03/30/2026 | News release | Distributed by Public on 03/30/2026 03:19
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Esther Duflo, Abhijit Banerjee, Sie forschen zurzeit noch am MIT in Boston und kommen im Sommer an die UZH. Was bedeutet dieser Wechsel für Sie?
Abhijit Banerjee: Für uns ist die Vorstellung, wieder nach Europa zu kommen, spannend - besonders jetzt, ineiner Zeit, wo der Kontinent seine Werte bekräftigen muss. Zürich ist für uns eine ideale Kombination. Die Atmosphäre und die Forschenden an der UZH sind grossartig. Und es gibt hervorragende Forschende, die sich mit Entwicklungsökonomie, Klimawandel und verwandten Themen beschäftigen.
2019 wurden Sie für Ihren experimentellen Ansatz zur Bekämpfung der weltweiten Armut mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Was ist Ihre grundlegende Erkenntnis aus dieser Arbeit?
Esther Duflo: Eine grundlegende Erkenntnis ist, dass es keine grundlegende Erkenntnis gibt. Es gibt kein Patentrezept zur Beseitigung der Armut. Um Fortschritt zu erzielen, ist es deshalb wichtig, die ganz unterschiedlichen Probleme, die mit Armut verbunden sind - Ausbildung, Gesundheit, Umwelt, Klima, Regierungsführung, soziale Sicherheit und viele andere - genau zu untersuchen und sie dann nacheinander zu adressieren.
Wir tun dies mit wissenschaftlicher Strenge, ähnlich wie wenn man eine neue medizinische Behandlung oder eine neue Bildungsmethode testen würde. Man stellt eine präzise Frage, testet sie sorgfältig und analysiert die Ergebnisse. Genauso wenig wie es ein Universalheilmittel gegen Krebs gibt, weil viele unterschiedliche Krebsarten existieren, gibt es auch keine einzelne grundlegende Erkenntnis, die uns sagt, wie wir das Problem der Armut lösen können. Das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis aus unserer Arbeit.
Ihre Strategie besteht darin, komplexe Probleme in kleinere, überprüfbare Fragen zu zerlegen.
Duflo: Ich weiss nicht, ob «klein» das richtige Wort ist, «klein» kann etwas sehr Lokales oder Triviales suggerieren. Ich würde eher «präzis» oder «klar definiert» sagen. Wenn man eine klar definierte Frage stellt, hat man die Chance, eine klar definierte Antwort zu erhalten. Und sobald man eine solche Antwort hat - zum Beispiel, ob dieser bestimmte Ansatz zur Lösung dieses bestimmten Problems funktioniert -, kann man darüber nachdenken, ihn skalieren. Wenn man stattdessen feststellt, dass ein Ansatz nicht funktioniert, was häufig vorkommt, kann man sich entscheiden, diesen Weg nicht weiterzuverfolgen.
Ein grosser Teil der Arbeit des Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab (J-PAL) am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston bestand in den letzten zwanzig Jahren nicht nur darin, Tausende von Forschungsprojekten zu realisieren, sondern auch darin, sehr eng mit politischen Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten, um Massnahmen, die sich in unserer Forschung als wirksam erwiesen haben, anzuwenden. Mittlerweile haben mehr als 800 Millionen Menschen von Programmen profitiert, die nach ihrer Bewertung durch Forschende unseres J-PAL-Netzwerks umgesetzt wurden. Das ist natürlich eine sehr grosse Zahl von Menschen. Aber das ist nicht auf einmal passiert. Es geschah Schritt für Schritt, über viele Jahre hinweg.
Welches Forschungsprojekt war bislang am erfolgreichsten?
