04/01/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/01/2026 01:02
1. April 2026
Woher kommen afrikanische Objekte in hiesigen Sammlungen und welche Geschichten erzählen sie? Am Mittwoch, 8. April 2026, öffnen die Ethnologin Anja Soldat und die Sammlungskuratorin Christine Süry für eine Führung die Tür ins Museumsdepot des Historischen Museums Thurgau in Frauenfeld. Im Zentrum stehen Herkunft, Bedeutung und Kontext ausgewählter Objekte aus Ländern des afrikanischen Kontinents.
Im 19. und 20. Jahrhundert reisten Thurgauerinnen und Thurgauer als Geschäftsleute, Lehrpersonen oder in der Freizeit in Länder des afrikanischen Kontinents. Von dort brachten sie teils einzigartige Schnitzereien und in ihren Augen geheimnisvolle Gegenstände mit. Damals gehörte es zum guten Ton, die mitgebrachten Sammlungsgüter einem Museum zu überlassen. Inventare und Briefe geben heute Auskunft über Herkunft und Gebrauch - doch oft bleiben Lücken.
Am runden Tisch werden im Depot des Historischen Museums Thurgau ausgewählte Stücke vorgestellt. Etwa Eisengeld aus Gabun, das an der Weltausstellung 1889 in Paris erworben wurde. Oder eine Holzmaske im Baoulé-Stil aus Côte d'Ivoire - ein Beispiel für sogenannte «Airport Art», die für den europäischen Markt gefertigt wurde. Andere Objekte verweisen auf koloniale Machtverhältnisse. Die Kraftfiguren aus dem Kongo als magische Helfer in Zeiten der Unterdrückung. Oder die Nilpferdpeitsche «Kiboko», die zum Symbol von Gewalt wurde. Solche Stücke werfen Fragen nach ihrem historischen Kontext und dem heutigen Umgang mit ihnen auf.
Die Führung zum Tag der Provenienzforschung «Woher und wozu? Andenken aus Afrika» findet am Mittwoch, 8. April 2026, von 18 bis 19 Uhr im Museumsdepot in Frauenfeld statt. Der genaue Standort wird nach der Anmeldung zugestellt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich unter: historisches-museum.tg.ch/events.
Holzmaske im Baoulé-Stil der Côte d'Ivoire, Reproduktion einer Tanzmaske (Westafrika)