09/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/24/2026 05:19
Rechtsextremistische Straftaten sind auch in Bayern trauriger Alltag. Insgesamt werden rund 2.700 Personen dem rechtsextremistischen Spektrum zugerechnet. Zentrale Säulen im Kampf gegen Rechtsextremismus sind die Unterstützung für Betroffene rechtsextremer Gewalt und die Präventions- und Distanzierungsarbeit. Wo sich extremistische Einstellungen bereits verfestigt haben, können Ausstiegsangebote eine Perspektive eröffnen. Das neue Filmprojekt "Der Weg zurück" zeichnet basierend auf echten Lebensgeschichten nach, wie Menschen in die Szene geraten und was ihnen den Ausstieg erleichtern kann. Das filmische Projekt wurde vom Bayerischen Innenministerium gemeinsam mit der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus entwickelt und wird heute der Öffentlichkeit präsentiert.
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf betont: "Bayern kämpft gemeinsam gegen Rechtsextremismus - Prävention, Betroffenen- und Ausstiegsunterstützung gehen bei uns Hand in Hand. Rechtsextremismus ist eine große Gefahr für unsere Demokratie und unser friedliches Zusammenleben. Wer von rechtsextremer Gewalt, Bedrohungen und Anfeindungen betroffen ist, braucht verlässliche und professionelle Unterstützung. Radikalisierung passiert oft schleichend. Umso wichtiger ist es, früh hinzusehen, aufzuklären und Menschen dabei zu unterstützen, sich von menschenverachtenden Einstellungen und rechtsextremistischen Einflüssen zu distanzieren."
Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann betont: Extremistische Ideologien mit ihren einfachen Erklärungsmustern und klaren Schuldzuweisungen üben insbesondere auf junge Menschen eine starke Anziehungskraft aus. Rechtsextremisten sprechen junge Menschen dort an, wo Jugendliche ohnehin unterwegs sind. Auf TikTok, in Gaming-Chats, auf Discord. Manchmal steckt die extremistische Botschaft in einem Meme, in einer Hintergrundmusik, in einem Video, das zunächst ganz harmlos wirkt. Genau deshalb brauchen wir Formate, die aufrütteln und Menschen wirklich erreichen - mit echten Geschichten und echten Emotionen. Genau das sollen diese Filme leisten.
Um Betroffene zu unterstützen, fördert das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) die Beratungsstelle "B.U.D." (Beratung. Unterstützung. Dokumentation. Für Betroffene rechter Gewalt). Die Stelle unterstützt Betroffene, deren Umfeld und Zeuginnen und Zeugen von rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt - unabhängig davon, ob bereits eine Anzeige erstattet wurde.
Des Weiteren fördert das StMAS die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS). Diese ist die zentrale Anlaufstelle für die Prävention von Rechtsextremismus in Bayern und koordiniert Präventions-, Distanzierungs- und Beratungsangebote. Mit der "Familien-, Umfeld- und Elternberatung zu Rechtsextremismus (F.U.E.R.)" richtet sich die LKS gezielt an das nahe Umfeld junger Menschen, bei denen Anzeichen einer Annäherung an rechtsextremistische Einstellungen erkennbar sind. Sie bietet Einschätzungen zu auffälligen Verhaltensweisen, informiert über Gruppierungen und unterstützt dabei, Distanzierungsprozesse anzustoßen und die Abkehr von menschenverachtenden Einstellungen zu begleiten. Zudem unterhält die LKS eine Mobile Beratung samt drei regionalen Beratungsstellen. Dort erhalten Ratssuchende, insbesondere Kommunen, Verbände und zivilgesellschaftliche Initiativen, Unterstützung bei neonazistischen, rechtsextremistischen, rechtspopulistischen und rassistischen Vorfällen.
Sowohl die Beratungsangebote als auch die Präventionsarbeit sind wesentliche Bestandteile des Bayerischen Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus. Das Handlungskonzept bündelt im Rahmen der interministeriellen Zusammenarbeit unter der Federführung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration (StMI) präventive und repressive Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus im Freistaat. Neben dem StMAS sind das Bayerische Staatsministerium der Justiz (StMJ), das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK) und das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK) beteiligt.