Duflo: Eine der interessantesten Geschichten begann in Davos. In einer frühen Studie des Poverty Action Lab zeigten Michael Kremer und Ted Miguel, dass es äusserst kosteneffizient ist, Kinder an Orten, an denen Wurmerkrankungen (Schistosomiasis) weit verbreitet sind, präventiv zu behandeln. Diese Studie wurde in Kenia in Gebieten mit hoher Schistosomiasis-Prävalenz durchgeführt. Eine Erkrankung kann durch eine alle sechs Monate verabreichte Tablette verhindert werden. Die Tablette selbst ist kostengünstig und auch die Kosten für die Lieferung sind nicht sehr hoch. Kinder, die diese Tablette einnehmen, fehlen seltener in der Schule. Wenn sie erwachsen sind, sind sie gesünder und verdienen etwa 25 Prozent mehr als Kinder, die die Behandlung nicht erhalten haben. Das ist ein ausserordentlich grosser Effekt.
2007 waren Michael Kremer und ich «Young Global Leaders» beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort wurden wir ermutigt, Ideen zu entwickeln, die die Welt wirklich verändern könnten. Also schlugen wir das Programm «Deworm the World» vor, das die Massnahmen zur Bekämpfung von Wurmerkrankungen skalierte. Natürlich dauerte es nach diesem ersten Treffen in Davos noch lange, bis das Programm stand. Es war viel Arbeit damit verbunden, und viele Menschen haben dazu beigetragen. Aber das Netzwerk der «Young Global Leaders» war sehr hilfreich, um das Programm auf den Weg zu bringen. Es wurde dann zu einer nationalen Strategie in Indien, weshalb die Zahlen so hoch sind, und hat auch viele Kinder in Subsahara-Afrika und anderen Regionen erreicht.
Wie unterscheidet sich Ihr Ansatz von der klassischen Entwicklungsökonomie?
Banerjee: Im Grunde genommen werden seit langem dieselben Fragen gestellt. Es ist nichts besonders Originelles daran, sich für wirkungsvolle Massnahmen zu interessieren und danach zu forschen. Uns ist es aber gelungen, die Menschen davon zu überzeugen, dass Experimente zur Beantwortung dieser Fragen einfacher und praktischer sind, als man denkt. Oft führen Regierungen Programme ein, die aus vielen Komponenten bestehen. Man betrachtet das Programm als Ganzes, weiss aber nicht, welche Komponenten am wirkungsvollsten sind. Mit Experimenten kann man bestimmte Elemente variieren - etwa wie in einer Schule unterrichtet wird und welche Materialien dazu verwendet werden - und sehen, was tatsächlich zu guten Ergebnissen führt. So kann man an bestimmten Hypothesen arbeiten und sie rigoros testen. Früher gab es viel Frustration, weil so viel Unsicherheit darüber bestand, wie wirkungsvoll Massnahmen tatsächlich sind. Experimente bieten eine Möglichkeit, diese Unsicherheit zu verringern.
Aktuell forschen Sie zum Klimawandel - was interessiert Sie an diesem Thema?
Duflo: Wir arbeiten an einem Buch, wo wir unsere Erkenntnisse über die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die ärmsten Menschen der Welt und über Möglichkeiten, diese abzuschwächen, teilen. Wir arbeiten dabei mit dem Ökonomen Michael Greenstone von der University of Chicago zusammen, der sich seit langem mit dem Klimawandel beschäftigt. Bemerkenswert ist, dass die meisten Schäden, die der Klimawandel verursacht, in ärmeren Ländern auftreten werden. Die Menschen in reichen Ländern wie der Schweiz oder Norwegen sind verständlicherweise sehr besorgt über den Klimawandel, aber wenn man sich die durch den Klimawandel verursachten zusätzlichen Todesfälle ansieht, so sind Länder mit niedrigerem Einkommen stärker betroffen. Das liegt zum einen daran, dass es in diesen Ländern ohnehin schon heiss ist und zusätzliche Hitze daher sehr schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Zudem sind sie weniger wohlhabend und daher weniger in der Lage, sich anzupassen.
Menschen in Indien, die draussen tätig sind, zu ermöglichen, an sehr heissen Tagen ohne Lohnausfall nicht zu arbeiten - das würde viele Leben retten.
Wir versuchen zu beziffern, was dies in Bezug auf die Schäden bedeutet, die reiche Länder den ärmeren Ländern jedes Jahr zufügen. Auf dieser Grundlage schlagen wir ein System vor, bei dem ärmere Bevölkerungsgruppen für diese Schäden entschädigt werden, im Austausch für entschlossene Klimaschutzmassnahmen ihrer Regierungen. Dies könnte dazu beitragen, die Lähmung zu überwinden, die wir derzeit in der globalen Klimapolitik beobachten.
