03/31/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/01/2026 06:25
Meldungsdatum: 31.03.2026
Die Innenstadtoffensive startete im Februar 2024 als Teil des Sofortprogramms 11+1 der Hessischen Landesregierung. Ziel ist es, die Sicherheit in den hessischen Innenstädten durch konkrete polizeiliche Maßnahmen zu erhöhen und zugleich das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Hanau ist von Beginn an Teil des Programms. Innenminister Roman Poseck verschaffte sich heute einen persönlichen Eindruck von den ergriffenen Maßnahmen vor Ort.
Der Minister tauschte sich zunächst mit den Beamtinnen und Beamtin vor Ort aus und besuchte im Anschluss gemeinsam mit Hanaus Ordnungsdezernentin Isabelle Hemsley die Innenstadt.
Deutlicher Rückgang der Straßenkriminalität
Innenminister Roman Poseck erklärte vor Ort: "Innenstädte sind das Herzstück unserer Gesellschaft. Hier kommen Menschen aller Generationen zusammen. Sie gehen shoppen, treffen sich zum Kaffee oder gehen ihrer Arbeit nach. Gerade an diesen pulsierenden Orten müssen die Menschen sicher sein und sich auch sicher fühlen. Mit unserer Innenstadtoffensive haben wir insbesondere die Polizeipräsenz erhöht und Kontrollen verstärkt. Allein im vergangenen Jahr gab es 81 gezielte Kontrollmaßnahmen, über 2.100 kontrollierte Personen, 42 Festnahmen und 27 vollstreckte Haftbefehle. Das ist konsequentes Handeln unserer Polizei vor Ort. Die Maßnahmen zeigen Wirkung: In Hanau ist die Straßenkriminalität von 2024 auf 2025 um 5,3 Prozent gesunken. Besonders deutlich zeigen sich die Rückgänge bei Delikten, die den Alltag der Menschen unmittelbar betreffen: Taschendiebstähle sanken um 24,7 Prozent, Straßenraub um 39,1 Prozent und gefährliche Körperverletzungen um 38,9 Prozent. Diese Entwicklung ist ein deutliches Signal für die Sicherheit unserer Bürger und stärkt das subjektive Sicherheitsgefühl nachhaltig.
Dazu tragen auch weitere Maßnahmen, wie die Einführung einer Waffenverbotszone und Videoschutzanlagen bei. Ich begrüße ausdrücklich, dass im August letzten Jahres eine Waffenverbotszone eingerichtet wurde. Dadurch konnten 16 Verstöße im Jahr 2025 festgestellt werden. Die Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum ist in Hanau von 2024 auf 2025 um 22 Prozent auf 7 Fälle gesunken.
In Hanau gibt es zwei Videoschutzanlagen mit insgesamt 28 Kameras. Im Jahr 2025 wurden aufgrund der Videoschutzanlagen im Stadtgebiet 42 Fälle erfasst, in denen bei oder nach der Auswertung der Aufnahmen strafrechtlich relevante Sachverhalte festgestellt wurden bzw. die Aufzeichnungen einen wesentlichen Beitrag zur Klärung der Tat oder zur Täteridentifizierung geleistet haben, darunter 25 Körperverletzungsdelikte und 7 Diebstähle. Daneben konnte mithilfe der Anlage unter anderem ein im Juni 2025 stattgefundener schwerer Landfriedensbruch auf dem Freiheitsplatz beweisgesichert dokumentiert und auch anhand der Aufzeichnungen letztlich insgesamt fünf Tatverdächtige ermittelt werden. Ein am 9. März 2026 in einem Linienbus am Freiheitsplatz erfolgtes versuchtes Tötungsdelikt mittels Messer konnte ebenfalls von der Videoschutzanlage aufgezeichnet werden.
Die Beamten haben mir berichtet, dass Videoschutzanlagen einen enormen Gewinn bei der Kriminalitätsbekämpfung bringen. Zugleich wirken Kameras abschreckend und haben damit eine hohe präventive Wirkung.
