02/25/2026 | Press release | Distributed by Public on 02/25/2026 05:01
25.02.2026
Der Jugendhilfeausschuss des Kreistages fand sich am 23. Februar zur seiner siebenten Sitzung zusammen. Die Themen der Tagesordnung waren vielfältig:
Bereits zum zweiten Mal fand im Rahmen der Fortschreibung des Jugendhilfeplanes im Sommer 2025 eine Jugendumfrage zur Ermittlung von Bedürfnissen und Interessen junger Menschen in Mittelsachsen statt. Die 10- bis 20-Jährigen konnten im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August 2025 an der Onlinebefragung teilnehmen. Neben soziodemografischen Merkmalen bezogen sich die Fragen auf das Freizeitverhalten der jungen Menschen, mögliche Belastungen durch Sorgen und Probleme, Wahrnehmung von Beratung und Unterstützung, Zukunftsvorstellungen und Beteiligung.
Zum Ende der Befragung standen 635 Antworten für die Auswertung zur Verfügung. Damit haben sich 2,1 Prozent der im Landkreis wohnenden 10- bis 20-Jährigen an der Umfrage beteiligt. Unter ihnen waren 52 Prozent Mädchen und 46 Prozent Jungen. Die meisten Teilnehmenden waren zwischen 16 und 17 Jahre alt (27 Prozent). 573 Personen besuchten eine allgemeinbildende Schule, darunter am häufigsten das Gymnasium (194) gefolgt von der Oberschule (174).
Im Durchschnitt stehen den 10- bis 20-Jährigen wochentags fünf Stunden Freizeit zur Verfügung. Diese verbringen sie am häufigsten zu Hause, aber auch auf öffentlichen Plätzen oder bei Freunden. 79 Prozent der Befragten nutzen in ihrer Freizeit regelmäßig Internet und Social Media. 46 Prozent sind mindestens einmal pro Woche im Sportverein aktiv. Auch Jugendhäuser und Jugendtreffs sind Orte, an denen junge Mittelsachsen ihre Freizeit verbringen. Um ihre Freizeitorte zu erreichen, nutzen die jungen Menschen in Abhängigkeit von Alter und Wohnort unterschiedliche Möglichkeiten. Ein Großteil bekommt dabei Unterstützung durch die Eltern, aber auch Bus- und Bahn sowie die Nutzung des eigenen Fahrzeugs spielen mit zunehmender Verselbstständigung eine wachsende Rolle.
Zur Verbesserung der Freizeitangebote wünschen sich die jungen Mittelsachsen vor allem bessere Bus- und Bahnverbindungen, aber auch Plätze, an denen sie ungestört sein können sowie mehr Sportangebote. Jede fünfte teilnehmende Person wünscht sich mehr Mitsprache bei der Planung von Angeboten.
Die jungen Menschen fühlen sich am stärksten durch schulische Probleme belastet (30 Prozent), aber auch im Zusammenhang mit Zukunftsängsten (29 Prozent) und dem eigenen Gefühlserleben (23 Prozent). 18 Prozent der Teilnehmenden empfinden die gesellschaftlichen Veränderungen als belastend bis stark belastend. Die meisten der Befragten haben eine Vertrauensperson, an die sie sich bei Problemen wenden können. Diese Person stammt in der Regel aus dem Familien- oder Freundeskreis, aber auch Lehrerinnen und Lehrer sowie die Fachkräfte der Schulsozialarbeit sind wichtige Ansprechpersonen bei auftretenden Belastungen.
Mehr als die Hälfte der Befragten würde sich an ihrem Wohnort gern an den Entscheidungen beteiligen, die ihre Interessen betreffen. Die meisten können sich eine Mitwirkung an einzelnen Projekten oder Events vorstellen. Konkret benannt wurden Aktionen zur Ortsverschönerung, die Gestaltung von Freizeitplätzen oder die Bereitschaft zur Übernahme von ehrenamtlichen Tätigkeiten. Insgesamt zeigt das Ergebnis der Umfrage, wie unterschiedlich die Interessen und Bedürfnisse der heranwachsenden jungen Menschen in Mittelsachsen sind, welche Angebote sie nutzen und welche Themen ihnen wichtig sind. Die sich daraus ergebenden Hinweise werden nun in die Fortschreibung des Jugendhilfeplans einbezogen.
Die Ergebnisse der Jugendbefragung sind im Informationssystems des Kreistages veröffentlicht.