In Ländern wie Indien könnten Temperaturen von 40 bis 50 Grad zur Normalität werden. Wie kann Geld in solchen Situationen helfen?
Duflo: Die Arbeit im Freien bei extremer Hitze beispielsweise kann tödlich sein. Es gibt bereits Forschung, darunter auch Arbeiten von Michael Greenstone, die zeigen, dass die meisten hitzebedingten Todesfälle in Indien in ländlichen Gebieten auftreten. Das liegt daran, dass die Menschen dort oft im Freien arbeiten, in der Landwirtschaft oder im Bauwesen. Ihnen zu ermöglichen, an sehr heissen Tagen ohne Lohnausfall nicht draussen arbeiten zu müssen, würde viele Leben retten.
Wir haben für das Buch Feldforschung in Indien betrieben und Menschen, die im Freien arbeiten, gefragt, ob sie an sehr heissen Tagen mit der Arbeit aufhören könnten. Die Antwort war fast immer: «Nein, das können wir uns nicht leisten.» Wenn sie nicht arbeiten, werden sie nicht bezahlt. Geld ist daher entscheidend. Es ermöglicht den Menschen, sich an extrem heissen Tagen zu schützen. Es ermöglicht auch kleine Investitionen, wie zum Beispiel gekühlte Unterkünfte, in denen sich die Menschen während der heissesten Stunden ausruhen können.
In Ihrem Buch «Gute Ökonomie für harte Zeiten» haben Sie argumentiert, dass die Volkswirtschaftslehre mehr Demut zeigen sollte. Was meinen Sie damit?
Banerjee: Ohne Experimente bleibt die Volkswirtschaftslehre oft auf der Ebene allgemeiner Aussagen: Die menschliche Natur ist so, daher sollte die Politik so sein. Aber diese allgemeinen Aussagen sind oft falsch. Ein gutes Beispiel ist der Mikrokredit. In den frühen 2000er-Jahren war die Idee sehr populär, dass jeder arme Mensch einen Kredit erhalten sollte. Es stellte sich heraus, dass viele arme Menschen überhaupt keinen Kredit wollen. Andere wollen zwar Kredite, aber nicht unbedingt, um ein Unternehmen zu gründen. Die ganze Erzählung - dass Menschen Kredite aufnehmen, ein Unternehmen gründen und deshalb weniger arm sind - basierte auf Annahmen von Verhaltensweisen, die nicht immer zutrafen. Es ist nicht so, dass Kredite nutzlos sind. Aber man muss sehr sorgfältig darüber nachdenken, welchem Zweck sie im Leben bestimmter Menschen dienen. Verschiedene Produkte sind für verschiedene Menschen in unterschiedlichen Situationen nützlich.
Sie betreiben viel evidenzbasierte Forschung. Was sind Ihrer Erfahrung nach die grössten Hindernisse für die Umsetzung dieser Erkenntnisse in Politik und Gesellschaft?
Duflo: Wir stellen fest - und das gilt derzeit vielleicht sogar noch mehr für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen als für reiche Länder -, dass eine grosse Offenheit dafür besteht, Strategien auszuprobieren, die effektiver sind. Das liegt zum Teil daran, dass nicht mehr die makroökonomische Stabilität zählt und sonst nichts. Mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung, die von der UNO formuliert wurden, wurde ein stärkerer Schwerpunkt auf menschliche und soziale Themen wie Ausbildung, Müttersterblichkeit und Säuglingssterblichkeit gelegt. Diese Ziele geben den Regierungen die Möglichkeit, sich auf bestimmte soziale Ergebnisse zu konzentrieren. Sobald diese Ergebnisse klar definiert sind, gibt es einen echten Spielraum für evidenzbasierte Entscheidungen, weil die Regierungen zwischen verschiedenen politischen Optionen wählen können.
