Techniker Krankenkasse

10/06/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/06/2026 01:16

Viele Jugendliche befürworten eine Altersgrenze für soziale Medien.

Mainz, 6. Oktober 2026. Soziale Medien gehören für viele Jugendliche zum Alltag - gleichzeitig sehen sie die damit verbundenen Risiken. Eine aktuelle, für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen bundesweit repräsentative Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: 52 Prozent dieser Altersgruppe in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland sprechen sich für ein - teilweise altersabhängiges - Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche aus. Die Ergebnisse stammen aus dem Social-Media-Report der TK "Jugend zwischen Like und Limit" mit Teilergebnissen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland.

Sechs Prozent befürworten ein grundsätzliches Verbot. Weitere 46 Prozent wünschen sich eine Nutzung erst ab einem bestimmten Alter. Im Durchschnitt liegt die von ihnen genannte Altersgrenze bei 14 Jahren. 43 Prozent der Befragten lehnen ein Verbot ab. Zugleich sagen 86 Prozent, dass ihnen soziale Medien guttun.

Nutzung wird widersprüchlich wahrgenommen

"Social Media kann verbinden, informieren und unterhalten. Gleichzeitig erleben Jugendliche dort auch Belastungen und Gefahren. Dass sich mehr als die Hälfte für Einschränkungen ausspricht, obwohl die große Mehrheit auch positive Erfahrungen macht, zeigt, wie widersprüchlich die Nutzung wahrgenommen wird", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

Aus Sicht der TK komme es darauf an, die Chancen digitaler Angebote zu erhalten und junge Menschen zugleich besser vor problematischen Inhalten und Mechanismen zu schützen. "Dafür braucht es Medienkompetenz, mehr Verantwortung der Plattformbetreiber und eine gute Begleitung durch Erwachsene", so Simon.

Werbung, Fake News und Mobbing belasten

Auf die Frage, was die Jugendlichen in der Region am meisten an Social Media nervt oder stresst, gaben 59 Prozent die Menge an Werbung an. 44 Prozent nannten Fake News als Nerv- oder Stressfaktor. Mobbing und Beleidigungen empfinden 35 Prozent als problematisch. Rund ein Drittel der Befragten gibt außerdem an, dass sie stört, zu viel Zeit in sozialen Medien zu verbringen (31 Prozent). 30 Prozent nennen unangemessene Bilder oder Videos als Störfaktor.

Social Media als Ablenkung

Die Ergebnisse weisen auch auf mögliche problematische Nutzungsmuster hin. Die Hälfte der Jugendlichen nutzt Social Media nach eigenen Angaben zur Ablenkung, wenn es ihnen nicht gut geht. 36 Prozent bleiben länger in sozialen Medien, als sie es eigentlich vorhatten.

"Gerade Cybermobbing, falsche Informationen und ungeeignete Inhalte können die Psyche junger Menschen beeinträchtigen. Deshalb sollten wir Jugendliche nicht alleinlassen, sondern sie dabei unterstützen, Inhalte einzuordnen, Grenzen zu setzen und Hilfe zu finden", sagt Simon. Ein generelles Social-Media-Verbot greife dabei zu kurz. "Medienkompetenz muss frühzeitig und alltagsnah vermittelt werden. Gleichzeitig müssen die Plattformen wirksame Maßnahmen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen umsetzen."

Jugendliche setzen auf eigene Grenzen

Viele Jugendliche versuchen bereits selbst, ihre Nutzung zu steuern. 36 Prozent der Jugendlichen aus der Region Rhein, Main, Saar entfolgen oder blockieren bestimmte Personen. 27 Prozent deaktivieren Benachrichtigungen. 25 Prozent planen handyfreie Zeiten, 22 Prozent legen ihr Smartphone bewusst zur Seite. Jeweils 21 Prozent melden unangemessene oder mutmaßlich falsche Beiträge beziehungsweise begrenzen die Bildschirmzeit einzelner Apps. 19 Prozent löschen Apps, die sie nicht mehr nutzen möchten oder deren Nutzung ihnen nicht guttut.

Lernangebote und Ansprechpersonen gefragt

Unterstützung wünschen sich die Jugendlichen vor allem direkt dort, wo sie Social Media nutzen: 52 Prozent halten Lernvideos zu den Gefahren sozialer Medien auf den Plattformen selbst für hilfreich, um Social Media gut und sicher zu nutzen. 47 Prozent nennen geschulte Ansprechpersonen an Schulen. 43 Prozent sind der Meinung, dass Workshops oder Kurse helfen würden. Auch Gespräche mit den Eltern (39 Prozent) und gut erreichbare Hilfsangebote (34 Prozent) werden häufig genannt. Nur zehn Prozent sehen keinen Unterstützungsbedarf.

"Jugendliche brauchen Informationen, die ihre Lebenswelt erreichen, und Ansprechpersonen, an die sie sich unkompliziert wenden können. Schulen und Eltern können dabei wichtige Orientierung geben - nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern im offenen Gespräch und auf Augenhöhe", sagt Simon.

Hinweis für die Redaktion

Für die Online-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut eye square im April und Mai 2026 bundesweit insgesamt 1.400 Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit 200 Personen pro Ländergebiet mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die Stichprobe entspricht einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse beziehen sich auf die Region Rhein, Main, Saar; also die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland.

Im Rahmen der Prävention hat die TK ein großes Angebot an Projekten zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen für Eltern, Kita und Schulen, wie zum Beispiel "Gemeinsam Klasse sein", Law4school , IPSY (Suchtprävention ab Klasse 5) oder Mental² . Des Weiteren beteiligt sich die TK fachlich und inhaltlich an der Kampagne der Bundesschülerkonferenz "Uns geht's gut!", zur Stärkung der mentalen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus fördert die TK auch qualitätsgeprüfte Angebote wie zum Beispiel Workshops für Schulen der Online-Beratungsstelle Juuuport oder die jährliche Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock .

Datum der Veröffentlichung: 06.10.2026

Ansprechpartner Presse

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Cornelia Benzing Landespressesprecherin
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