German Federal Government

04/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/20/2026 04:54

Zusammenstehen und voneinander lernen

Gemeinsam mit dem brasilianischen Präsident Lula hat Bundeskanzler Merz den brasilianischen Zentralstand auf der Hannover Messe eröffnet.

Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann

"Brasilien ist ein eindrucksvolles Land." Das sagte Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Eröffnung des brasilianischen Zentralstandes auf der Hannover Messe. Es sei "ein ermutigendes Zeichen in schwierigen Zeiten, dass wir zusammenstehen, dass wir unsere Märkte öffnen, dass wir voneinander lernen, auch mit unterschiedlichen Produkten, unterschiedlichen Verfahren und unterschiedlichen Erfindungen."

In seinem Statement betonte Bundeskanzler Merz zudem: "Wir befinden uns zugleich in einer Zeit großer geopolitischer und geoökonomischer Umbrüche", erklärte der Kanzler. Eine richtige Antwort auf diese Umbrüche sei das Freihandelsabkommen zwischen den MERCOSUR-Staaten und der EU, das am 1. Mai vorläufig in Kraft tritt.

Lesen Sie hier die Mitschrift des Statements:

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Sehr geehrter Herr Präsident Lula, meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich willkommen auf dem Stand Brasiliens auf der Hannover Messe 2026! Ich darf Sie, Herr Präsident, und die Mitglieder Ihrer Regierung namens der deutschen Bundesregierung sehr herzlich begrüßen. Wir freuen uns, dass Brasilien zum zweiten Mal in der Geschichte der Hannover Messe Partnerland der Messe ist. Herr Köckler, vielen Dank auch für alles, was Sie getan haben, um dies zu ermöglichen! Ich freue mich, dass der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen bei uns ist und dass uns auch zwei Kolleginnen aus dem Bundeskabinett heute auf dem geplanten Messerundgang begleiten.

Lassen Sie mich einige wenige Worte zur Partnerschaft mit Brasilien sagen. Präsident Lula, Sie kommen zu einem Zeitpunkt, der besser nicht sein könnte. Die Wirtschaft auf der Welt befindet sich in einer Transformation. Ein Land wie Brasilien kann dazu mit beeindruckenden Prozessen, Verfahren, Produkten und Unternehmen beitragen. Wir befinden uns zugleich in einer Zeit großer geopolitischer und geoökonomischer Umbrüche. Wir werden in der nächsten Woche, am 1. Mai, ein Abkommen in Kraft setzen, das genau die richtige Antwort auf diese Umbrüche ist, die wir gegenwärtig erleben, nämlich das Abkommen mit MERCOSUR. Es hat 25 Jahre gedauert, viel zu lange, bis dieses Abkommen nun wirklich in Kraft treten kann. Aber es tritt in der nächsten Woche in Kraft, und damit entsteht, meine Damen und Herren, vorläufig jedenfalls der größte Freihandelsraum der Welt mit 450 Millionen Einwohnern auf der europäischen Seite und fast 300 Millionen Einwohnern auf der südamerikanischen Seite. Das ist unsere Antwort auf die großen Verwerfungen, die wir gegenwärtig erleben. Es ist eine Antwort von Staaten und Staatengemeinschaften, die sagen: Wir wollen an regelbasierter Ordnung, an Verlässlichkeit und Verantwortung gemeinsam festhalten. Es ist eine Antwort an all diejenigen, die heute Machtpolitik auf der Welt mit militärischen Mitteln an die Stelle von regelbasierter Ordnung, Verträgen und Verlässlichkeit setzen wollen.

Präsident Lula, ich bin sehr dankbar, dass Sie da sind, dass Sie unserer Einladung nach Hannover gefolgt sind und dass wir heute gemeinsam einen Messerundgang in Hannover unternehmen können. Brasilien ist ein eindrucksvolles Land. Es ist ein Land, zu dem Deutschland seit 150 Jahren engste wirtschaftliche Beziehungen unterhält. Hier im Raum sind einige Unternehmensvertreter. Ich sehe den einen oder anderen, Bill Anderson von Bayer, viele andere, die heute da sind und mit ihren Unternehmen und mit ihren Produkten seit 150 Jahren in Brasilien präsent sind. Meine Damen und Herren, das ist ein ermutigendes Zeichen in schwierigen Zeiten, dass wir zusammenstehen, dass wir unsere Märkte öffnen, dass wir voneinander lernen, auch mit unterschiedlichen Produkten, unterschiedlichen Verfahren und unterschiedlichen Erfindungen.

Lassen Sie mich das abschließend sagen, ich habe es auch gestern Abend schon zum Ausdruck zu bringen versucht: Es ist beeindruckend, was Brasilien auch im Bereich der Umwelttechnologien tut. Wir sehen dort drüben einen LKW, der mit synthetischen Kraftstoffen betrieben wird. Auch das ist eine Antwort auf die Herausforderungen, vor denen wir stehen, gerade wenn es darum geht, unsere Umwelt wirklich zu schützen. Brasilien hat 60 Prozent der Fläche des Amazonasgebietes, des Waldes dort. Präsident Lula, wir respektieren in höchstem Maße, wie Sie mit diesem wertvollen Schatz der Menschheit umgehen, um mit dazu beizutragen, dass wir dieses große Problem gemeinsam in den Griff bekommen, nämlich den Klimawandel. Danke für Ihr großartiges Engagement! Danke auch noch einmal für Ihre Rolle als Gastgeber bei der COP30 in Belém, an der wir beide natürlich teilgenommen haben!

Wir freuen uns, dass Sie hier sind. Wir heißen Sie in Hannover herzlich willkommen. Ich sage es nicht nur Ihnen persönlich, sondern ich sage es dem ganzen Land: Herzlich willkommen Brasilien auf der Hannover Messe 2026!

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