Regierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern

06/25/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/25/2026 03:57

Ernte beginnt - Hohe Temperaturen belasten die Menschen

Nr.198/2026 | 25.06.2026 | LM | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

In den kommenden Tagen werden die bisher höchsten Temperaturen des Jahres in MV erwartet. Des einen Freud bedeute aber des anderen Leid, so Agrar- und Forstminister Dr. Till Backhaus:

"Anders als in den letzten Jahren, die mit jeweils ausgeprägter Frühsommertrockenheit für Frust bei den Landwirtinnen und Landwirten sorgten, hat es in diesem Frühjahr vielerorts im Land ausreichend Niederschläge gegeben, um das Pflanzenwachstum auf den Äckern anzuschieben. Für MV kann man festhalten, dass es im zweiten Quartal immer wieder punktuell, aber insgesamt landesweit deutlich mehr als in den Vorjahren geregnet hat. Der Regen ist insbesondere den Sommerungen zugutegekommen, hier kann man gute Ernten erwarten - wenn es nicht zu einer längeren Trockenheitsphase jetzt oder zu wetterbedingten Problemen kommt. Insgesamt zeigen die Bestände allerdings ein gemischtes Bild", so der Minister, der konkretisiert:

"Beim Wintergetreide beschleunigen Temperaturen über 30 °C die Abreife und verkürzen die Phase der Kornfüllung. Die Wintergerste reift bereits ab, die Bestände sind überwiegend gesund und es ist bereits ab dem kommenden Wochenende mit ersten Ernteaktivitäten zu rechnen. Aus diesem Grund bitte ich Ausflügler und Touristen um erhöhte Aufmerksamkeit auf den Landstraßen. Die Erntemaschinen in Transportfahrzeuge können zu Verkehrsbehinderungen und Verschmutzungen führen. Fahren Sie daher bitte aufmerksam und haben Sie Geduld mit den Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern. Die machen ihren Job, damit Sie auch weiter Ihre Frühstücksbrötchen genießen können."

Für eine Ernteprognose sei es aktuell noch zu früh, erklärt Backhaus:

"Erst kam reichlich Regen, jetzt außergewöhnlich hohe Temperaturen. Das hat zur Folge, dass die Ernte beginnt und alle Kulturen auch fast gleichzeitig reif sind. Für die Landwirtinnen und Landwirte bedeutet das vor allem Arbeit rund um die Uhr und viel Stress in der wichtigsten Zeit des Jahres. Ich hoffe sehr, dass wir dieses Jahr nach zwei eher enttäuschenden Jahren wieder eine bessere Ernte einfahren können. Die Preise sind schlecht, es bleibt zu wünschen, dass die Erntemengen die schlechten Preise ein wenig auffangen können.

Alles in allem können wir also von einer guten Ausgangslage sprechen - aber für Jubelkantaten ist es noch zu früh."

Sorgen bereiten dem "Lebensminister" die hohen Temperaturen, die für die Menschen im Land zu einer echten Belastung werden können:

"Jedes Jahr sterben in Deutschland Menschen wegen hoher Temperaturen. Das trifft nicht nur ältere und vorerkrankte Menschen. Auch Gesunde können an einem Hitzschlag sterben. Deswegen bitte ich darum, die Warnungen vor großer Hitze, nicht in den Wind zu schlagen. Verlegen Sie sportliche Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Wenn Sie sich im Freien aufhalten müssen, suchen Sie schattige Plätze auf. Auch viele unserer schonen Kirchen im Land bieten ein kühles Ambiente. Und vor allem: Trinken Sie ausreichend - nicht erst, wenn Sie Durst verspüren, denn dann ist der Körper bereits dehydriert. Wenn sie Schatten in unseren schönen Wäldern suchen, halten Sie sich bitte unbedingt an die Verhaltensregeln im Wald", appelliert Minister Backhaus.

Wichtige Verhaltensregeln im Wald:

  • Kein offenes Feuer oder Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze
  • Rauchverbot im Wald beachten und keine Zigarettenreste in die Natur werfen
  • Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abstellen
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Bei Rauch oder Feuer sofort den Notruf 112 wählen

Besonders gefährdet sind wenig naturnahe, einschichtige Kiefernwälder sowie Flächen mit abgestorbener, abgetrockneter oder stark verbissener Bodenvegetation.

Dort wo bereits eine Verjüngung mit Laubholz etabliert ist, wird mehr Feuchtigkeit im Boden gespeichert. So hilft der Waldumbau auch die Waldbrandgefahr zu reduzieren.

Wer einen Waldbrand frühzeitig meldet, kann entscheidend dazu beitragen, größere Schäden für Natur, Tier und Mensch zu verhindern.

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