07/07/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/07/2026 07:55
Der Kreisausschuss des Landkreises Würzburg hat den Weg für den zweiten Bauabschnitt der Generalsanierung der Main-Klinik Ochsenfurt freigemacht. Einstimmig empfahlen die Mitglieder dem Kreistag, der Gesamtkonzeption zuzustimmen, den vorzeitigen Baubeginn nach Aufnahme in das Jahreskrankenhaus-Bauprogramm des Freistaats Bayern zu ermöglichen und den ungedeckten Finanzbedarf zu übernehmen.
Der Landkreis Würzburg saniert die Main-Klinik in Ochsenfurt umfassend. 2025 wurde der erste Bauabschnitt mit der baulichen Erneuerung von insgesamt 46 Zimmern sowie neuen Bereichen unter anderem für Labor, Physiotherapie und Haustechnik fertiggestellt. Ab Ende 2026 soll die energetische Modernisierung in einem zweiten Bauabschnitt bis 2030 erfolgen. © Nicole Grasmann
Der Landkreis Würzburg saniert die Main-Klinik in Ochsenfurt umfassend. 2025 wurde der erste Bauabschnitt mit der baulichen Erneuerung von insgesamt 46 Zimmern sowie neuen Bereichen unter anderem für Labor, Physiotherapie und Haustechnik fertiggestellt. Ab Ende 2026 soll die energetische Modernisierung in einem zweiten Bauabschnitt bis 2030 erfolgen. © Nicole Grasmann
Der zweite Bauabschnitt beinhaltet die umfassende Modernisierung der Energiezentrale und bildet die Grundlage für eine langfristig wirtschaftliche und klimafreundliche Energieversorgung der Klinik. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 17,6 Millionen Euro. Bei einer erwarteten staatlichen Förderung von 11,4 Millionen Euro beläuft sich der Eigenanteil des Landkreises Würzburg auf 6,2 Millionen Euro. Der Förderantrag soll noch im Sommer 2026 eingereicht werden. Der Baubeginn ist für Ende 2026 vorgesehen, die Fertigstellung bis Mitte 2030.
Geothermie und Wärmepumpen ersetzen Gas- und Dampfsysteme
Im Mittelpunkt stehen die vollständige Erneuerung der Wärme- und Kälteversorgung sowie der Umbau der bestehenden Energiezentrale auf moderne, regenerative Technik. Künftig sollen Wärmepumpen in Verbindung mit einem Geothermiefeld den Großteil der Energieversorgung übernehmen. Ergänzt wird das Konzept durch eine Photovoltaikanlage, neue Trafostationen sowie moderne elektrische Anlagen. Gleichzeitig werden bisher dampfbetriebene Systeme schrittweise auf elektrische Versorgung umgestellt. Damit verbessert die Main-Klinik ihre Energieeffizienz und reduziert den Einsatz fossiler Brennstoffe deutlich.
Der nun geplante Bauabschnitt knüpft an den erfolgreich abgeschlossenen ersten Abschnitt der Generalsanierung an. Seit März 2025 stehen den Patientinnen und Patienten 46 modernisierte Zimmer mit insgesamt 98 Betten sowie neue Bereiche für Labor, Physiotherapie, Bettenzentrale, technischen Dienst und Haustechnik zur Verfügung. Die Baukosten beliefen sich auf 39,75 Millionen Euro. Nach aktueller Berechnung wird mit Fördermitteln von insgesamt 34,1 Millionen Euro gerechnet. Der Eigenanteil des Landkreises beträgt 5,6 Millionen Euro.
Dass das neue energetische Konzept für den Gebäudekomplex aufgeht, bestätigt Klinik-Geschäftsführer Christian Schell. "Der erste Härtetest während der zurückliegenden Hitzewelle hat gezeigt, dass unser Konzept funktioniert. In den neuen Bereichen herrschte trotz der hohen Außentemperaturen ein sehr angenehmes Raumklima", berichtete Schell im Kreisausschuss. Grundlage hierfür seien unter anderem 28 Erdsonden, die im Winter zum Heizen und im Sommer zur Kühlung genutzt werden.
30 Jahre alte Technik hat Ende der Lebensdauer erreicht
Warum bei der Energieversorgung dringender Handlungsbedarf bestand, erläuterte der stellvertretende Verwaltungsleiter Dr. Georg Sonnek. Die technische Infrastruktur der Klinik stamme überwiegend aus dem Jahr 1994 und habe das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Ersatzteile seien vielfach nicht mehr verfügbar, Reparaturen zunehmend unmöglich. Mit dem neuen Energiekonzept werde die Wärme- und Kälteversorgung vollständig erneuert und konsequent auf erneuerbare Energien und Geothermie ausgerichtet. "Insgesamt werden wir die Umweltbilanz erheblich verbessern und so auch dem Ziel des Landkreises hin zu einer klimaneutralen Verwaltung mit großen Schritten entgegenlaufen", sagte Sonnek.
Landrat Thomas Eberth bezeichnete den einstimmigen Beschluss als wichtiges Signal für die Zukunft des Klinikstandorts: "Damit geben wir unserem Leitungsteam einen eindeutigen Vertrauensbeweis und schaffen die Voraussetzung dafür, dass die Main-Klinik Ochsenfurt auch künftig eine leistungsfähige medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis Würzburg sicherstellen kann."