WHO - World Health Organization Regional Office for Europe

04/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/20/2026 11:18

Neuer Bericht von WHO/Europa liefert erstmals Momentaufnahme der KI im Gesundheitswesen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union

WHO/Europa hat einen neuen Bericht veröffentlicht, in dem der sich rasch entwickelnde Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in den Gesundheitssystemen der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union bewertet wird. Der Bericht ist die erste umfassende Untersuchung dieser Art und verdeutlicht eine starke und anhaltende Dynamik in den EU-Mitgliedstaaten, bei der alle 27 Länder eine verbesserte Patientenversorgung als treibende Kraft für die KI-Entwicklung anerkennen und die Mehrheit von ihnen bereits KI-Tools im klinischen Umfeld einsetzt.

Der Bericht, der im Rahmen einer mehrjährigen Finanzierungsvereinbarung mit der Europäischen Kommission erstellt wurde, baut auf einem Ende 2025 veröffentlichten Bericht von WHO/Europa auf, indem er speziell auf die 27 EU-Mitgliedstaaten eingeht.

Anhand von Daten, die zwischen Juni 2024 und März 2025 erhoben wurden, zeigt der Bericht eine Landschaft, in der Gesundheitssysteme in der gesamten Europäischen Region aktiv die Grundlagen dafür schaffen, dass diese Technologien sicher, chancengerecht und verantwortungsbewusst genutzt werden können.

Fast drei Viertel der EU-Länder setzen bereits KI-gestützte Diagnostik ein, insbesondere Tools, die die medizinische Bildgebung, die Krankheitserkennung und die klinische Entscheidungsfindung unterstützen.

Fast die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten hat bereits spezielle Berufsbilder für KI und Datenwissenschaft im Gesundheitswesen geschaffen, und mehrere Länder haben Pläne zur Einführung oder Ausweitung von KI-Ausbildungsprogrammen in naher Zukunft angekündigt. Die Ergebnisse weisen auch auf klare Prioritäten für weitere Investitionen hin, während sich die Einführung von KI in der gesamten Region beschleunigt.

Während 74 % der EU-Länder angaben, KI in der Diagnostik einzusetzen, und 63 % Chatbots zur Förderung der Patientenbeteiligung verwenden, will die Europäische Region nun vor allem sicherstellen, dass die Ausbildung der Arbeitskräfte mit der Entwicklung Schritt hält, indem die Länder zunehmend KI-Kompetenz sowohl in die vorberufliche Ausbildung als auch in die kontinuierliche berufliche Weiterbildung integrieren. Dieser Schwerpunkt auf Fähigkeiten und Bereitschaft spiegelt ein breiteres Engagement in allen EU-Mitgliedstaaten wider, das sicherstellen soll, dass die zügige Einführung von KI im klinischen Bereich zu besseren Ergebnissen für die Patienten führt. Dabei müssen die Angehörigen der Gesundheitsberufe in der Lage sein, sich kritisch mit diesen Technologien auseinanderzusetzen, eine hohe Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten und die Rechenschaftslegung bei KI-gestützten Entscheidungen zu wahren.

Qualifizierung der Arbeitskräfte und öffentliches Engagement

Mit der zunehmenden Integration von KI in den klinischen Alltag wird es für die Aufrechterhaltung einer hochwertigen Patientenversorgung immer wichtiger, dass das medizinische Fachpersonal über die Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, um sicher und effektiv mit diesen Technologien zu arbeiten. Gleichzeitig tragen die Ärzte weiterhin die rechtliche und ethische Verantwortung für Entscheidungen, die sich auf Technologien stützen, die sie möglicherweise nicht vollständig verstehen.

Vier Fünftel der EU-Mitgliedstaaten (81 %) beziehen bereits aktiv die maßgeblichen Interessengruppen in die Gestaltung der KI-Regulierung im Gesundheitsbereich ein und liegen damit über dem Durchschnitt für die gesamte Europäische Region der WHO. Um auf diesen Fortschritten aufzubauen, wirbt der Bericht für einen umfassenderen Dialog mit den Patienten und der Öffentlichkeit, um das Vertrauen zu stärken und sicherzustellen, dass die KI-Tools den Bedürfnissen der Menschen, denen sie dienen, gerecht werden. In dem Bericht wird hervorgehoben, dass Systeme, die unter sinnvoller Beteiligung der Öffentlichkeit entwickelt werden, besser in der Lage sind, dauerhaft Vertrauen zu schaffen, für ausgewogene Ergebnisse zu sorgen und das Versprechen der KI für alle Patienten in der EU einzulösen.

Systeme, die ohne eine sinnvolle Beteiligung der Öffentlichkeit entwickelt werden, so warnt der Bericht, könnten ungeachtet ihrer technischen Ausgereiftheit auf Widerstand oder Ablehnung stoßen und die bestehenden gesundheitlichen Ungleichheiten eher verschärfen als verringern.

Die Ergebnisse kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da die EU im Begriff ist, den weltweit ersten umfassenden Rechtsrahmen zur Regulierung von KI einzuführen. WHO/Europa ermutigt die Regierungen, auf diesem Fundament aufzubauen, indem sie drei Schlüsselbereichen Priorität einräumen:
  • Stärkung der Bereitschaft des Gesundheitspersonals durch Aus- und Weiterbildung in den Bereichen KI-Grundlagen, Ethik und Datenverwaltung;
  • Gewährleistung eines inklusiven und transparenten Engagements durch Einbeziehung von Gesundheitsberufen, Patienten und Öffentlichkeit in die Entwicklung von KI-Konzepten; und
  • Einrichtung von Kompetenzzentren zur Erprobung von Technologien, zum Austausch bewährter Verfahren und zur Entwicklung gemeinsamer Standards für eine sichere und chancengerechte Umsetzung.
Da KI eine immer zentralere Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen wird, unterstreicht der Bericht die Notwendigkeit, Innovation mit Sicherheitsmaßnahmen, Fähigkeiten und öffentlichem Vertrauen zu vereinen, damit neue Technologien die Patientenversorgung sowie Gesundheit und Wohlbefinden der Allgemeinheit verbessern.


WHO - World Health Organization Regional Office for Europe published this content on April 20, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on April 20, 2026 at 17:18 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]