Mercer International Inc.

03/06/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/07/2026 06:32

Zukunft der Holzversorgung: Mercer im Dialog mit der Bundespolitik

März 6, 2026 / Alles, Featured, Nachhaltigkeit, Umwelt

Zukunft der Holzversorgung: Mercer im Dialog mit der Bundespolitik

Die Sicherung einer stabilen Rohholzversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, industrielle Wertschöpfung und stabile ländliche Räume in Deutschland. Aktuelle Entwicklungen zeigen jedoch: Die Holzverfügbarkeit steht strukturell unter Druck. Gemeinsam mit Branchevertretern setzt sich Mercer für verlässliche politische Rahmenbedingungen ein, um nachhaltige Holznutzung, industrielle Transformation und Klimaziele voranzubringen. Mercer International Inc. ist ein weltweit tätiges Unternehmen der Holz- und Forstwirtschaft mit Standorten in Deutschland, den USA und Kanada.

Am Branchendialog mit dem Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR) und dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) nahmen Wolfgang Beck (Senior Vice President Global Wood Sourcing) und Dr. Carsten Merforth (COO Wood Products) teil. Beide brachten ihre Perspektiven von Rohstoffversorgung und industrieller Wertschöpfung in die Gespräche mit der Bundespolitik ein.

Ausgangslage: Holzversorgung wird zur strukturellen Herausforderung

Die deutsche Holzindustrie steht vor einer doppelten Belastung aus konjunktureller Schwäche und strukturellen Veränderungen im Wald. In Teilen der Branche kommt es bereits zu spürbaren Versorgungsengpässen, die Produktion und Beschäftigung unter Druck setzen.

Aktuelle Modellierungen (u. a. WEHAM) zeigen drei zentrale Trends:

  • Verschiebung der Baumarten: Nadelholzvorräte gehen deutlich zurück, während Laubholz zunimmt - eine direkte Folge von Klimawandel und Kalamitäten.
  • Regionale Ungleichgewichte: Große Teile der Nadelholzressourcen konzentrieren sich zunehmend im Süden Deutschlands, während Verarbeiter in Nord- und Ostdeutschland steigende Beschaffungs- und Logistikkosten tragen.
  • Industrieller Anpassungsdruck: Neue Sortimente, kleinere Dimensionen und längere Transportwege erfordern Investitionen und erhöhen die Rohstoffkosten.

Diese Entwicklung hat über die Branche hinaus Relevanz: Wird Holz weniger verfügbar, leidet auch die stoffliche Holzverwendung und damit ihr Beitrag zu Klimaschutz und Bioökonomie.

Rolle von Mercer: Industrie als Teil der Lösung

Mercer International steht exemplarisch für die Transformationsbestrebungen der Branche. An mehreren deutschen Standorten investiert das Unternehmen gezielt in Resilienz, Effizienz und Wertschöpfungstiefe, um Versorgungssicherheit auch unter veränderten Rahmenbedingungen zu gewährleisten.

Wolfgang Beck, zuständig für die globale Holzbeschaffung bei Mercer, betont die strategische Dimension der Versorgungssicherheit:

"Eine verlässliche Rohholzversorgung ist die Grundlage für industrielle Wertschöpfung und Klimaschutz gleichermaßen. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die nachhaltige Nutzung ermöglichen und gleichzeitig Planungssicherheit für die gesamte Wertschöpfungskette bieten."

Schwerpunkte des Engagements:

  • Belastbare Logistik: Investitionen in leistungsfähige Bahn- und Terminalstrukturen ermöglichen es, regionale Versorgungsunterschiede auszugleichen und Rohstoffströme effizient zu steuern.
  • Höhere Wertschöpfung pro Kubikmeter: Durch die stärkere Veredelung von Holzprodukten wird der ökonomische und ökologische Nutzen des Rohstoffs maximiert.
  • Technologische Innovation: Digitalisierung und Automatisierung erhöhen Sicherheit, Produktivität und Ressourceneffizienz entlang der Wertschöpfungskette.

Dr. Carsten Merforth leitet bei Mercer International den Bereich Sägeholzprodukte und ist Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH). Er unterstreicht die industriepolitische Perspektive:

"Die Holzindustrie ist bereit zu investieren und Verantwortung zu übernehmen. Damit wir diese Rolle ausfüllen können, brauchen wir kohärente politische Rahmenbedingungen - von der Rohstoffmobilisierung bis zur Stärkung des Holzbaus als Klimaschutzhebel."

Gemeinsame Branchenperspektive

Im Austausch mit Politik und Verbänden wird deutlich: Die Herausforderungen betreffen die gesamte Wertschöpfungskette. Ohne planbare Rahmenbedingungen drohen Investitionszurückhaltung, Standortnachteile und langfristige Abhängigkeiten von Importen.

Eine starke heimische Holzindustrie ist jedoch zentral für:

  • regionale Wertschöpfung,
  • industrielle Transformation und
  • eine resiliente Bioökonomie.

Politische Handlungsfelder

Aus Sicht der Branche ergeben sich vier zentrale Ansatzpunkte für die Politik:

1. Klimapolitik planvoll gestalten (LULUCF)

Die Rolle der Holznutzung im Klimasystem muss differenziert betrachtet werden. Nachhaltige Holznutzung kann fossile Materialien substituieren und Kohlenstoff langfristig in Produkten speichern. Entsprechend braucht es Bilanzierungsansätze, die diese Gesamtwirkung abbilden.

2. Praxistaugliche Umsetzung neuer Regulierung (EUDR)

Die Ziele entwaldungsfreier Lieferketten werden unterstützt. Entscheidend ist jedoch eine Umsetzung, die:

  • bürokratische Überlastung vermeidet,
  • Wettbewerbsverzerrungen verhindert und
  • wirksame Marktüberwachung sicherstellt.

3. Holzbau und Bioökonomie stärken

Programme wie die Bundesholzbauinitiative können wichtige Marktimpulse setzen, wenn sie ausreichend finanziert und konsequent umgesetzt werden. Holzbau ist ein zentraler Hebel für Klimaschutz im Gebäudesektor.

4. Rechtssicherheit und Innovationsfreundlichkeit gewährleisten

Klare, verlässliche Rahmenbedingungen sind notwendig, um Investitionen in neue Produkte, Technologien und Sortimente zu ermöglichen und Risiken entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Ansatzpunkte für mehr Versorgungssicherheit

Neben regulatorischer Kohärenz sieht die Branche konkrete Hebel zur Stärkung der Rohstoffbasis durch

  • die Aktivierung bislang wenig genutzter Waldpotenziale, insbesondere im Kleinprivatwald,
  • den Ausbau klimaresilienter Infrastruktur und Logistik und
  • bessere Daten- und Prognosegrundlagen für Holzmobilisierung und Bedarf.

Ziel ist eine aktive, nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Nutzung und Schutz zusammendenkt.

Partnerschaft für eine starke Bioökonomie

Nachhaltige Holznutzung, Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität müssen keine Gegensätze sein. Eine leistungsfähige Holzindustrie ist ein zentraler Baustein der Transformation, was aber auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft erfordert.

Mercer International steht bereit, diesen Weg gemeinsam mit Partnern aus Politik, Forst und Industrie zu gestalten. Entscheidend ist ein konsistenter politischer Rahmen, der Investitionen ermöglicht, Innovationen fördert und die stoffliche Nutzung von Holz als Teil der Klimastrategie anerkennt.

Mercer International Inc. published this content on March 06, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on March 07, 2026 at 12:33 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]