05/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/30/2026 03:11
Kultur- und Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle hat heute in Potsdam-Babelsberg das Startsignal für die dritte Aktion der StolpersteinBewegung gegeben:
"Die mittlerweile 116.000 Stolpersteine in 31 Ländern Europas sind nicht nur das größte dezentrale Denkmal der Welt - sie sind vor allem eindringliche Mahnmale: Durch sie werden Schicksale erfahrbar, abstrakte Daten sichtbar, Geschichtsbücher lebendig. Die Stolpersteine von rund 80 Potsdamerinnen und Potsdamern erinnern daran, wie wichtig einzelne Lebenswege sind, um Geschichte zu begreifen. Wie etwa die beiden Stolpersteine für die Familie Michaelis, die erst im April verlegt wurden: Ernst Michaelis war der einzige Kinderarzt im ärmsten Teil der damaligen Industriestadt Nowawes - doch das schützte ihn nicht vor der Deportation nach Theresienstadt, wo er sich 1943 das Leben nahm. Gemeinsam daran zu erinnern, ist heute wichtiger denn je und die Gedenktour eine kluge Idee. Ich danke Harald Rettich, seinem Team und den vielen Freiwilligen, die diese Tour organisieren! Heute geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um das gemeinsame Sichtbarmachen, um Innehalten, um Haltung zeigen."
Im Rahmen der StolpersteinBewegung werden auf den rund 35 und 80 Kilometer langen Strecken Stolpersteine in Potsdam und Umgebung angelaufen bzw. mit dem Gravelbike angefahren. Zwischendurch gibt es Gedenkstopps und Berichte von Stolperstein-Paten. Die StolpersteinBewegung ist eine ehrenamtlich getragene Initiative in Potsdam, die vom Potsdamer Harald Rettich gemeinsam mit der Laufgemeinschaft PotsRun und den Radsportverein RSV BikeBash 144 e.V. ausgerichtet wird. Ministerin Schüle ist Schirmherrin des Laufs.
Das Projekt Stolpersteine hat der 1947 in Berlin geborene Künstler Gunter Demnig im Jahr 1992 gestartet. Mit im Boden verlegten kleinen Messingtafeln wird an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine aus Messing werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer auf dem Gehweg eingelassen.
Weitere Informationen unter www.stolpersteine.eu und www.stolpersteine-brandenburg.de.