Federal Ministry for Education, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth of the Republic of Germany

01/29/2026 | News release | Distributed by Public on 01/29/2026 03:28

Gemeinsames Gedenken der im Holocaust ermordeten Sinti und Roma

Holocaust-Gedenken

Gemeinsames Gedenken der im Holocaust ermordeten Sinti und Roma

29.01.2026 29. 01. 2026Aktuelle Meldung

Michael Brand gedachte gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft und dem Holocaust-Überlebenden Dieter Flack der im Holocaust ermordeten Sinti und Roma Europas.

Der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland im Gespräch mit Holocaust-Überlebender Dieter Flack © BMBFSFJ

Am 27. Januar, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, besuchte der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma, Michael Brand, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas das Denkmal der im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas im Berliner Tiergarten. Hauptredner der Veranstaltung war der Holocaust-Überlebende Dieter Flack.

Michael Brand: "Erinnern und Gedenken sind mehr als historischer Rückblick, sondern aktueller Auftrag an uns alle. Die Millionen Opfer des Holocausts verpflichten uns, Verantwortung zu übernehmen und aktiv für Demokratie, Menschenwürde und für die Rechte von Minderheiten einzutreten politisch - und das auch ganz konkret im Alltag. Nach dem Ende des Nazi-Terrors gab es für zu viele Opfer weiterhin Demütigung, weiter alte Vorurteile und schlimme Klischees. Zu oft gab es statt Verständnis und Anerkennung des erlittenen schweren Unrechts offen geäußerte Zweifel, statt Zuhören zu oft Abweisung, vielfach weiter Diskriminierung. Dies ehrlich anzuerkennen, bedeutet, heute glaubwürdig sagen zu können: Wir haben verstanden, wir machen es besser. Der 27. Januar mahnt dazu, weiter wachsam zu bleiben, Lehren aus der Geschichte zu ziehen und dort aktiv einzuschreiten, wo Menschen ausgegrenzt oder gar bedroht werden. Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden wir auch weiter aktiv und energisch bekämpfen."

Die Mitglieder der Volksgruppen der Sinti und Roma sind in Europa seit Jahrhunderten Diskriminierungen ausgesetzt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden sie verfolgt und in Konzentrationslager deportiert. Schätzungen zufolge wurde dort zwischen 220.000 und 500.000 Sinti und Roma ermordet.

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