Ich habe kürzlich an einer Sitzung des Beratungsausschusses des südafrikanischen Präsidenten teilgenommen. In dieser Sitzung betonte der Präsident selbst ausdrücklich, wie wichtig es sei, sich auf Evidenz zu konzentrieren und evidenzbasierte Politik zu betreiben. Er betonte die Bereitschaft, Massnahmen zu ergreifen, die sich in anderen Kontexten als wirksam erwiesen haben. Eine solche Aussage, die direkt von der höchsten politischen Ebene kommt, ist sehr bedeutsam.
Ihre Ratschläge scheinen in vielen Ländern willkommen zu sein. Gleichzeitig scheint sich das Land, das Sie verlassen, die USA, in die entgegen gesetzte Richtung zu bewegen. Evidenzbasierte Wissenschaft scheint dort weniger wichtig zu werden. Wie stehen Sie dazu?
Duflo: Das erinnert uns daran, dass die Welt gross ist. Ich glaube nicht, dass der Rest der Welt Fakten weniger Beachtung schenkt, weil die USA dies tun. Tatsächlich beobachten wir, dass die politischen Entscheidungsträger:innen in vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen oft sehr rational sind. Sie konzentrieren sich sehr darauf, was funktioniert.
Spielt Ihr Ansehen - Ihr Nobelpreis - eine Rolle dabei, dass Sie von politischen Entscheidungsträgern gehört werden?
Banerjee: Prestige mag anfangs helfen, Türen zu öffnen, aber es reicht nicht aus. Was wirklich zählt, ist die Arbeit der Organisation. J-PAL arbeitet seit Jahren mit Regierungsstellen zusammen, manchmal auf nationaler, manchmal auf lokaler Ebene. Diese langfristige Investition in Beziehungen ist äusserst wichtig. Was wirklich zählt, ist, dass J-PAL über eine grosse Anzahl von äusserst engagierten und kompetenten Mitarbeitenden verfügt, die bereit sind, sich intensiv mit politischen Entscheidungsträgern auseinanderzusetzen. Das bedeutet, geduldig zu erklären, was die Fakten zeigen, politische Entscheidungsträger davon zu überzeugen, evidenzbasierte Ansätze auszuprobieren, immer wieder nachzufassen, manchmal Memos zu schreiben und dieselben Ergebnisse immer wieder zu erklären. Dieser Prozess ist sehr zeitaufwändig, aber unerlässlich. Unsere Beziehungen zu unseren Partnern in den Regierungen entwickeln sich über viele Jahre, oft Jahrzehnte hinweg. Es geht mehr um gegenseitiges Vertrauen als um Prestige.
Welche Themen sollten Wissenschaft und Politik derzeit am dringendsten angehen?
Duflo: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Armen sind eindeutig eines der kritischsten Themen. Generell ist es wichtig, den Fokus wieder auf das Leben der ärmsten Menschen zu richten. Denn es gibt immer noch viele, die in extremer Armut leben. Es sterben immer noch viele Kinder an vermeidbaren Ursachen - fehlende Impfungen, Malaria, Durchfall und so weiter. Von Zeit zu Zeit ist es notwendig, die Aufmerksamkeit wieder auf diese ganz grundlegenden Fragen zu lenken: Wer sind die ärmsten Menschen, wie leben sie und wie kann ihr Leben verbessert werden?
In diesem UZH Magazin stellen wir Ideen aus der Wissenschaft für eine gerechtere Welt vor. Wie kann aus Ihrer Sicht die Wirtschaftsforschung dazu beitragen, die Welt zu verbessern?
Duflo: Wir leben in einer sehr komplizierten Zeit. Wir haben unsere Karrieren weitgehend darauf aufgebaut, keine Vorhersagen zu treffen, und das sollten wir auch weiterhin tun. Was ich sagen kann, ist, dass es absolut entscheidend ist, die Probleme des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf die ärmsten Menschen anzugehen. Aus technischer Sicht ist dies machbar. Viele relevante Technologien existieren bereits, und die Kosten sind nicht unüberwindbar. Die eigentliche Schwierigkeit liegt in der politischen Koordination. Klimapolitik schafft Gewinner und Verlierer, was die Umsetzung erschwert. Für uns ist der Klimawandel untrennbar mit der Frage verbunden, wie er sich auf die ärmsten Menschen auswirkt und wie ihnen geholfen werden kann, damit umzugehen.
