07/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/29/2026 16:18
Das Museum als Gesprächsraum: Das Museum Ostwall im Dortmunder U verbindet Werke der Sammlung mit Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens
Miteinander ins Gespräch kommen, trotz unterschiedlicher Erfahrungen, Perspektiven und Haltungen: Impulse dazu gibt die neue Sammlungspräsentation "let's talk. sprechen über kUNSt" ab September im Museum Ostwall im Dortmunder U.
Die Ausstellung des Museum Ostwall (MO) lädt dazu ein, Kunst als Ausgangspunkt für Austausch und neue Sichtweisen zu entdecken. Der Titel der Präsentation ist dabei Programm: Wir sprechen über Kunst - und über uns. Die Ausstellung zeigt Werke aus der Sammlung des MO, die sich mit Zusammenleben, miteinander sprechen und miteinander streiten auseinandersetzen. Wie kommen wir trotz unterschiedlicher Lebensrealitäten miteinander ins Gespräch? Und wie können wir in einem Museum Räume für den Austausch öffnen?"
Mit "let's talk. sprechen über kUNSt" setzt das Museum Ostwall seine seit 2017 etablierte Reihe thematischer Sammlungspräsentationen fort. Die Ausstellung vereint Werke vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Präsentiert werden Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie und Video von Jochen Gerz, Nan Goldin, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker, August Macke, Gabriele Münter, Adrian Paci, Otto Piene, Takako Saito, Karl Schmidt-Rottluff, Wolfgang Tillmans, Wolf Vostell, Billie Zangewa und anderen.
Eine Sammlung - immer wieder in neuem Licht
Alle drei Jahre beleuchtet das Museum Ostwall die eigene Sammlung unter wechselnden Gesichtspunkten: Werke verschiedener Epochen, Medien und künstlerischer Positionen treten miteinander in Dialog und eröffnen neue Zusammenhänge. Von expressionistischer Malerei über Fluxus bis hin zu zeitgenössischer Videokunst und Fotografie zeigt die Präsentation die Vielfalt der Sammlung. Erschlossen werden dabei auch Arbeiten, die lange nicht öffentlich zu sehen waren. Die Besucher*innen sind eingeladen, eigene Erfahrungen mitzubringen und Verbindungen zwischen Kunst und ihrem persönlichen Alltag herzustellen.
"Wie können Museen sich mit ihren Sammlungen zukunftsfähig aufstellen? Wie können Sammlungen vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Themen aktiviert werden? Diese Frage steht aktuell im Raum museologischer Diskurse. Dass das Arbeiten mit der eigenen Sammlung nicht nur ökologisch zeitgemäß wie auch organisatorisch effizient sein kann, liegt auf der Hand. Dass aber genau hier auch spannende Herausforderungen für eine kreative kuratorische Arbeit liegen können, zeigt die Ausstellung", sagt Regina Selter, Direktorin Museum Ostwall im Dortmunder U
Über Begegnungen, Konflikte und gesellschaftliche Fragen
Auf der fünften Ebene widmet sich "let's talk. sprechen über kUNSt" dem Thema Zusammenleben. Künstlerische Arbeiten erzählen von Begegnungen, Beziehungen und Momenten des Austauschs. Ina Webers "Raucherecke" zeigt einen alltäglichen Ort, an dem Menschen miteinander in Kontakt kommen können. Christian Rohlfs' "Clowngespräch" verweist auf freundschaftliche Beziehungen und gemeinsames Erleben. Ketty La Roccas "You You" macht hingegen Konflikte und Spannungen zwischen Menschen sichtbar.
Auf der zweiten Ebene der Präsentation sind Besucher*innen eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen: über aktuelle gesellschaftliche Debatten und Herausforderungen, auch über politische Konflikte und Krisen.: Werke von Künstler*innen wie Wolf Vostell, Pablo Picasso und Martin Brand über Krieg und Geschichte, Geschlechterrollen, Identität und gesellschaftliche Vorstellungen von Zugehörigkeit regen dazu a, in Dialog zu treten. Eine eigens entwickelte Szenografie der Agentur please don't touch verbindet unterschiedliche Medien und Zeiten miteinander und schafft neue Beziehungen zwischen den Werken.
Kommunikation über und durch Kunst
In "let's talk. sprechen über kUNSt" sucht das Museum Ostwall auch den Austausch mit seinen Besucher*innen. Die MO_Bildung & Kunstvermittlung entwickelt ein Programm für ein breites Publikum, von dialogischen Führungen und Angeboten für Familien bis hin zu Gesprächen für "Kunstmuffel". Workshops für Schulen, Kitas und OGS-Gruppen offene Aktionen an den Familiensonntagen, Kunstkurse und Ferienworkshops ermöglichen einen aktiven Zugang zur Kunst.
