03/03/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/03/2026 09:59
Nachricht vom 03.03.2026
Im Projekt InfraSax.DVIB werden vier innovative digitale Anwendungen an sächsischen Hochschulen erprobt, evaluiert und für ein landesweites Ausrollen vorbereitet. Prof. Dr. Nicola Würffel vom Herder-Institut hat die Projektleitung an der Universität Leipzig inne und erläutert, wie das Projekt die digitale Lehre in Sachsen voranbringen wird.
Frau Professorin Würffel, welche Möglichkeiten eröffnen die vier neuen Anwendungen und worauf können sich Lehrende besonders freuen?
Die vier neuen Anwendungen stärken gezielt die (digitale) Interaktion und Kooperation in der Hochschullehre und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Digitalisierungsstrategie sowohl des Landes als auch vieler sächsischer Hochschulen. (Anm. d. Red.: vgl. für die Universität Leipzig zum Beispiel Handlungsfeld 3, Digitalisierung in Lehre und Studium)
Zwei der Tools unterstützen Lehrende in ihrer professionellen Weiterentwicklung: Die Plattform VE-Collab ist eine OER-basierte Qualifizierungsplattform, die Selbstlernmaterialien, Best-Practice-Beispiele, ein Partnersuche-Tool sowie einen Planungsassistenten für virtuelle Austausche bereitstellt. Aufbauend auf den Ergebnissen des Projekts KoKoN2 entsteht zudem eine Plattform für (hochschuldidaktisch ausgerichtete) Lehrenden-Netzwerke. Sie bietet bestehenden und zukünftigen Lehrenden-Netzwerken in Sachsen vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation und Vernetzung sowie Selbstlernmaterialien (wie den digitalen Methodenkoffer für die Hochschullehre mit integriertem Kompetenzprofil-Tool), Best-Practice-Beispiele und ein Partnersuche-Tool.
Die beiden Anwendungen SHRIMP und AVILAB2 kommen unmittelbar in der Lehre zum Einsatz. SHRIMP ist eine Social-Reading-Anwendung, die gemeinsames Lesen, Annotieren und Diskutieren von Texten ermöglicht. AVILAB2 stellt immersive virtuelle Lernräume bereit, in denen zum Beispiel Seminare, Workshops, Konferenzen und Simulationen in 3D-Umgebungen umgesetzt werden können.
Ziel des Projekts ist es, positiv evaluierte Produkte dauerhaft hochschulübergreifend in die sächsische Infrastruktur zu integrieren, sodass diese Tools perspektivisch allen Lehrenden an sächsischen Hochschulen für die eigene Qualifizierung und Lehre zur Verfügung stehen würden.
Bereits während der Projektlaufzeit können interessierte Lehrende die Anwendungen nicht nur erproben, sondern das Projektteam unterstützt sie auch bei der Entwicklung von Lehr- und Lernszenarien für den Einsatz der Werkzeuge in ihrer Lehre oder bei der Vorbereitung der Lehre. Besonders willkommen sind interessierte Lehrende an der Universität Leipzig - diese sollten sich schnell bei uns melden, um dieses besondere Angebot in diesem Sommer- oder Wintersemester nutzen zu können.
Welche Rolle übernimmt das Leipziger Team am Herder-Institut in diesem Prozess?
Der Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz Sachsen hat das Team am Herder-Institut mit der Koordination des Projekts beauftragt. Es organisiert die Zusammenarbeit aller beteiligten Partner:innen und Projekte (unter anderem das Institut für angewandte Informatik Leipzig und die Bildungsportal Sachsen GmbH), begleitet sowie evaluiert die Erprobungen der Werkzeuge durch Lehrende an den sächsischen Hochschulen und koordiniert ihre Weiterentwicklung.
Neben dem Team vom Herder-Institut ist an der Universität Leipzig auch das Team um SHRIMP aktiv am Projekt InfraSax.DVIB beteiligt und wird vom Projektteam bei der Erprobung ihrer Plattform an sächsischen Hochschulen unterstützt.
Werden die vier Anwendungen dann künftig kostenfrei allen Lehrenden an sächsischen Hochschulen zur Verfügung stehen?
Ziel des Projekts ist eine langfristige Bereitstellung der Anwendungen für Lehrende an sächsischen Hochschulen. Eine flächendeckende Implementierung setzt jedoch unter anderem positive Evaluationsergebnisse aus den Erprobungsphasen, bestätigte Bedarfe seitens der Hochschulen sowie tragfähige Betriebsmodelle voraus. Ob alle vier Anwendungen dauerhaft ausgerollt werden können, lässt sich deshalb derzeit noch nicht verbindlich zusagen.
Über die konkrete Produktimplementierung hinaus verfolgt das Projekt InfraSax.DVIB ein strategisches Ziel: Es soll eine Blaupause entstehen, wie Bedarfe an Hochschulen systematisch erhoben und digitale Werkzeuge systematisch geprüft, erprobt und hochschulübergreifend eingeführt werden können. Damit sollen Innovationsprozesse strukturiert, Ressourcen effizient genutzt und die nationale Anschlussfähigkeit der sächsischen Hochschullandschaft gestärkt werden.
Das Projekt InfraSax.DVIB wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Die digitalen Anwendungen, die im Rahmen des Projektes erprobt und evaluiert werden, wurden im Rahmen der Förderung der Deutschen Vernetzungsinfrastruktur Bildung (DVIB) an verschiedenen Standorten in Sachsen entwickelt.
Erstellt von: Die Fragen stellte Nina Vogt.