Freistaat Bayern

09/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/24/2026 06:19

Gerlach treibt Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter voran – Bayerns Gesundheitsministerin informiert sich in London über digitale Patientenversorgung, Gesundheitsdaten[...]

Pressemitteilung

24.09.2026

Nr. 139

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter voran. Am Donnerstag informierte sich Gerlach in London über das Vorgehen Großbritanniens in diesem Bereich. Im Mittelpunkt standen dabei die digitale Patientenversorgung, die Nutzung von Gesundheitsdaten und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Gerlach betonte: "Die Digitalisierung bietet große Chancen für eine moderne und leistungsfähige Gesundheitsversorgung. Entscheidend ist, dass digitale Anwendungen einen regulären Teil der Versorgung darstellen und einen konkreten Mehrwert für Patientinnen und Patienten sowie für die Beschäftigten im Gesundheitswesen schaffen. Die Erfahrungen aus Großbritannien zeigen, wie digitale Lösungen dazu beitragen können, Informationen besser verfügbar zu machen, Versorgung zu vernetzen und medizinisches Personal zu entlasten. Die eingesetzten Anwendungen schauen wir uns genau an und prüfen, wovon auch Bayern profitieren könnte."

Großbritannien setzt beim digitalen Wandel im Gesundheitswesen auf eine eng vernetzte Infrastruktur des zentral organisierten National Health Service (NHS). Dazu führte Gerlach unter anderem am Donnerstag ein Gespräch mit einem britischen Gesundheits- und Innovationsunternehmen.

Der National Health Service verfügt in Großbritannien über langjährige Erfahrungen mit der Vernetzung digitaler Gesundheitsangebote. Ein Beispiel ist die NHS-App. Sie bündelt zahlreiche digitale Angebote des britischen Gesundheitswesens. Patientinnen und Patienten können darüber unter anderem ihre Gesundheitsinformationen einsehen, Termine vereinbaren und Rezepte bestellen. Damit dient die App als zentraler digitaler Zugang zu den Leistungen des NHS.

Mit dem geplanten "Single Patient Record" sollen in Großbritannien wichtige medizinische Informationen künftig sektorenübergreifend verfügbar sein. Das kann insbesondere dann von Bedeutung sein, wenn Patientinnen und Patienten an unterschiedlichen Stellen behandelt werden oder im Notfall schnell auf relevante Informationen zu Vorerkrankungen, Medikamenten oder bisherigen Behandlungen zugegriffen werden muss.

Gerlach hob hervor: "Gerade bei der Versorgung darf es keine Informationslücken geben. Wenn wichtige medizinische Informationen schnell und sicher verfügbar sind, kann das die Behandlung verbessern und im Notfall Leben retten. Gleichzeitig müssen bei der Nutzung besonders sensibler Gesundheitsdaten höchste Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gelten."

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der medizinischen Versorgung stand unter anderem am Mittwoch bei einem Gespräch mit Vertretern des Imperial College London und am Donnerstag im Rahmen des Digital Health Roundtable mit Vertretern innovativer Health Tech-Unternehmen im Mittelpunkt. Gerlach erklärte: "Künstliche Intelligenz kann einen wichtigen Beitrag zu einer noch besseren medizinischen Versorgung leisten. Sie kann Ärztinnen und Ärzte bei der Diagnostik unterstützen, Abläufe vereinfachen und helfen, Erkrankungen früher zu erkennen."

Bayern ist im Bereich KI und Gesundheit selbst schon aktiv. Dazu zählt beispielsweise das Projekt "KI in der Neonatologie" am Klinikum Nürnberg, das vom bayerischen Gesundheitsministerium mit 150.000 Euro gefördert wird. Bei dem Projekt geht es unter anderem darum, die Sicherheit für Frühgeborene durch eine automatisierte KI-Überwachung zu verbessern. Der Impuls zur Etablierung und Umsetzung des Modellprojektes für Bayern hatte sich im Rahmen eines USA-Aufenthalts der Ministerin im Jahr 2025 ergeben.

Im Rahmen des Fördercalls 2024 förderte der Freistaat Bayern zudem zum Thema "Frauengesundheit und KI" drei innovative Projekte mit insgesamt rund 9 Millionen Euro: Zum einen DENSE-Bavaria zur Verbesserung der Früherkennung und Vorsorge von Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mittels KI-gestützter Bildgebung - ohne die bisher üblichen Kontrastmittel. Zum anderen EndoKI zur schnelleren Diagnose und verbesserten Behandlung von Endometriose. Mit einem KI-gestützten Ultraschall wird eine personalisierte Bildgebung und Therapie ermöglicht, außerdem eine umfassende Endometriose-Datenbank aufgebaut und eine sozialwissenschaftliche Begleitstudie durchgeführt. Schließlich GO-TWIN zur Verbesserung der Diagnostik und Behandlung bei Eierstockkrebs. Hier wird durch KI-Einsatz die Vorhersage der Tumorausdehnung und chirurgischen Entfernbarkeit präzisiert, um Operationen optimal zu planen. Zudem werden für eine personalisierte Therapieauswahl Multimorbidität, Vortherapien und genomische Signaturen einbezogen.

Gerlach erläuterte: "Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, um unser Gesundheitswesen zu verbessern. Dabei müssen wir nicht alles selbst neu erfinden, sondern oftmals reicht schon der Blick über den eigenen Tellerrand. Mir ist es wichtig zu erfahren, welche Lösungen außerhalb Deutschlands sich bewährt haben und was davon für Bayern und Deutschland sinnvoll weiterentwickelt werden kann. Mein Ziel ist ein modernes, gut vernetztes Gesundheitswesen, das Patientinnen und Patienten zugutekommt und den Beschäftigten im Alltag spürbare Entlastungen bringt."

Gerlach hält sich noch bis zum 25. September zu Gesprächen in London auf. Neben dem Thema Digitalisierung steht auch das Thema Prävention im Mittelpunkt des Informationsbesuchs.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers

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