DLR - German Aerospace Research Establishment

06/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/20/2026 04:26

Zukunftstechnologien für den Katastrophenschutz

20. Juni 2026 | Für den Ernstfall gewappnet - Übung im Ahrtal

Zukunftstechnologien für den Katastrophenschutz

DLR-Drohne findet Menschen, die in Not geraten sind - hier im Übungsszenario
Ferngesteuerte und autonome Drohnen wie diese Drohne vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik helfen im Übungsszenario des RESITEK-Projekts im Ahrtal bei der Suche nach vermissten Personen und der Erkundung der Lage aus der Luft.
Bild: 1/8, Credit:

DLR / Leon Jakobs

DLR-Drohne am Himmel des Ahrtals
Die RESITEK-Übung im Landkreis Ahrweiler, Rheinland-Pfalz, mit realistischem Katastrophenhilfe-Szenario dient dem Test und der Demonstration neuer Technologien sowie ihrem Zusammenspiel mit den Einsatzkräften.
Bild: 2/8, Credit:

DLR / Leon Jakobs

Kartenerstellung im mobilen Lagezentrum
Satellitendaten und Bilder der fliegenden und bodengebundenen robotischen Systeme laufen in der Einsatzzentrale zusammen und dienen der Erstellung aktueller Lagekarten.
Bild: 8/8, Credit:

DLR / Leon Jakobs

  • Im Projekt RESITEK bündeln 16 DLR-Institute ihre Fähigkeiten, um Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben im Katastrophenfall mit innovativen Technologien zu unterstützen.
  • Satelliten, Drohnen, Fahrzeuge und robotische Systeme liefern schnell Informationen für eine präzise Lageerkundung.
  • Alle gewonnenen Daten werden in einem Lagebild zusammengeführt und den Einsatzkräften bereitgestellt.
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Sicherheit, KI, Erdbeobachtung, Katastrophenhilfe

Extremer Regen, Pegelstände steigen, Überschwemmungen - innerhalb von kürzester Zeit müssen Menschen gerettet und kritische Infrastrukturen gesichert werden. Wie kann das gelingen, wenn auch Energie-, Kommunikations- und Verkehrssysteme von der Katastrophe betroffen sind? Wer koordiniert dann die Einsatzkräfte und stellt Lageinformationen bereit? 16 Institute aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben jetzt gezeigt, wie neue Technologien die Prozesse im Katastrophenschutz stärken und verbessern können. In Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben hat das DLR im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) eine Technikübung in einem realistischen Szenario durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt auf der Demonstration neuer Technologien, dem Zusammenspiel der Systeme und deren Nutzen für die Einsatzkräfte.

"Unvollständige oder verzögerte Lageinformationen, fehlende Verbindungen sowie unzureichend vernetzte Akteure können die Effizienz von Einsatzmaßnahmen im Katastrophenfall erheblich beeinträchtigen. Schadensereignisse wie großflächige Hochwasserlagen, Stürme oder Stromausfälle zeigen die hohe Abhängigkeit der Gesellschaft von funktionierenden kritischen Infrastrukturen", sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. "RESITEK zeigt, wie moderne Technologien den Katastrophenschutz stärken können. Entscheidend ist dabei nicht nur die Leistung einzelner Systeme, sondern ihr Zusammenspiel. Alle beteiligten Partner profitieren von dem während der Übung stattfindenden intensiven Wissensaustausch."

Ein Szenario für Hochwasser - wie ist die Lage?

Das ist das konkrete Szenario für die Übung im Rahmen des DLR-Projekts RESITEK (Resiliente Technologien für den Katastrophenschutz): Ein Hochwasser hat verheerende Ausmaße angenommen und mehrere Kommunen fordern Hilfe an. Das Kommunikationsnetz ist ausgefallen. Straßen, Brücken und Gebäude sind zerstört. Menschen müssen evakuiert und versorgt werden.

