10/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/20/2026 01:59
Berlin/Köln, 20. Oktober - Bei der Verkehrsministerkonferenz (VMK), die diesen Mittwoch, den 21.10.2026, in Hohenschwangau zusammenkommt, steht das autonome Fahren in Modellregionen auf der Tagesordnung. Die VMK hatte den Bund bereits im März gebeten, Finanzierungsmodelle auch für Betrieb und Leitstellen zu entwickeln und zur Herbstkonferenz den erwarteten Finanzbedarf zu beziffern. Der aktuelle Förderaufruf des Bundes stellt bis zu 14 Millionen Euro für Beschaffung und Umrüstung autonomer Fahrzeuge bereit. Aus Sicht von eco reicht das nicht aus: Ohne Finanzierung von Infrastruktur, Leitstellen, Aufsicht und digitalem Betrieb lassen sich Modellregionen nicht betreiben. eco erwartet, dass der Bund den Finanzbedarf jetzt vorlegt und gemeinsam mit den Ländern daraus eine verbindliche Finanzierungszusage ableitet, die auch im Bundeshaushalt verankert ist.
"Autonomes Fahren ist kein reines Fahrzeugthema, sondern ein Digitalthema", sagt Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des eco Verbands. "Ob es in Deutschland skaliert, entscheidet sich in Leitstellen, Software, Netzen und Daten. Der Bund hat sich im Koalitionsvertrag vorgenommen, Modellregionen mitzufinanzieren. Jetzt muss daraus eine verlässliche Finanzierung werden, die auch den digitalen Betrieb umfasst."
Ungeklärte Finanzierung und Zuständigkeiten drohen den Hochlauf in Deutschland zu bremsen, während Robotaxi-Dienste in den USA und China bereits kommerziell unterwegs sind. Fernüberwachung und Leitstellen setzen leistungsfähige, verlässliche Netze, Edge- und Cloud-Kapazitäten sowie sichere Datenschnittstellen voraus. Wie eco zuletzt vor der Kabinettklausur gefordert hat, braucht der Digitalstandort schnellere Genehmigungen und verlässlichere Rahmenbedingungen für Investitionen in digitale Infrastruktur. Das gilt auch für den Betrieb autonomer Mobilität.
"Betreiber und Investoren brauchen Planungssicherheit", so Süme weiter. "Wer beim autonomen Fahren nur über Fahrzeuge und Zulassung spricht, übersieht, wo sich der Standortwettbewerb entscheidet: im Betrieb der Flotten. Dafür braucht es bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen statt eines Flickenteppichs unterschiedlicher Länderregelungen."
Für eco wird sich der Erfolg der Verkehrsministerkonferenz daran messen lassen, ob konkrete Ergebnisse folgen. Dazu gehört eine verbindliche Finanzierungszusage, die nicht bei den Fahrzeugen endet, sondern auch Infrastruktur und digitalen Betrieb umfasst. Es braucht außerdem interoperable Modellregionen mit einheitlichen Mindestanforderungen an Fahrzeuge, technische Ausstattung, Betrieb sowie IT- und Datenstrukturen, wie sie die VMK selbst im März für erforderlich erklärt hat. Der digitale Betrieb muss als eigenständiges, wirtschaftlich zentrales Handlungsfeld neben Fahrzeugtechnik und Zulassung anerkannt werden.