EMB - European Milk Board

04/23/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/23/2026 04:40

EMB an alle Mitgliedsstaaten:

Das European Milk Board (EMB) schlägt Alarm: Die Entwicklung auf dem europäischen und globalen Milchmarkt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Milchmengen sind weltweit sehr stark gestiegen - und wachsen weiter. Eine solche Entwicklung liegt deutlich außerhalb normaler Marktschwankungen und führt direkt in eine neue schwere Krise.

"Wir sehen derzeit Entwicklungen, die wir in dieser Form noch nicht erlebt haben. Die Signale sind eindeutig: Wenn jetzt nicht gehandelt wird, steuern wir sehenden Auges auf einen Milchpreiskollaps zu", warnt Kjartan Poulsen, Präsident des EMB.

In vielen Mitgliedstaaten wird die Dramatik der Lage bereits erkannt. Dennoch blockieren einige zentrale Länder weiterhin entschlossenes Handeln auf europäischer Ebene. Das EMB richtet daher einen klaren Appell insbesondere an Deutschland, Frankreich und Dänemark. "Wer jetzt noch zögert, nimmt bewusst in Kauf, dass die Preise erneut abstürzen und Betriebe massenhaft aufgeben müssen. Diese Länder müssen endlich Verantwortung übernehmen und sich klar für die Aktivierung des freiwilligen Lieferverzichts einsetzen", erklärt Boris Gondouin, Vizepräsident des EMB.

Der freiwillige Lieferverzicht ist das zentrale Instrument, um die Mengen zu stabilisieren und einen weiteren Preisverfall zu verhindern. Ohne eine sofortige Reduzierung der Produktion droht eine erneute Eskalation der Krise - mit gravierenden Folgen für die landwirtschaftlichen Betriebe in ganz Europa. Das EMB stellt die zentrale Zukunftsfrage: Werden Europas Milcherzeuger in den kommenden Jahren noch produzieren - oder gezwungen sein, den Sektor zu verlassen? "Wenn wir Ernährungssicherheit in Europa ernst nehmen, dann müssen wir jetzt für stabile Erzeugerpreise sorgen. Das bedeutet klar: Die Mengen müssen runter. Nur so können wir Perspektiven für die nächste Generation von Landwirten sichern", so Kjartan Poulsen. Immer mehr Betriebe geben bereits auf. Besonders junge Erzeuger verlieren die Perspektive, wenn Märkte dauerhaft instabil bleiben und Preise unter den Produktionskosten liegen.

Das EMB fordert daher mit Nachdruck:

  • Verantwortungsübernahme durch alle Mitgliedstaaten - insbesondere durch bislang bremsende Länder und klare politische Unterstützung für eine Mengenreduzierung auf EU-Ebene

  • sofortige Aktivierung des freiwilligen Lieferverzichts durch die EU-Kommission

Die Zeit des Abwartens ist vorbei.

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