06/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/02/2026 02:14
Am 13. August 2025 kam es während eines monatlichen Systemfunktionstests an einem Notstromdiesel im Kernkraftwerk Leibstadt zu einem Schaden an einem Abgasturbolader. Dies zog den Ersatz des gesamten Notstromdiesels nach sich. Die Inbetriebnahme des Ersatzdieselmotors wurde am 24. September abgeschlossen. Eine erneute Unverfügbarkeit ergab sich am 30. September aufgrund sicherheitsgerichteter weiterer Arbeiten durch den Motorenhersteller. Der Notstromdiesel war nach den Unterhaltsarbeiten ab dem 20. Oktober 2025 wieder verfügbar.
KKW Leibstadt / Analyse von Unverfügbarkeiten des Notstromdiesels einer Division im Kernkraftwerk Leibstadt
13. August bis 20. Oktober 2025
Das KKW Leibstadt befand sich im Volllastbetreib als am Mittwoch, 13. August 2025, vom Betriebspersonal der monatliche Systemfunktionstest für den Nachweis der Funktionstüchtigkeit eines der Notstromdiesel gestartet wurde. Nach rund einer Stunde ereignete sich an diesem ein Schaden mit Dampfentwicklung sowie einer Kühlwasser- und Öl-Leckage. Das KKW Leibstadt deklarierte den Notstromdiesel in der Folge als unverfügbar. Die spätere Analyse zeigte einen Schaden am Turboladergehäuse aufgrund eines Wälzlagerschadens. Das KKL tauschte das betroffene Notstromdieselaggregat aus. Beim anschliessenden Belastungstest wurde ein Riss am Gehäuse des Abgasturboladers erkannt. Daraufhin wurde der betroffene Abgasturbolader ersetzt. Der Notstromdiesel war nach dem erfolgreich durchgeführten 48-Stunden-Probelauf am 24. September wieder verfügbar. Im Rahmen der Ursachenanalyse ergaben sich keine Hinweise auf eine gemeinsame Ursache für die Schäden an den beiden Abgasturboladern.
Aufgrund zusätzlicher Arbeiten durch den Motorenhersteller, welche im Zusammenhang mit dem Austausch des Dieselmotors stehen, kam es vom 30. September bis 20. Oktober zu einer instandhaltungsbedingten Unverfügbarkeit des Notstromdiesels. In diesem Zusammenhang wurden vorsorglich die Zylinderköpfe des Notstromdiesels aufgrund der vorangegangenen unsachgemässen Montage von Einspritzdüsen gewechselt.
INES 0 (unterhalb der Skala)
Das KKW Leibstadt hatte sich nach dem Defekt vom 13. August in Abstimmung mit dem Hersteller entschieden, den betroffenen Notstromdiesel zu ersetzen und den beschädigten Dieselmotor zur Ursachenermittlung einer eingehenden Analyse zu unterziehen. Als weitere Massnahmen sah es die Anbringung einer Online-Schwingungs- und Lagerüberwachung an den Abgasturboladern der Notromdieselaggregate zur frühzeitigen Erkennung von sich anbahnenden Lagerschäden sowie die Einführung eines Lieferantenaudits zur Überprüfung der Prozesse zur Qualitätssicherung vor. Weiterhin wird das KKL Möglichkeiten zur Verbesserung der Überwachung und Protokollierung von externen Dienstleistungen prüfen, um die konsequente Umsetzung von Fehlervermeidungstechniken bei der Arbeitsausführung sicherzustellen.
Das ENSI fordert, dass ihm das Kernkraftwerk Leibstadt die abschliessende Ursachenanalyse für das Vorkommnis vom 13. August zusammen mit einer technischen Bewertung einreicht. Weiter fordert es, dass ihm das KKW Leibstadt sämtliche Erkenntnisse und Ergebnisse aus den Massnahmen, welche die Schnittstelle Mensch und Maschine betreffen, schriftlich einreicht. Dies betrifft sowohl das Vorkommnis vom 13. August als auch dasjenige vom 30. September.
Das ENSI kommt zum Ergebnis, dass die sicherheitstechnische und auch die radiologische Bedeutung der beiden Vorkommnisse gering sind. Die Unverfügbarkeiten des Notstromdiesels hatten keinen Einfluss auf den Leistungsbetrieb des KKW Leibstadt. Während dessen gab es zudem keine Anforderungen an die Sicherheitssysteme. Die Schutzziele waren jederzeit eingehalten.
