11/03/2026 | Press release | Distributed by Public on 11/03/2026 06:20
Berlin, 2. November 2026 - eco - Verband der Internetwirtschaft e. V. bewertet die Ergebnisse der KI-Taskforce der Bundesregierung, die heute beim Digitalgipfel 2026 vorgestellt wurden, als wichtigen Schritt, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Künstlicher Intelligenz zu stärken. Positiv sind insbesondere die Schwerpunkte auf industrielle KI, den Ausbau eigener technologischer Fähigkeiten und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Entscheidend ist aus Sicht von eco nun, dass die angekündigten Maßnahmen mit einer innovationsfreundlichen Regulierung und besseren Investitionsbedingungen einhergehen.
"Die Taskforce setzt bei den richtigen Themen an. Deutschland hat gerade bei industrieller KI große Potenziale. Schon jetzt werden mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz durch KI gemacht. Damit diese Wertschöpfung weiter steigt und neue Geschäftsmodelle entstehen, brauchen Unternehmen aber nicht nur Zugang zu leistungsfähigen Technologien, sondern auch Rechtssicherheit, weniger Bürokratie und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Die Bundesregierung muss jetzt dafür sorgen, dass aus ihren Ambitionen auch Investitionen werden", erklärt Alexander Rabe, Geschäftsführer von eco.
Rechenzentren: Ausbauziele stehen, zentrale Hürden bleiben
Besonders ambitioniert sind die Ziele für die digitale Infrastruktur: Bis 2030 soll die KI-Rechenzentrumskapazität in Deutschland gegenüber 2025 um 300 Prozent wachsen. Die Dauer von der Antragstellung bis zur Inbetriebnahme eines Rechenzentrums soll auf höchstens zweieinhalb Jahre sinken. Zudem ist mindestens eine europäische KI-Gigafactory in Deutschland vorgesehen.
Allerdings hatte die Bundesregierung die Vervierfachung der KI-Rechenkapazitäten bereits in ihrer im März beschlossenen Rechenzentrumsstrategie angekündigt. Die entscheidenden Hürden für die Umsetzung bestehen weiterhin.
So kritisiert die unter dem Dach von eco gegründete Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen die geplante Novelle des Energieeffizienzgesetzes. Trotz einzelner Verbesserungen hält der Gesetzentwurf an einem starren Betriebswert für die Energieverbrauchseffektivität (PUE) von 1,2 für neue Rechenzentren fest. Dieser berücksichtigt die schrittweise Auslastung neuer Anlagen nur unzureichend und kann selbst effizient geplante Rechenzentren in ihrer Anlaufphase benachteiligen. Auch die Vorgaben zur Abwärmenutzung müssen stärker an die tatsächliche Verfügbarkeit von Wärmenetzen und Abnehmern vor Ort angepasst werden.
Ein weiterer Engpass bleibt der Stromnetzanschluss. Zwar sieht das Netzanschlusspaket transparentere Vergabeverfahren vor. Die geplante Möglichkeit, bereits zugesagte Anschlussleistung bei geringer Auslastung später wieder zu reduzieren, gefährdet jedoch die langfristige Planung von Rechenzentren, die ihre Kapazitäten schrittweise aufbauen. Hinzu kommen international hohe Strompreise, fehlende verbindliche Anschlusszusagen und langwierige Genehmigungsverfahren.
"Die Bundesregierung will die KI-Rechenkapazitäten vervierfachen. Das ist ein sehr guter Ansatz, aber wer digitale Souveränität ernst nimmt, muss beim Energieeffizienzgesetz praxisgerechte Vorgaben schaffen, beim Netzanschlusspaket verlässliche Anschlüsse ermöglichen und für wettbewerbsfähige Strompreise sorgen. Sonst werden die KI-Rechenzentren, die Europa dringend braucht, nicht in Deutschland gebaut", warnt Rabe.
Aus Sicht von eco muss die Bundesregierung deshalb die laufenden Gesetzgebungsverfahren konsequent an ihren eigenen Ausbauzielen ausrichten. Mit der Rechenzentrumsstrategie und den Ergebnissen der KI-Taskforce liegen die politischen Zielsetzungen vor. Jetzt kommt es darauf an, die konkreten Investitionshemmnisse zu beseitigen und die Potentiale, die Deutschland hat zu nutzen und zu fördern.
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eco/Iw - Studie: "Der Deutschland Case: Wie KI das industrielle Geschäftsmodell erneuert"