06/15/2026 | News release | Distributed by Public on 06/15/2026 09:16
Der Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) begrüßt die zwischen den USA und dem Iran getroffene vorläufige Vereinbarung zur Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus, bewertet die Lage jedoch weiter als hohen Risikofaktor für die die Weltwirtschaft. "Die unmittelbare Gefahr einer vollständigen Unterbrechung der Energie- und Rohstoffversorgung hat zwar abgenommen, doch die Krise hat die Verwundbarkeit globaler Lieferketten schonungslos offengelegt", betont BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Lars Kleeberg.
Der BME hat schon zu Beginn der Nahost-Krise darauf hingewiesen, dass durch eine langfristige Sperrung dieser Handelsroute und die damit verbundene Rohstoffverknappung immer mehr Branchen unter Druck geraten.
Während die Öl- und Gaspreise infolge der jüngsten Einigung zwischen Washington und Teheran bereits gesunken sind, bleiben zahlreiche Lieferketten belastet. Besonders betroffen sind weiterhin die Branchen Chemie, Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, Elektro- und Halbleiterindustrie sowie Pharma und Medizintechnik. Die Folgen der monatelangen Störungen werden sich teilweise noch über Wochen und Monate in den Produktionsnetzwerken bemerkbar machen.
Auch für die deutsche Industrie bleibt die Situation herausfordernd, da steigende Frachtkosten, verlängerte Transitzeiten und die Verknappung einzelner Vorprodukte insbesondere exportorientierte Industrien treffen. Hinzu kommen mögliche Belastungen durch höhere Energiepreise in Europa sowie eine zunehmende Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten.
Der BME empfiehlt deshalb seinen Mitgliedern, im Rahmen ihrer Global Sourcing Strategie künftig einen Risikoaufschlag zu berücksichtigen. "Erfolgreiches Global Sourcing wird nicht durch den niedrigsten Preis entschieden, sondern durch die Fähigkeit, Risiken zu beherrschen. Resilienz, Transparenz und konsequentes De-Risking werden zum Wettbewerbsvorteil, wenn geopolitische Ereignisse globale Lieferketten innerhalb weniger Tage aus dem Gleichgewicht bringen", so Kleeberg.