03/04/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/04/2026 03:54
Seit vielen Jahren gibt es den Wunsch nach würdevollen, geschützten Orten für die Bestattung von fehl- und totgeborenen Kindern. Bochum hat bereits 2004 mit dem "Lichtgarten" ein solches Angebot geschaffen und gehört damit zu den frühen Kommunen, die den besonderen Bedürfnissen verwaister Eltern Rechnung tragen. Diese Fläche für Sternenkinder wird nun erweitert. Die Stadt Bochum will mit der Erweiterung ein Zeichen für Mitgefühl, Unterstützung und gesellschaftliche Verantwortung setzen.
"Es schmerzt, sich den Verlust und die Trauer von Sternenkind-Eltern vorzustellen. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind und dass ihre Trauer und das Gedenken an ihre Kinder einen Platz mitten in unserer Stadt haben", sagte Oberbürgermeister Jörg Lukat am Dienstag, 3. März, bei der Segnung und offiziellen Eröffnung der rund 500 Quadratmeter großen Fläche. "Was wir tun können, ist dieser Trauer und diesem Gedenken einen würdevollen Ort zur Verfügung zu stellen."
Die neue Fläche auf dem Hauptfriedhof bietet Platz für rund 100 Grabstellen. Sie ist ruhig gestaltet: Staudengewächse und Steinskulpturen schaffen ein würdiges, bewusst zurückhaltendes Bild. Die Bochumer Geburtskliniken unterstützen das Projekt und haben unter anderem die Kosten für die Aufstellung der Skulpturen übernommen.
Den betroffenen Eltern entstehen keine Kosten. Die Bestattungen werden organisiert von einem Zusammenschluss von Bestattungsunternehmen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Kirchen und Krankenhäuser sowie weiteren ehrenamtlich Engagierten: unter anderem der runde Tisch Sternenkinderbestattungen, Trauerbegleiterinnen, die evangelische und katholische Kirche, das katholische Klinikum sowie das Augusta-Krankenhaus.
Die Seelsorger Bernhard Zielonka (Elisabeth-Hospital) und Martina Haeseler (Augusta-Kranken-Anstalt) würdigten während der Segnung ihr Engagement: "Dieser Ort zeigt die Anteilnahme vieler Menschen. Das Sternenkinder-Feld ist ein Ort, der mit Kreativität und Hingabe gestaltet wurde." Oberbürgermeister Jörg Lukat ergänzte: "Sie haben einen Ort geschaffen, der für die Betroffenen von unermesslichem Wert ist."
Steinmetz Timothy Vincent hat zwei Skulpturen geschaffen: "Die erste Skulptur zeigt die Wunde. Die zweite zeigt, dass Wunden Spuren tragen, die nicht nur Schmerz bedeuten, sondern auch Beziehung bewahren. Was bestehen bleibt, ist stärker als der Schmerz: Die Liebe und das Leben."
Die Stadt Bochum stellt sowohl das Gräberfeld als auch die Trauerhalle kostenfrei zur Verfügung, die Pflege erfolgt durch den Technischen Betrieb der Stadt in Abstimmung mit der Friedhofsgärtnergenossenschaft. Die Baukosten der neuen Fläche betragen rund 50.000 Euro.
(4. März 2026)