Federal Ministry for Education, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth of the Republic of Germany

01/15/2026 | News release | Distributed by Public on 01/15/2026 05:34

Neue Studie zur digitalen Teilhabe älterer Menschen vorgestellt

Seniorinnen und Senioren in der digitalen Welt

Neue Studie zur digitalen Teilhabe älterer Menschen vorgestellt

15.01.2026 15. 01. 2026Aktuelle Meldung

Eine neue Studie zeigt: Die große Mehrheit der über 65-Jährigen nutzt das Internet und wünscht sich mehr Tempo bei der Digitalisierung. Karin Prien und Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst stellten die Ergebnisse am 15. Januar vor.

Bei der Studienpräsentation betont Karin Prien die Rolle digitaler Angebote für die gesellschaftliche Teilhabe © Sebastian Rau/BMBFSFJ/photothek.de

Am 15. Januar stellte das Bundesseniorenministerium gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom eine neue repräsentative Studie zur digitalen Teilhabe älterer Menschen vor. Die Ergebnisse belegen, dass die große Mehrheit der 1004 befragtenSeniorinnen und Senioren digitalen Technologien offen gegenübersteht und sich sogar mehr Tempo bei der Digitalisierung wünscht. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an Unterstützungsangeboten zur Stärkung der digitalen Kompetenzen.

Bundesseniorenministerin Karin Prien: "Immer mehr Menschen über 60 nutzen digitale Angebote. Damit digitale Technologien den Alltag von Seniorinnen und Senioren noch besser unterstützen können, braucht es neben guten Lösungen vor allem verständliche Begleitung und verlässliche Zugänge, insbesondere in ländlichen Regionen. Digitalisierung kann Selbstständigkeit, Sicherheit und soziale Teilhabe bis ins hohe Alter stärken, etwa durch Gesundheitsangebote, Online-Banking oder den Kontakt zu Familie sowie Freundinnen und Freunden. Diese Chancen müssen für alle gleichermaßen zugänglich sein. Mit Initiativen wie dem DigitalPakt Alterund dem Projekt 'Digitaler Engel'bringen wir Beratung und Schulungsangebote direkt zu den Menschen - auch in kleinere Städte und ländliche Räume. Der Austausch zwischen Jung und Alt spielt dabei eine wichtige Rolle. Unser Ziel ist klar: den digitalen Wandel so zu gestalten, dass alle ihn selbstbestimmt nutzen können."

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst: "Deutschlands Seniorinnen und Senioren sind viel digitaler als gedacht. Sie erkennen die Chancen, wünschen sich mehr und schnelleren Fortschritt - und wollen dabei mitgenommen werden. Die Mehrheit älterer Menschen möchte online sein. Doch einige stoßen noch auf Hürden. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie an der digitalen Welt teilhaben können. Die Altersschwelle zwischen digitalaffinen und digitalaversen Menschen hat sich insgesamt verschoben: Die 65- bis 69-Jährigen liegen digital noch nahe am Bevölkerungsdurchschnitt, während sich die ältesten Generationen ab 70 beziehungsweise 75 Jahren deutlich schwerer tun. Digitalkompetenzen sind heute aber oft eng verknüpft mit gesellschaftlicher Teilhabe. Wir müssen dafür sorgen, dass niemand abgehängt wird - umso wichtiger sind Hilfsangebote, die einen niedrigschwelligen Zugang schaffen. Auch bei den neuesten digitalen Entwicklungen wollen viele ältere Menschen vorne mit dabei sein. Wir müssen Angebote schaffen, die den Einstieg in die KI erleichtern und den sicheren Umgang fördern."

Internetnutzung steigt deutlich an

Während 2020/2021 erst knapp die Hälfte der Seniorinnen und Senioren in Deutschland online war, nutzen inzwischen rund drei Viertel (74 Prozent) der Menschen ab 65 Jahren das Internet. Senioren sind mit 78 Prozent häufiger online als Seniorinnen mit 70 Prozent. Mit zunehmendem Alter sinkt die Nutzung: Während bei den 65- bis 69-Jährigen mit 98 Prozent fast alle online sind, nutzen unter den 75- bis 79-Jährigen noch rund zwei Drittel das Internet. Bei den über 80-Jährigen ist es knapp die Hälfte.

Für die Nutzerinnen und Nutzer ist das Internet zentral für Kommunikation und Alltag: 92 Prozent schreiben E-Mails, 80 Prozent nutzen Online-Banking und 76 Prozent kaufen online ein. Auch soziale Netzwerke (60 Prozent) und Videoanrufe (50 Prozent) sind verbreitet.

  • 74 Prozent

    der Menschen ab 65 nutzen das Internet.

  • 81 Prozent

    sehen die Digitalisierung als Chance für die Gesellschaft.

  • 96 Prozent

    wünschen sich Unterstützungsangebote.

  • Im Jahr 2020

    waren lediglich 48 Prozent der ab 65-Jährigen online.

(Detailliertere Angaben finden Sie hier und auf der Webseite des Digitalverbands Bitkom)

Tempo und Unterstützungsangebote ausbauen

Grundsätzlich sehen 81 Prozent der Älteren die Digitalisierung als Chance. Zwei Drittel wünschen sich sogar eine schnellere Umsetzung. Trotz der hohen Nutzung und dem regen Interesse bewerten Seniorinnen und Senioren ihre eigene Digitalkompetenz im Durchschnitt nur mit der Schulnote 3,2. Je älter die Befragten sind, desto unsicherer fühlen sie sich. Fast alle Befragten (96 Prozent) wünschen sich daher Unterstützung. Konkret fordern 78 Prozent ein Hilfetelefon für digitale Fragen und 66 Prozent wünschen sich kostenlose oder günstige Schulungen vor Ort. Bislang helfen vor allem Freunde und Familie (54 Prozent) bei Technikfragen weiter.

Offenheit für Künstliche Intelligenz nutzen

Die Studie belegt zudem eine Offenheit für Innovationen: 58 Prozent stehen technologischen Neuerungen positiv gegenüber. Rund die Hälfte der Menschen ab 65 Jahren hat bereits Künstliche Intelligenz (KI) genutzt oder ausprobiert. Auch im Gesundheitsbereich ist die Akzeptanz vorhanden: 52 Prozent können sich vorstellen, eine KI um Rat zu ihrer Gesundheit zu fragen.

Federal Ministry for Education, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth of the Republic of Germany published this content on January 15, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on January 15, 2026 at 11:34 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]