modifizierte Version von Firefox Zeichen für Zeichen, wie von Angreifern kontrollierte Eingaben durch den Programmcode einer Webseite wandern, bis sie eine sicherheitskritische Stelle erreichen. Die Open-Source-Lösung wurde bislang in 15 wissenschaftlichen Studien eingesetzt. Dabei wurden mehr als 500.000 Webseiten untersucht und zahlreiche Schwachstellen in Anwendungen führender Technologieunternehmen identifiziert, gemeldet und behoben. Seit 2022 wurden mit Foxhound zudem mehr als 85.000 Scans von Unternehmensanwendungen durchgeführt.
Alle Informationen über die Preisträger und die weiteren Nominierten gibt es online hier: www.deutscher-it-sicherheitspreis.de
Weitere Informationen zur Innovationskonferenz Cybersicherheit sind zu finden unter www.bitkom.org/Innovationskonferenz-Cybersicherheit-2026