Federal Ministry of the Interior of the Republic of Austria

11/03/2026 | Press release | Distributed by Public on 11/03/2026 04:31

Fingerabdruckscans bundesweit im Einsatz – Österreich als Vorreiter

Wien (OTS) -

Die österreichische Polizei setzt bei der Identitätsfeststellung künftig bundesweit auf die innovative Technologie "BioCapture". Mobile Fingerabdruckscans ermöglichen Polizistinnen und Polizisten, Personen innerhalb weniger Minuten direkt vor Ort zu identifizieren. Die neue Technologie beschleunigt insbesondere fremdenpolizeiliche Kontrollen und Fahndungsmaßnahmen und stellt einen weiteren wichtigen Schritt zur Modernisierung der Polizeiarbeit dar.

Innenminister Gerhard Karner und der Wiener Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan informierten am 3. November 2026 im Rahmen eines Lokalaugenscheins bei fremdenpolizeilichen Kontrollen am Wiener Westbahnhof über die bundesweite Einführung der Technologie und deren praktische Einsatzmöglichkeiten.

"Mit dieser neuen Technologie wird die Fahndung nach Kriminellen noch moderner, schneller und effizienter. Österreich übernimmt bei der Entwicklung und Anwendung mobiler Fingerabdruckscans eine internationale Vorreiterrolle. Damit ist uns ein bedeutender technologischer Fortschritt gelungen, der die Arbeit unserer Polizistinnen und Polizisten wesentlich erleichtert und gleichzeitig die Sicherheit in Österreich weiter erhöht", betonte Innenminister Gerhard Karner.

Schnelle, effiziente und sichere Kontrollen vor Ort

Mit "BioCapture" können Fingerabdrücke innerhalb weniger Minuten mit bestehenden Datenbanken abgeglichen werden. Dadurch lassen sich gesuchte Personen identifizieren und der rechtmäßige Aufenthalt unmittelbar vor Ort überprüfen. Das spart Zeit, reduziert den Verwaltungsaufwand und macht den Transport kontrollierter Personen zu einer Polizeidienststelle in vielen Fällen überflüssig. Die erfassten Fingerabdrücke werden ausschließlich für den Abgleich verwendet und anschließend gelöscht.

Seit August 2025 wird die Technologie von ausgewählten Polizeieinheiten, darunter der Fremdenpolizei, eingesetzt. Anfang März 2026 wurde auch die Bereitschaftseinheit Wien in den Testbetrieb eingebunden. Die rund 600 Polizistinnen und Polizisten haben in dem rund einjährigen Probebetrieb 2.514 Abfragen mit dem Fingerabdruckscan durchgeführt.

Bundesweit wurde die Anwendung Ende Oktober 2026 in Vollbetrieb genommen. Alle Polizistinnen und Polizisten haben seither auf dem dienstlichen Mobiltelefon die Möglichkeit zum Aufruf und zur Nutzung (nach Absolvierung einer Schulung) der Anwendung. Die Entwicklung wurde im Rahmen eines KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekts finanziert.

Datenabgleich mit bestehenden Registern

Straftäter werden unter bestimmten Voraussetzungen "erkennungsdienstlich behandelt", das heißt die Fingerabdrücke und die Personendaten (aber auch beispielsweise die DNA) werden in einem zentralen Register gespeichert. Auch Fremde bzw. Asylwerber werden unter bestimmten Voraussetzungen erkennungsdienstlich behandelt und die Fingerabdrücke in einer anderen zentralen Datenbank gespeichert. Die Beamtinnen und Beamten scannen vor Ort bei der Kontrolle die Fingerabdrücke mit der Handykamera und erhalten in der App eine Rückmeldung, ob die Fingerabdrücke bereits in einer Datenbank gespeichert sind und einer Person zugeordnet werden können.

Internationales Interesse an österreichischer Technologie

"BioCapture" wurde vom Bundeskriminalamt gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und weiteren Forschungspartnern entwickelt. Die österreichische Innovation stößt auch international auf großes Interesse. Ab 2027 ist die Anbindung an europäische biometrische Systeme geplant. Damit soll der Zugriff auf einen Datenbestand von bis zu 400 Millionen Personen ermöglicht und die grenzüberschreitende Polizeizusammenarbeit weiter gestärkt werden.

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