Langjährige Kooperation: Das "Hanauer Modell" und KOMPASS
Hanau setzt neben der Innenstadtoffensive auch weitere Maßnahmen für ein Mehr an Sicherheit ein. Dazu gehört die Teilnahme an KOMPASS. Die Stadt Hanau war neben der Stadt Maintal und zwei weiteren Kommunen eine der vier hessenweiten Pilotkommunen im KOMPASS-Programm. Seit dem November 2017 ist Hanau KOMPASS-Kommune. Im Fokus steht hierbei die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Stadtpolizei Hanau, die als sehr konstruktiv und wertschätzend eingeschätzt wurde. Im Rahmen des sog. "Hanauer Modells" - eine Sicherheitskooperation, bei der Maßnahmen gemeinsam geplant, umgesetzt und kontinuierlich angepasst werden - arbeiten Polizei und Stadt Hanau seit über 25 Jahren eng und strukturiert zusammen.
Zu dem Erfolg trägt auch das neue Polizeirevier Hanau bei, in dem Aufgaben gebündelt und effektiver umgesetzt werden. So konnten gewalttätige Auseinandersetzungen im Bereich des Freiheitsplatzes durch ein angepasstes Einsatzkonzept erfolgreich eingedämmt werden. Polizei, spezialisierte Einheiten und die Stadtpolizei Hanau arbeiten dabei eng zusammen.
Mein besonderer Dank gilt den Polizeibeamten sowie allen Beteiligten, die sich vor Ort für ein Mehr an Sicherheit einsetzen. Die positive Entwicklung in Hanau zeigt insgesamt deutlich, dass die Innenstadtoffensive wirkt. Sichtbare Präsenz, konsequentes Handeln und eine enge Zusammenarbeit aller Akteure führen zu einer spürbaren Reduzierung der Straßenkriminalität. Hessen wird diesen Weg auch in Zukunft konsequent weitergehen."
Südosthessens Polizeivizepräsidentin Anja Wetz resümiert: "Durch die Innenstadtoffensive und den Zugewinn von zwei Streifenwagenbesatzungen beim Polizeirevier Hanau im vergangenen Jahr können wir noch schneller und flexibler agieren. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Hanau ist wichtig und läuft sehr gut. Die einhergehende Präsenz steigert zudem unsere Effizienz und stärkt das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger."
Waffenverbotszonen und Bodycams
"Die positiven Entwicklungen zeigen, dass wir mit unserem konsequenten Vorgehen in Hanau auf dem richtigen Weg sind. Die Kombination aus verstärkter Präsenz, moderner Technik und klaren ordnungspolitischen Maßnahmen zahlt sich aus. Mit der Waffenverbotszone haben wir ein wichtiges Instrument geschaffen, um potenziell gefährliche Situationen frühzeitig zu unterbinden. Gleichzeitig sind die Bodycams der Stadtpolizei ein weiterer Baustein, um Einsatzkräfte zu schützen, deeskalierend zu wirken und Vorfälle rechtssicher zu dokumentieren. Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen, dass die Menschen in unserer Innenstadt nicht nur sicher sind, sondern sich auch sicher fühlen", betont auch Hanaus Stadträtin und Ordnungsdezernentin Isabelle Hemsley.
Pressekontakt: E-Mail: [email protected]
Der Hessische Innenminister Roman Poseck (Dritter von rechts) tauschte sich in Hanau mit (v.l.) Andreas Thiem, Leiter der Polizeistation Hanau, Stadträtin und Ordnungsdezernentin Isabelle Hemsley, Martin Nickl, Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig, André Müller, stellvertretende Abteilungsleitung Stadtpolizei Hanau, Südosthessens Polizeivizepräsidentin Anja Wetz und dem Hanauer Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert aus.
Bei dem Termin wurde auch die Hanauer Innenstadt besucht.