03/11/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/11/2026 03:16
Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport, und Dr. Barbara Slowik Meisel, Polizeipräsidentin von Berlin, haben heute die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) und die Entwicklung der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr 2025 vorgestellt.
Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport: "Im Jahr 2025 wurden in Berlin weniger Straftaten als im Vorjahr begangen. Mit unserer Berliner Strategie gegen Messerkriminalität haben wir deutliche Erfolge erzielt. Der Rückgang von Messerangriffen betrug beispielsweise im Bereich der drei eingerichteten Waffen- und Messerverbotszonen zwischen 25 und 45 Prozent. Gleichzeitig werden wir uns auf diesen Zahlen nicht ausruhen: Sicherheit in einer wachsenden Metropole wie Berlin bleibt eine Daueraufgabe. Unser Anspruch ist klar: Alle Menschen in dieser Stadt sollen sich im Alltag, in ihren Kiezen und im öffentlichen Raum sicher fühlen."
Für das Jahr 2025 wurden in Berlin 502.743 Straftaten in der PKS erfasst. Das sind 36.306 Fälle weniger als im Vorjahr und bedeutet einen Rückgang um 6,7 %. Die Aufklärungsquote (AQ) lag bei 44,9 %. Damit liegt die Gesamtzahl der Straftaten - mit Ausnahme des pandemiegeprägten Jahres 2021 - auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren.
Bei den Rohheitsdelikten, zu denen unter anderem Raub und Körperverletzungen gehören, ging die Zahl leicht zurück: von 81.460 auf 80.541 Fälle (-919).
Ein deutlicher Anstieg ist bei Mord und Totschlag zu verzeichnen. Die Fallzahl stieg um
41 % auf 165 Fälle (+48). Unter den erfassten Fällen waren 79 Taten, die einer Mordserie zugerechnet werden, bei der ein Palliativmediziner im Verdacht steht, schwerkranke Patientinnen und Patienten getötet zu haben.
Im Jahr 2025 wurden 8.652 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert. Das sind 1.177 Fälle mehr als im Vorjahr (+15,7 %). Besonders deutlich stieg die Zahl der Fälle im Zusammenhang mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten. Beim Umgang mit kinderpornografischen Inhalten wurden 1.954 Fälle erfasst (+53,6 %), in 637 Fällen wurde der Umgang mit jugendpornografischen Inhalten erfasst (+86,8 %). Der Anstieg steht auch im Zusammenhang mit internationalen Meldungen, etwa durch das "National Center for Missing and Exploited Children" (NCMEC), die von den Ermittlungsbehörden bearbeitet werden.
Die Zahl der Opfer von Delikten in Partnerschaft und Familie stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,9 % auf 20.160. 14.210 Opfer waren weiblich (70,5 %). Die steigenden Zahlen sind auch Ausdruck einer höheren Anzeigebereitschaft und einer stärkeren öffentlichen Sensibilisierung für häusliche Gewalt.
Ein zentraler Schritt zum Schutz der Betroffenen wurde mit der Novellierung des Berliner Polizeigesetzes (ASOG) umgesetzt, die am 24. Dezember 2025 in Kraft trat. Dazu gehört auch die Einführung der "elektronischen Fußfessel" für Gefährder. Die Überwachung gefährlicher Personen soll dazu beitragen, schwere Straftaten - insbesondere Tötungs- und Sexualdelikte - sowie Verstöße gegen Schutzanordnungen zu verhindern. Zudem werden Maßnahmen des Landesaktionsplans zur Umsetzung der Istanbul-Konvention fortgeführt, um Betroffene besser zu schützen und zu stärken.
Bei den Angriffen auf Einsatzkräfte zeigen sich gegenläufige Entwicklungen. 9.819 Polizistinnen und Polizisten wurden 2025 im Dienst Opfer einer Gewalttat. Das sind 765 weniger als im Vorjahr (-7,2 %). 1.857 Polizeikräfte wurden dabei körperlich verletzt.
Auch die Zahl der von Gewalt betroffenen Feuerwehr- und Rettungskräfte ging um 53 auf 273 (-16,3 %) zurück. 86 von ihnen wurden leicht verletzt.
Die Schusswaffenkriminalität - also Straftaten, bei denen mit einer Schusswaffe gedroht oder geschossen wurde - stieg 2025 deutlich auf 1.119 Fälle (+68 %). In 604 Fällen wurde mit einer Schusswaffe gedroht (2024: 303). In 515 Fällen wurde geschossen (2024: 363).
Neben einer tatsächlichen Zunahme dürfte auch die seit 2025 verpflichtende, genauere Erfassung der Waffenverwendung im Polizeilichen Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung (POLIKS) zum Anstieg beigetragen haben. Die Ermittlungen im Rahmen der Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität werden seit der Einrichtung im November 2025 in der zentralen Ermittlungseinheit "Ferrum" unter Beteiligung der Landespolizeidirektion intensiv geführt und entsprechende Maßnahmen getroffen.
Im Jahr 2025 wurden 3.599 Fälle im Phänomenbereich "Messerangriff" registriert. Das sind 187 Fälle beziehungsweise 5,5 % mehr als im Vorjahr. Auch hier dürfte die seit 2025 verpflichtende differenziertere Erfassung eine Rolle spielen. In knapp der Hälfte der Fälle (1.779) wurde mit einem Messer gedroht. 48,9 % der Taten (1.759) ereigneten sich im öffentlichen Raum. Es wurden 1.906 Tatverdächtige ermittelt, davon 86,1 % männlich und 56,4 % mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit.