Auch Individualbesucher*innen können während des Ausstellungsrundgangs aktiv werden: Ein Nachbau des "Sound Chess" von Takako Saito regt dazu an, eigene Regeln für ein Schachspiel zu entwickeln. Eine Schreibstation lädt dazu ein, Menschen zu schreiben, zu denen die Verbindung abgebrochen ist. Und mit MOKI, der Kunstvermittlungs-KI des Museum Ostwall lassen sich per Telefon Gespräche über ein Gemälde von K.O. Götz führen.
"Im Mittelpunkt der Präsentation und ihrer Vermittlung steht eine klare, verständliche und einladende Sprache, die unterschiedliche Zielgruppen erreicht, ohne die inhaltliche Komplexität der Ausstellung zu reduzieren. Statt eindeutige Antworten zu formulieren, lädt die Kunstvermittlung dazu ein, Fragen zu stellen, verschiedene Sichtweisen kennenzulernen und Widersprüche auszuhalten. Kunst darf irritieren, herausfordern und Diskussionen anstoßen - zugleich schafft sie Räume für Reflexion, Orientierung und Verständigung", so
Barbara Hlali, wissenschaftlich-künstlerische Mitarbeiterin, MO_Bildung & Kunstvermittlung
In der Ausstellung ist auch das nächste große Projekt des MO_Beirats, des unabhängigen und divers zusammengesetzten Bürger*innenbeirats des Museums, zu sehen. Mit dem Programm "fricti:on" bringt er Künstler*innen verschiedener Sparten in Dialog mit ausgewählten Werken der Präsentation. Eine vom MO_Beirat gestaltete Recording Box lädt Besucher*innen dazu ein, eigene Gedanken und Eindrücke zu teilen.
Eine Museumssammlung am Puls der Zeit
Die Arbeit mit der eigenen Sammlung gehört seit Jahren zu den zentralen Aufgaben des Museum Ostwall. Durch die regelmäßige Neupräsentation werden Bestände immer wieder neu betrachtet und mit aktuellen Fragestellungen und Forschungsfragen verbunden.
"In 'let's talk. sprechen über kUNSt' sind viele Aspekte unserer Museumsarbeit der letzten Jahre eingeflossen: Wir haben uns zum Beispiel viel damit beschäftigt, welche Künstler*innengruppen in unserer Sammlung unterrepräsentiert sind und haben deshalb bewusst Positionen von Künstlerinnen eingebunden, die lange nicht zu sehen waren, u.a. von Rissa und Ursula. Im Bereich der Restaurierung haben wir viel geforscht und können nun unter anderem eine Rauminstallation von Wolf Vostell erstmals wieder für unser Publikum zugänglich machen. Und wir können einen Teil der Werke zeigen, die wir in den letzten Jahren gezielt für unsere Sammlung angekauft haben, darunter drei Werke, die der MO_Beirat ausgewählt hat. Ich freue mich sehr darauf zu sehen, wie unser Publikum darauf reagieren wird," sagt Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung und Kuratorin der Sammlungspräsentation "let's talk. sprechen über kUNSt".
Kunstschatz der Dortmunder*innen
Das Museum Ostwall versteht sich als Museum der Dortmunder*innen und seine Sammlung als Schatz der Bürger*innen der Stadt. Die neue Sammlungspräsentation führt den Ansatz fort, Kunst mit Lebenswelten zu verbinden und Menschen unterschiedlicher Hintergründe zum gemeinsamen Austausch einzuladen. "let's talk. sprechen über kUNSt" zeigt: Kunst kann unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen, zu Fragen anregen und neue Gespräche ermöglichen. Der Besuch der Ausstellung bleibt kostenfrei - damit steht die Sammlung allen Menschen offen.
Kontakte und Basisinfos
let's talk. sprechen über kUNSt
Werke aus der Sammlung des Museum Ostwall
Eröffnung: Freitag, 4. September, 18:00 Uhr, Dortmunder U.
Laufzeit: 05.09.2026 - Frühjahr 2029
Ebene 4 und 5, Dortmunder U
Redaktionshinweis: Save the date - Medienrundgang: Donnerstag, 3. September 2026, 11 Uhr. Wir laden Sie herzlich ein zur Vorbesichtigung und freuen uns über Vorankündigung und Berichterstattungen.