Aus risikotechnischer Sicht führten die beiden Vorkommnisse aufgrund der Nichtverfügbarkeiten eines Notsystems zu einer rechnerischen Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für einen Kernschaden, die grösser als 1 zu 100 Millionen aber kleiner als 1 zu 1 Million war.
Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt
Das ENSI informiert die Öffentlichkeit in seinem jährlichen Aufsichtsbericht über sämtliche meldepflichtigen Vorkommnisse im Bereich der nuklearen Sicherheit. Zudem informiert das ENSI auf seiner Website laufend über Vorkommnisse, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:
Nach Abschluss der Jahreshauptrevision darf das Kernkraftwerk Leibstadt den Leistungsbetrieb wieder aufnehmen: Am 31. Mai 2026 erteilte das ENSI die Freigabe zum Wiederanfahren. Der Brennelementwechsel und weitere Revisionsarbeiten wurden vorschriftsgemäss durchgeführt.
Am 19. Mai 2026 erteilte das ENSI dem KKW Beznau die Freigabe zum Wiederanfahren des Blocks 1. Das ENSI hat die Revisionsarbeiten begleitet und überwacht. Sie erfolgten vorschriftsgemäss und die Strahlenschutzvorschriften wurden eingehalten.
Am 18. September 2025 kam es zu einer Reaktorschnellabschaltung im Block 1 des KKW Beznau. Auslöser war der Bruch eines Isolators an einer 220-kV-Hochspannungsleitung. Nachdem die Ursache eindeutig auf einen Erdschluss in der Hochspannungsleitung zurückgeführt werden konnte, wurde am darauffolgenden Tag mit dem Wiederanfahren des KKW Beznau 1 begonnen.
Durch das Öffnen eines 50-kV-Schalters im Unterwerk Beznau fiel am 16. Oktober 2025 die Fremdnetz-Einspeisung in Block 1 aus. In der Folge startete das Notstanddieselaggregat, welches die Spannungsversorgung übernahm. Die Ursache für den Ausfall der externen Stromversorgung war eine Fehlmanipulation.
Nach einem zehnmonatigen Stillstand hat das ENSI dem KKW Gösgen am 23. März 2026 die Erlaubnis zum Wiederanfahren erteilt. Das ENSI hat sowohl die durchgeführten Revisionsarbeiten als auch die Nachrüstungen im Speisewassersystem geprüft und akzeptiert.
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat am 23. März 2026 dem Kernkraftwerk (KKW) Gösgen die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt. Das ENSI hat die erforderlichen Nachweise des KKW Gösgen erhalten, geprüft und gutgeheissen. Im Interview kommt Ralph Schulz, Mitglied der Geschäftsleitung des ENSI und verantwortlich für den Bereich Sicherheitsanalysen, auf die letzten Monate zurück und erläutert den…
Das PSI hat nachvollziehbar dargelegt, dass beim ergänzenden Stilllegungsprojekt der Kernanlage Diorit die grundlegenden Schutzziele der nuklearen Sicherheit und Sicherung eingehalten werden können. Zu diesem Schluss kommt das ENSI in seinem Gutachten.
Am Dienstag, 3. März 2026 üben Einsatzkräfte des Bundes, der Armee und des Kernkraftwerks Beznau (AG) den Transport von Notfallmaterial. Dabei werden verschiedene Lasten vom Lager Reitnau (AG) zum Kernkraftwerk transportiert und an unterschiedlichen Absetzpunkten auf dem KKW-Gelände platziert. Die Lärmbelastung für die Bevölkerung wird möglichst gering gehalten.
Am 31. Juli 2025 kam es im Block 1 des KKW Beznau während eines Funktionstests zum Ausfall einer Hilfsspeisewasserpumpe. Eine Fehlauslösung im Bereich der elektrischen Versorgung der zugehörigen Schmierölpumpe hatte eine Störung verursacht. Eine eindeutige Ursache dafür konnte nicht ermittelt werden. In der Folge hatte das KKW Beznau mögliche Fehlerquellen analysiert und elektrische Komponenten präventiv…