Im Rahmen der "Berliner Strategie gegen Messerkriminalität", die die Senatsverwaltung für Inneres und Sport gemeinsam mit der Polizei Berlin 2024 entwickelt hat, wurden im Februar 2025 drei Waffen- und Messerverbotszonen eingerichtet. In allen drei Verbotszonen (Görlitzer Park, Kottbusser Tor, Leopoldplatz) sind seit der Einführung deutliche Rückgänge bei Messerangriffen zu verzeichnen. Die Fallzahlen sanken um rund 25 bis 45 Prozent. Zudem wurde am 17. Juli 2025 das Mitführen von Waffen und Messern im öffentlichen Personen- und Nahverkehr berlinweit verboten. Ein weiterer Baustein ist die Prüfung, ob verurteilten Messerstraftätern wegen charakterlicher Zweifel die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Seit Einführung dieser Maßnahme wurden vier Personen die Fahrerlaubnis entzogen, neun weitere mussten sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen. Im Dezember 2025 erhielten fünf Personen im Rahmen eines Pilotverfahrens individuelle Messertrageverbote. Ihnen ist es untersagt, Messer oder andere gefährliche Gegenstände zu führen - auch solche, die nicht unter das Waffengesetz fallen. In weiteren 26 Fällen wird ein solches persönliches Trageverbot geprüft oder wurde bereits verfügt.
Das Gesamtfallaufkommen der politisch motivierten Kriminalität stieg 2025 leicht. Nach 8.361 Fällen im Jahr 2024 wurden 8.645 Fälle registriert (+3,4 %). Die Zahl politisch motivierter Gewaltdelikte sank hingegen von 976 auf 902 Fälle (-7,6 %).
Bei antisemitischen Straftaten gab es erneut einen Anstieg. 2025 wurden 2.268 Fälle registriert. Dies bedeutet eine Zunahme von 443 Fällen beziehungsweise 24,3 %. 1.485 Fälle entfielen auf den Phänomenbereich "ausländische Ideologie", 446 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ist vor allem auf eine konsequentere Anzeigenaufnahme zurückzuführen, sowohl bei Protesten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt als auch im Alltag und im digitalen Raum.
Das Fallaufkommen der politisch motivierten Kriminalität -rechts- stieg von 2.803 auf 3.021 Fälle (+7,8 %). Auch bei den Gewaltdelikten in diesem Phänomenbereich nahm die Zahl zu: von 90 auf 133 Fälle. Besonders deutlich ist der Anstieg bei Körperverletzungen (von 77 auf 116 Fälle). Eine Ursache ist das Auftreten verschiedener Gruppen sogenannter aktionsorientierter Jugendlicher. Nachdem Sicherheitsbehörden entsprechende Aktivitäten 2024 zunächst im virtuellen Raum beobachtet hatten, verlagerten sich diese zunehmend in den öffentlichen Raum. Dazu gehörten unter anderem Angriffe auf CSD-Veranstaltungen sowie Gegenproteste bei linken Versammlungen. Teilweise kam es auch zu gezielten gewalttätigen Angriffen auf Einzelpersonen.
Im Jahr 2025 stieg auch das Fallaufkommen der politisch motivierten Kriminalität -links- von 696 auf 960 Fälle (+37,9 %). Auch in diesem Phänomenbereich ist eine erhebliche Steigerung bei den Gewaltdelikten zu verzeichnen. 2025 kam es hier zu 237 Fällen, dies sind 100 mehr als im Vorjahr. Hervorzuheben sind hier die Steigerungen im Bereich der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner. Hier hat sich die Anzahl der Gewaltdelikte mehr als verdoppelt. Von 37 Fällen im Jahr 2024 auf 85 Fälle im Jahr 2025.
Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport: "Der deutliche Anstieg bei der Schusswaffenkriminalität ist für mich ein klares Warnsignal. Für illegalen Waffenbesitz und bewaffnete Auseinandersetzungen gilt in Berlin: Null Toleranz. Wenn Konflikte mit Schusswaffen ausgetragen werden, ist eine rote Linie überschritten. Deshalb gehen wir konsequent dagegen vor - mit intensiven Ermittlungen und Initiativen auf Bundesebene zur Bekämpfung des illegalen Waffenhandels. Mein Dank gilt der Polizei Berlin, die mit großem Engagement für den Schutz der Berlinerinnen und Berliner sowie unserer Gäste arbeiten."
Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik Meisel: "Die Straftaten sind in Berlin im Jahr 2025 zurückgegangen. Besonders deutliche Rückgänge verzeichnen wir im Bereich des Diebstahls. Hier greifen unsere Maßnahmen - sowohl in der Prävention als auch in der Strafverfolgung. In anderen Bereichen, wie insbesondere dem Wohnraumeinbruch, aber auch der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte gilt es, die Zahlen noch deutlich zu senken. Daran arbeiten wir mit großem Engagement. Immer deutlicher wird dabei: Nahezu alle Phänomene sind grenzüberschreitend. Daher kooperieren wir mit anderen Sicherheitsbehörden zunehmend international. Mit Erfolg."
Unter folgendem Link ist der Kurzbericht der Polizeilichen Kriminalstatistik Berlin 2025 und der Kurzüberblick der Statistik über Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 2025 abrufbar: https://www.berlin.de/polizei/verschiedenes/polizeiliche-kriminalstatistik/