06/11/2026 | News release | Archived content
Typ: Meldung , Schwerpunktthema: Sicherheit , Datum: 11.06.2026
Unter dem Motto "Frieden und Sicherheit in Europa" ehrt die Bundesregierung in einer Feierstunde zum Tag des Peacekeeping deutsches Personal im Auslandseinsatz.
Foto: Photothek/Schulz
Minister Dr. Johannes Wadephul, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Christoph de Vries, sowie der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Sebastian Hartmann ehrten drei Soldatinnen und Soldaten, drei zivile Expertinnen und Experten sowie drei Polizistinnen und Polizisten für ihre Verdienste im Rahmen von internationalen Friedens- und Auslandseinsätzen.
Im Rahmen der Feierstunde am 11. Juni 2026 im Auswärtigen Amt wurden sie stellvertretend für im Ausland befindliches deutsches Personal, das sich oft unter schwierigen Lebens- und Einsatzbedingungen in Friedensmissionen engagiert, für ihre Verdienste ausgezeichnet.
Hintergrund:
Seit 2013 führen das Auswärtige Amt, das Bundesministerium der Verteidigung und das Bundesministerium des Innern in Anlehnung an den International Day of UN Peacekeepers jährlich einen Festakt zum "Tag des Peacekeeping" durch und drücken damit ihre Dankbarkeit und Wertschätzung für alle deutschen Peacekeeperinnen und Peacekeeper aus.
In diesem Jahr wurden Peacekeeperinnen und Peacekeeper gewürdigt, die ihren Dienst in Armenien (EUMA), Bosnien und Herzegowina (EUFOR ALTHEA), den palästinensischen Autonomiegebieten (EUBAM Rafah), Libanon (UNIFIL), der Republik Moldau (NATO Liaison Office in the Republic of Moldova), der Ukraine (EUAM), Südsudan (UNMISS) und Zypern (UNFICYP) leisten oder geleistet haben.
Auszeichnung für deutsche Polizistin und Polizisten im Auslandseinsatz
Vor ca. 430 Gästen, darunter zahlreichen Abgeordneten des Deutschen Bundestages, würdigte der Parlamentarische Staatssekretär de Vries den deutschen Beitrag an internationalen Polizeimissionen und Polizeiprojekten, der national wie international hohe Anerkennung und Wertschätzung genießt. Er dankte Polizeihauptkommissarin Marion Palm-Eggert, Polizeihauptkommissar Volker Pusch sowie Präsident einer Bundespolizeidirektion a.D. Dr. Markus Ritter für ihren herausragenden Einsatz sowie deren Familien, Freunden und Kolleginnen und Kollegen ohne deren Unterstützung solch ein Einsatz nicht möglich wäre.
Aktuell arbeiten 1.800 Soldatinnen und Soldaten und 85 deutsche Polizistinnen und Polizisten sowie 140 zivile Expertinnen und Experten in internationalen Friedenseinsätzen. Damit stärken sie die Stabilität von Krisenstaaten in zwölf Missionen auf drei Kontinenten. Und sie sorgen für Sicherheit - z. B. indem sie helfen, nachhaltige, rechtsstaatsbasierte Strukturen aufzubauen. Etwa, indem sie lokale Sicherheitskräfte ausbilden und beraten.
Dr. Markus Ritter, Präsident einer Bundespolizeidirektion a.D.
Dr. Markus Ritter, Präsident einer Bundespolizeidirektion a.D. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Foto: Christina Czybik
Präsident einer Bundespolizeidirektion Markus Ritter hat als Head of Mission ab Februar 2023 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Februar 2026 die EU-Mission in Armenien (EUMA) aufgebaut und geleitet. Sie umfasst mittlerweile 225 internationale und nationale Mitarbeitende. Zuvor war er Präsident der Bundespolizeidirektion Stuttgart in Böblingen.
Im Laufe seiner internationalen Laufbahn wirkte er dreimal maßgeblich am Aufbau von Missionen im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der Europäischen Union mit: neben der EUMA (2023 bis 2026) bereits 2017 bis 2019 als Head of Mission der EU Advisory Mission Iraq (EUAM) sowie 2012/2013 als Head of Operations bei der EU Aviation Security Mission im Südsudan (EUAVSEC). Weitere internationale Verwendungen führten ihn als Leiter des German Police Project Teams nach Afghanistan, als Chief of Staff zur UNOMIG nach Georgien sowie als Assistant Commissioner zur UNMIK-Polizei in den Kosovo.
Seine polizeiliche Laufbahn begann er im mittleren Dienst der Schutzpolizei Baden-Württemberg. Nach einem Jurastudium und Referendariat in Heidelberg sowie einem Magisterstudium in Speyer wechselte er 1996 in den höheren Dienst des Bundesgrenzschutzes, wo er verschiedene Führungsfunktionen unter anderem in Bad Bergzabern, am Flughafen Frankfurt am Main, in Koblenz und Kaiserslautern wahrnahm.
Polizeihauptkommissarin Marion Palm-Eggert
Polizeihauptkommissarin Marion Palm-Eggert (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Foto: Christina Czybik
Marion Palm-Eggert war von September 2024 bis März 2026 im Hauptquartier der UN-Mission in Südsudan (UNMISS) in Juba im Einsatz. Als Executive Officer im Frontoffice des Police Commissioner fungierte sie als zentrale Schnittstelle, Beraterin und "force multiplier" bei der Mandatsumsetzung. Sie war dabei auch für die Abstimmung zwischen UN-Polizei UNPOL, den militärischen Komponenten und den zivilen Sektionen der Mission sowie mit externen Partnern wie nationalen Behörden zuständig. Ebenso gehörte die Vor- und Aufbereitung von Briefings, Reden oder Reports und Lageinformationen zu ihrem Aufgabenbereich.
Von 2019 bis 2024 war Marion Palm-Eggert Angehörige der Missionsbetreuung der AG Internationale Polizeimissionen (IPM) im Bundespolizeipräsidium. Seit September 2024 ist sie zudem für das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen als Trainerin für Auslandsmissionen tätig.
Polizeihauptkommissar Volker Pusch
Polizeihauptkommissar Volker Pusch (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Foto: Christina Czybik
Polizeihauptkommissar Volker Pusch arbeitete als Police Sector Commander bei der UN Peacekeeping Force in Cyprus. Nach seinem Einstieg als Patrol Officer bekam er sehr schnell die Führungsverantwortung im Sektor 2 in Nikosia übertragen. In dieser Funktion stärkte er maßgeblich die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Militär, initiierte gemeinsame Streifen und verbesserte Sicherheit, Kommunikation und Einsatzbewältigung nachhaltig. Zudem integrierte er erstmals UN-Polizeikräfte in eine internationale "Mission Ready Exercise" in England und förderte so die komponentenübergreifende Einsatzvorbereitung.
Internationale Kooperation bedeutete für ihn im Einsatz auch, mit Partnerinnen und Partnern, Kolleginnen und Kollegen aus 15 Nationen erfolgreich zusammenzuarbeiten und damit auch die eigenen interkulturellen Kompetenzen zu stärken. Aufgrund seiner positiven Einsatzerfahrungen kann er sich gut vorstellen, erneut in eine internationale Verwendung zu gehen, um weitere Erfahrungen zu sammeln und die deutsche Polizei auf internationaler Ebene zu vertreten.
Seit seiner Rückkehr ist Volker Pusch wieder als Dienstgruppenleiter bei der Verkehrsdirektion Koblenz eingesetzt und bringt dort seine Auslandserfahrungen ein.