Die heilende Kraft der Kunst steht im Mittelpunkt einer neuen nationalen Kampagne in der Ukraine, die von WHO/Europa zusammen mit einer Reihe von Partnerorganisationen wie dem Jameel Arts & Health Lab und der Art Therapy Force gestartet wurde. Die Aktion "Healing Arts Ukraine" soll mit auf Kunst gestützten Ansätzen zur Unterstützung des ukrainischen Gesundheitssystems und zur Stärkung der Resilienz angesichts des Konflikts beitragen. Inmitten des andauernden Krieges steht die Ukraine weiterhin vor immensen gesundheitlichen und humanitären Herausforderungen, doch neben diesen Härten gibt es auch Geschichten von Resilienz, die oft mit der transformativen Rolle von Kunst und Kultur bei Heilung und Genesung zu tun haben. Mit der neuen Kampagne sollen diese Geschichten von Resilienz und Wandel zu Gehör gebracht werden.
Der Schwerpunkt der Kampagne, die am 9. März 2026 im britischen Unterhaus mit einem Runden Tisch zum Thema "Heilende Künste zu Zeiten des Krieges" offiziell gestartet wurde, liegt auf der Schnittstelle zwischen Kunst und Kultur und dem Gesundheitswesen.
Kreative Praktiken als Werkzeuge für die Gesundheit
"Die Aktion Healing Arts Ukraine zeigt, wie Kunst und Kultur eine lebendige und praktische Rolle bei der Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden in Konfliktsituationen spielen können", erklärt Dr. Nils Fietje, Fachreferent für Kultur und Gesundheit bei WHO/Europa.
"Entscheidend ist, dass sie auch zeigt, wie diese evidenzbasierten Ansätze über Krisensituationen hinaus angewandt werden können, um umfassendere gesundheitliche Herausforderungen anzugehen und stärker auf den Menschen ausgerichtete Systeme zu schaffen."
Der Runde Tisch bildete den internationalen Startschuss für die Kampagne, bei der WHO/Europa und seine Partner gemeinsam darauf hinarbeiten werden, kreative Praktiken als zugängliche, evidenzbasierte und skalierbare Instrumente für Gesundheit, Wohlbefinden und Genesung sichtbar zu machen.
Die Diskussionen stützten sich auf Erfahrungen entlang der Frontlinie in der Ukraine und zeigten, wie auf Kunst gestützte Maßnahmen zur Rehabilitation von Veteranen, zur Resilienz von Zivilisten und zur Genesung von Kindern in Konfliktgebieten beitragen können.
Iryna Holubetska von der Unbroken Foundation betonte: "Die Integration der Künste in die Gesundheitssysteme ist kein Luxus in Kriegszeiten, sondern vielmehr ein wesentlicher Bestandteil der Genesung und der Resilienz."
Förderung gesundheitlicher Resilienz
Die neue Kampagne ist Teil der umfassenderen Arbeit von WHO/Europa im Bereich Kultur und Gesundheit in der Ukraine und konkret der Umsetzung seines Programms "Gesundheitliche Widerstandsfähigkeit in den Ländern der Östlichen Partnerschaft". Diese auf drei Jahre angelegte Initiative zielt darauf ab, die Fähigkeit der fünf Länder der Östlichen Partnerschaft (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Republik Moldau und Ukraine) zur Bewältigung von Notlagen und gesundheitlichen Herausforderungen zu stärken, und zwar mit Hilfe eines multidisziplinären Ansatzes, der die Unterstützung des Gesundheitspersonals, den Ausbau der psychischen Gesundheitsversorgung und eine innovative Zusammenarbeit mit dem Kultursektor umfasst. Sie wird von der Generaldirektion Erweiterung und östliche Nachbarschaft der Europäischen Kommission finanziert.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Initiative "Das gesundheitliche Potenzial der Kunst erschließen". In der Ukraine gehören dazu eine in Kürze erscheinende nationale Karte von Angeboten im Bereich Kunst und Gesundheit, abgeschlossene Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau und die flächendeckende Einführung von Healing Arts Ukraine, die im Juni 2026 anlaufen soll.
Die Kampagne soll aufzeigen, wie kreative Praktiken - von der Kunsttherapie bis hin zu Interventionen in Krankenhäusern und kulturellen Initiativen in Kommunen - zur Heilung beitragen, soziale Bindungen fördern und die Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten in großem Umfang stärken können.
Das energische Engagement der britischen Regierungsvertreter und der Partner am Runden Tisch verdeutlichte die wachsende Erkenntnis, dass Kunst und Gesundheit sich nicht nur ergänzen, sondern für die Bewältigung komplexer Herausforderungen in Konfliktgebieten unverzichtbar sind.
An der gemeinsam mit dem King's College London und den ukrainischen Partnern Art Therapy Force, Unbroken National Rehabilitation Center und Cultural Forces organisierten Veranstaltung, die vom britischen Parlamentsabgeordneten John Slinger geleitet wurde, nahmen Vertreter des britischen Verteidigungsministeriums und des Ministeriums für Kultur, Medien und Sport teil.