eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

10/20/2026 | News release | Distributed by Public on 10/20/2026 01:19

Sicher, redundant, vernetzt: Wie moderne Rechenzentrumsinfrastruktur entsteht

Wie müssen Rechenzentrum, Netzanbindung und Energieversorgung zusammenspielen, damit digitale Infrastrukturen zuverlässig, sicher und zukunftsfähig funktionieren? Diese Frage steht auch bei der Data Center Roadshow am 26. November 2026 in Hannover im Mittelpunkt. Im Vorfeld spricht Christoph Seffner, Abteilungsleiter Data Center bei Avacon, über die Anforderungen moderner Rechenzentrumsstandorte, die Bedeutung redundanter Netzanbindungen und darüber, wie hybride IT-Landschaften und steigende Datenmengen die Infrastrukturplanung verändern.

Mit dem Data Center in Sehnde hat Avacon einen neuen Rechenzentrumsstandort in der Region Hannover eröffnet. Welche Anforderungen von Geschäftskunden standen bei der Konzeption im Mittelpunkt und welche Rolle spielt dabei die Vernetzung?

Bei der Konzeption des Avacon Data Centers in Sehnde standen die Anforderungen von Geschäftskunden an maximale Sicherheit, Datensouveränität und regulatorische Compliance im Fokus. Das Rechenzentrum bietet Unternehmen und Betreibern kritischer Infrastrukturen eine hochverfügbare IT-Umgebung mit Datenhaltung in Deutschland, klar geregelten Zugriffsrechten sowie der technischen Grundlage zur Erfüllung steigender Anforderungen aus NIS2, DORA und KRITIS. Wesentliche für den sicheren Betrieb ist auch die Energieversorgung. Durch die direkte Angren-zung an ein Umspannwerk ist der Standort optimal geeignet.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die leistungsfähige Vernetzung. Durch redundante Glasfaseranbindungen und die Netzkompetenz profitieren Kunden von hoher Verfügbarkeit, geringer Latenz und einer optimalen Anbindung an ihre Standorte sowie an die großen Internetknoten. Dadurch entsteht eine sichere, regionale und gleichzeitig leis-tungsstarke Infrastruktur für geschäftskritische Anwendungen.

Welche Vorteile ergeben sich, wenn Rechenzentrum und Glasfaseranbindung eng zusammengedacht werden und auf eine eigene Netzinfrastruktur zurückgegriffen werden kann?

Die enge Verzahnung von Rechenzentrum und Glasfaserinfrastruktur bietet Kunden erhebliche Vorteile bei Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit. Eine leistungsfähige Glasfaseranbindung ist die Grundvoraussetzung für geringe Latenzen, hohe Bandbreiten und eine zuverlässige Anbindung geschäftskritischer Anwendungen. Durch den Betrieb eines Transportnetzes auf eigener Infrastruktur in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt besteht die Möglichkeit, direkten Kundenanbindungen zu realisieren. Ergänzend können bestehende Netzkopplungen mit anderen Netzbetreibern genutzt werden, um Kunden außerhalb des eigenen Transportnetztes optimal anzubinden.

Je nach IT-Architektur unterscheiden sich auch die Anforderungen an die Vernetzung. Wann sind Layer 2- bezie-hungsweise Layer 3-Lösungen sinnvoll und welche Kriterien sollten Unternehmen bei der Entscheidung berücksichti-gen?

Ausgangspunkt ist die Anwendung des Kunden. Die Applikation bestimmt die Anbindungsvariante und ist gemeinsam mit dem Kunden zu erarbeiten. Während bei Rechenzentrumskopplungen hohe Bandbreiten auf Layer 2 die präferiere Wahl sind, kommt es beispielsweise bei Online-Shops oder anderen Web-Anwendungen eher auf eine leistungsstarke Layer 3-Lösung an. Beide Lösungen können von uns angeboten sowie kombiniert werden.

Für geschäftskritische Anwendungen sind Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit zentrale Faktoren. Wie muss die Netz-anbindung eines Rechenzentrums technisch aufgebaut sein, damit Redundanz auch im Störungsfall tatsächlich ge-währleistet ist?

Für geschäftskritische Anwendungen ist die Netzanbindung unseres Rechenzentrums innerhalb und außerhalb konsequent redundant ausgelegt. Im Avacon Data Center sind deshalb sowohl die Glasfaseranbindungen als auch die Stromversorgung mehrfach abgesichert. Entscheidend ist dabei, dass die Verbindungen über physisch getrennte Trassen geführt werden, sodass ein Ausfall durch Bauarbeiten, Kabelbeschädigungen oder technische Störungen nicht gleichzeitig alle Anbindungen betrifft. Ergänzt wird dies durch redundante aktive Netzkomponenten und die Anbindung an mehrere übergeordnete Netzstrukturen.

Cloud-Dienste, verteilte IT-Landschaften und steigende Datenmengen verändern die Anforderungen an Unterneh-mensnetze. Welche Entwicklungen beobachten Sie bei Ihren Geschäftskunden und was bedeutet das für die Vernet-zung von Unternehmensstandorten und Rechenzentren?

Wir beobachten bei vielen Unternehmen den Trend zu hybriden IT-Landschaften, bei denen eigene Systeme, Rechen-zentrumsleistungen und Cloud-Dienste eng miteinander verbunden werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Bandbreite, Verfügbarkeit und Datensicherheit durch datenintensive Anwendungen, KI, Digitalisierung und regulatorische Vorgaben. Dadurch wird eine leistungsfähige und hochverfügbare Vernetzung zwischen Unternehmensstandorten, Cloud-Plattformen und dem Rechenzentrum zunehmend zum geschäftskritischen Faktor. Damit einher geht auch ein erhöhter Energiebedarf. Sowohl Energie als auch Bandbreiten können optimal aufeinander abgestimmt und auf Basis des Kundenbedarf bereitgestellt werden.

eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. published this content on October 20, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on October 20, 2026 at 07:20 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]