An der UZH wird viel qualitativ hochwertige Forschung betrieben. Wir kennen die Arbeit von mehreren Wissenschaftler:innen sehr gut und werden hier eine Arbeit fortsetzen, die bereits gut vernetzt ist.
Allgemeiner gesagt bedeutet eine bessere Welt auch eine bessere Politik. Und eine bessere Politik entsteht, indem man sich auf konkrete Probleme konzentriert, präzise Fragen stellt, präzise Antworten gibt, das aufgibt, was nicht funktioniert, und das ausbaut, was funktioniert.
Sie werden diesen Sommer nach Zürich kommen. Was erhoffen Sie sich von der Zusammenarbeit hier an der UZH?
Banerjee: An der UZH wird viel qualitativ hochwertige Forschung betrieben. Wir kennen die Arbeit von mehreren Wissenschaftler:innen sehr gut und werden hier eine Arbeit fortsetzen, die bereits gut vernetzt ist. Wir werden also nicht in eine völlig neue oder ungewohnte Umgebung umziehen.
Ihre Professuren in Zürich werden von der Lemann Stiftung finanziert, die Verbindungen zu Brasilien hat. Was werden Sie in Brasilien erforschen?
Duflo: J-PAL hat eine Fachstelle in Brasilien, daher arbeiten wir bereits seit einiger Zeit mit diesem Land zusammen und verfügen über viele Verbindungen in der Wissenschaft und der Politik. Mit der Unterstützung der Lemann Stiftung hoffen wir, diese Verbindungen weiter zu stärken. Das bedeutet, dass wir sicherstellen wollen, dass die von J-PAL weltweit gewonnenen Erkenntnisse effektiv an politische Entscheidungsträger, Sozialunternehmer und andere Akteure in Brasilien weitergegeben und vor Ort auch tatsächlich genutzt werden.
Wir betreiben auch eine Plattform namens ADEPT, die angehenden Forschenden und politischen Entscheidungsträger:innen Ausund Weiterbildungen zur Forschung in der Entwicklungs-und Wirtschaftspolitik anbietet. Wir möchten diese Plattform in Brasilien und an der UZH stärker etablieren. Dazu gehört die Ausbildung von Studierenden und politischen Entscheidungsträger:innen sowohl an der UZH als auch über unsere Onlineplattform. Und wir möchten Kooperationen zwischen der UZH und brasilianischen universitären Hochschulen aufbauen.
Roger Nickl und Thomas Gull, UZH Magazin
2019 erhielten die Entwicklungsökonomin Esther Duflo und der Entwicklungsökonom Abhijit Banerjee zusammen mit ihrem Kollegen Michael Kremer den Nobelpreis für Wirtschaft für ihren «experimentellen Ansatz zur Linderung der weltweiten Armut». Im Juli wird das Ehepaar an die UZH wechseln, wo sie ein neues, von der Lemann Stiftung finanziertes Programm für Entwicklungsökonomie, Ausbildung und Politik starten werden.
Esther Duflo ist derzeit Abdul-Latif-Jameel-Professorin für Armutsbekämpfung und Volkswirtschaftslehre am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie hat ausserdem den Lehrstuhl für Armut und öffentliche Politik am Collège de France inne und ist Rektorin der Paris School of Economics.
Abhijit Banerjee ist derzeit Ford-Foundation-International-Professor für Volkswirtschaftslehre am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Im Jahr 2003 gründete er gemeinsam mit Esther Duflo und Sendhil Mullainathan das Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab (J-PAL) und ist als einer der Direktoren des Labors tätig. Esther Duflo und Abhijit Banerjee werden weiterhin gemeinsam das J-PAL leiten, ein weltweites Netzwerk von Forschenden in den Bereichen Volkswirtschaftslehre und Politik.
Dieser Artikel stammt aus dem UZH Magazin 1/2026: «Arm/reich: Ideen für eine gerechtere Welt.»
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