03/25/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/25/2026 10:15
Wanderausstellung thematisiert transgenerationale Folgen sexualisierter Gewalt - Landesrätin Pamer: "Gesellschaftliche Verantwortung gegen Gewalt vorzugehen und Prävention zu stärken"
Die Wanderausstellung "Meine Oma, meine Mutter und ich" im Frauenmuseum Meran macht die oft unsichtbaren, generationenübergreifenden Folgen sexualisierter Gewalt sichtbar und lädt zur Auseinandersetzung und Aufarbeitung ein. (Foto: LPA/Katharina Fleischmann)BOZEN (LPA). Gewalterfahrungen sind traumatisierend und können in vielfältiger Weise über viele Jahre Auswirkungen haben. Das Forschungsprojekt Traces, durchgeführt von der Universität Trient, dem Forum Prävention, dem Frauenmuseum Meran und der Vereinigung medica mondiale rund um Monika Hauser, erforschte über mehrere Jahre transgenerationale (also generationenübergreifende) Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt. Den Auftrag dazu hatte das Land Südtirol vergeben. Ziel war es Zusammenhänge zwischen traumatischen Gewalterfahrungen und deren Weitergabe an folgende Generationen zu ziehen und Präventionsstrategien zu entwickeln. Zudem soll das Thema aus der Tabuzone geholt werden und damit zu einer Aufarbeitung der Erfahrungen beitragen. Die Ergebnisse des Projektes sind unter anderem in einer Wanderausstellung zusammengefasst, die unter dem Titel "Meine Oma, meine Mutter und ich - Spuren sexualisierter Gewalt in Südtirol" im Frauenmuseum Meran zu sehen ist.
Vor Kurzem hat Soziallandesrätin Rosmarie Pamer die Ausstellung besucht. Die Aufarbeitung erfolgt anhand einer fiktiven Familiengeschichte, die aufzeigt wie Gewalt durch familiäre Dynamiken und patriarchale Strukturen über Generationen hin weitergegeben wird. "Eine solch sensible Thematik aufzuarbeiten ist eine große Herausforderung, die der Wanderausstellung jedoch sehr gut gelungen ist. Es geht vor allem darum, Betroffene von Gewalt zu ermutigen sich zur Wehr zu setzen oder Hilfe zu holen, allerdings wird auch unsere gesellschaftliche Verantwortung gegen Gewalt vorzugehen und die Prävention zu stärken klar", sagt Pamer. Im Rahmen eines öffentlichen Themenabends werden die Ergebnisse von Traces am 8. April in der Basis Vinschgau in Schlanders in einer Abendveranstaltung vorgestellt.
Die Landesrätin wolle das im Rahmen des Projektes ausgearbeitete Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt mit den Maßnahmen, die über das Gesetz zur Gewaltprävention aus dem Jahr 2022 abstimmen. Zudem werde derzeit an den rechtlichen Voraussetzungen zur Einführung einer zentralen Anlaufstelle gearbeitet. "Unterstützung und Prävention müssen parallel weitergebracht werden, damit Gewalt sich nicht weiterhin über Generationen hinweg festsetzt", ist die Landesrätin überzeugt.
Dass Prävention nötig sei, zeige auch der jüngste Femizid in Bergamo, der bereits der 11. in diesem Jahr war. Hilfe und Unterstützung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, gibt es bei den Frauenhausdiensten, Zuflucht finden Frauen in geschützten Wohnungen.
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