Drohnenstart vom SHERP
Das SHERP-Fahrzeug bringt die Drohne ARDEA des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik auf seinem Dach in die Einsatzregion. Dort startet sie zur Lageerkundung.
Credit:

DLR / Leon Jakobs

Nach der Alarmierung erfasst das DLR in diesem Szenario schnell und großflächig die Lage und unterstützt die Rettungsmaßnahmen. Mit Hilfe von Satellitendaten, Drohnenflügen und einer Erkundung durch robotische Systeme ergibt sich schließlich ein genaues Bild der Situation.

Zusätzlich wird ein lokales Kommunikationssystem aufgebaut. Über dieses System tauschen Einsatzkräfte Informationen aus und erhalten auch Daten aus gefährlichen oder schwer zugänglichen Bereichen. Teams des DLR führen gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Rheinland-Pfalz untereinander abgestimmte Maßnahmen durch. Ferngesteuerte und autonome Drohnen helfen bei der Suche nach vermissten Personen und bei der Erkundung. Wichtig dabei: Es gibt ein gemeinsames Luftraumlagebild, das heißt, alle Drohnen und Hubschrauber können koordiniert werden. Im Szenario der Übung simulieren die Forschenden deswegen zusätzlich Hubschraubereinsätze. Robotische Systeme unterstützen die Erkundungsmission. Dazu gehören die Robotik-Drohne Ardea, der Scout Rover und das vom World Food Programme (WFP) bereitgestellte Amphibienfahrzeug SHERP. SHERP übernimmt auch Transport- und Versorgungsaufgaben.

Informationen sammeln, bewerten und sinnvoll kombinieren

Alle gewonnenen Informationen fließen im Lagezentrum des DLR zusammen. Dort werten die Forschenden Satellitendaten, Luftbilder, Drohnenaufnahmen sowie Erkenntnisse der Rover mithilfe künstlicher Intelligenz aus und bündeln sie in einem gemeinsamen Lagebild. Dieses steht den Einsatzkräften digital über Webservices oder als gedruckte Karten zur Verfügung. Es dient als eine zentrale Grundlage für Entscheidungen und die Koordination von Maßnahmen.

Resilienz kritischer Infrastrukturen - Stromnetze, Mobilität und Weltraumwetter

Parallel dazu werden Schadensszenarien analysiert und Modelle entwickelt, die die Resilienz von Stromnetzen stärken. Auch die Planung von vorteilhaften Routen für Einsätze und Evakuierungen ist ein Thema. Hinzu kommt generell die Gefahr durch das Weltraumwetter: Sonnenstürme können kritische Infrastrukturen stören. Verbesserte Vorhersagemodelle helfen, ihre Auswirkungen auf Stromnetze und Kommunikationsverbindungen frühzeitig abzuschätzen.

Weiterführende Links

Das Projekt RESITEK

Das Projekt RESITEK (Resiliente Technologien für den Katastrophenschutz) wird vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik und dem DLR-Institut für Robotik und Mechatronik geleitet. Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) im EOC ist mit dem DLR-Institut für Robotik und Mechatronik für die Technikübung im Ahrtal verantwortlich. Die Hauptbeteiligten der Übung im Projekt RESITEK sind neben den DLR-Instituten das Bayerische Rote Kreuz (BRK), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Landesverband Rheinland-Pfalz und seine lokalen Ortsvereine sowie Vertreter des Landkreises Ahrweiler. Das IQIB (Institut für qualifizierende Innovationsforschung und -beratung), eine Tochtergesellschaft des DLR im Kreis Ahrweiler, unterstützt die Übung. Eine weitere Übung mit dem Szenario Sturm ist für Herbst in Braunschweig geplant.

Kontakt

Katja Lenz

Presseredaktion
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Kommunikation
Linder Höhe, 51147 Köln
Tel: +49 2203 601-5401
Kontaktieren
DLR - German Aerospace Research Establishment published this content on June 20, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on June 20, 2026 at 10:26 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]