Provincia Autonoma di Bolzano

04/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/13/2026 04:14

Inklusive Schule: Wie guter Unterricht landesweit gelingt

Bildung

Inklusive Schule: Wie guter Unterricht landesweit gelingt

13.04.2026, 10:03

Pilotphase zur Unterrichtsentwicklung in den deutschen Schulen abgeschlossen - 45 Schuldirektionen aller Schulstufen beteiligen sich an Schulentwicklungsprozessen

Stellten die Ergebnisse der Pilotphase und weitere Schritte und Maßnahmen der Unterrichtsentwicklung vor: (v.l.) Amtsdirektor Hansjörg Unterfrauner, Landesrat Philipp Achammer, Amtsdirektorin Anna Pfitscher und der Direktor der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion, Martin Holzner. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN (LPA). Wie gelingt Unterricht, der der wachsenden Vielfalt in den Klassen gerecht wird - ohne zu überfordern, zu unterfordern oder auszugrenzen? Diese Frage stand im Zentrum eines dreijährigen Vorhabens, das Schulen verschiedener Stufen gemeinsam mit der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion erprobt haben. Die zentrale Erkenntnis, die am 13. April vorgestellt wurde: Inklusion entscheidet sich nicht an Nebenschauplätzen, sondern im Kern des Unterrichts.

Inklusion beginnt im Unterricht - nicht im Zusatzangebot

Sechs Pilotschulen haben in den vergangenen drei Jahren ihre Unterrichtspraxis überprüft (LPA hat berichtet) und teilweise neu ausgerichtet. Im Fokus stand dabei weniger ein abgeänderter Stundenplan, sondern ein anderer Blick: auf Lernwege, auf Förderung im Klassenverband und auf die Rolle, die Lehrpersonen dabei einnehmen.

"Die Schule ist das erste gesellschaftliche Spiegelbild einer Entwicklung. Wir wollen Lehrpersonen in ihrer Arbeit begleiten und ihnen Instrumente in die Hand geben, um auf die gestiegene Komplexität in den Klassenzimmern reagieren zu können", hob Landesrat Philipp Achammer hervor. Ein guter inklusiver Unterricht müsse Halt geben und stärken, Orientierung schaffen, Vertrauen aufbauen und ermöglichen, dass Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten entfalten können. "Lehrerinnen und Lehrer sind heute schon verstärkt als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter aktiv, geben klare Strukturen vor und geben transparent und gezielt ein für das Lernen förderliches Feedback", unterstrich Achammer.

Vom Pilotversuch zur breiten Schulentwicklung

Die Erfahrungen aus der dreijährigen Pilotphase "Wege in die Bildung 2030" blieben kein Inselprojekt. Inzwischen arbeiten 45 der 93 Schuldirektionen aller Schulstufen in begleiteten Schulentwicklungsprozessen an ihrer Unterrichtsqualität. Der Arbeitsansatz zielt auf nachhaltige Veränderung statt auf punktuelle Anpassungen ab. "Unterricht verändert sich nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch gemeinsame Arbeit an der Praxis", betonte Martin Holzner, Direktor der Pädagogischen Abteilung. Grundlage seien wissenschaftliche Erkenntnisse und Ergebnisse von Evaluationen.

Die von den Schulen gesetzten Schwerpunkte reichen von selbstorganisiertem Lernen über Begabungsförderung bis hin zu verbindlichen Konzepten zur Schulsozialpädagogik oder im Kinder- und Jugendschutz. "Der Bedarf an professioneller Begleitung im individuellen Entwicklungsprozess der Schulen ist deutlich gestiegen", sagte Hansjörg Unterfrauner, Direktor des Amtes für Beratung. Schulen suchten vor allem Orientierung bei konkreten Fragen ihres Alltags.

Didaktik entscheidet über Wirkung

Der Schlüssel für den guten Unterricht liegt in der Unterrichtsentwicklung selbst. Das Amt für Didaktik unterstützt Schulen dabei, Aufträge und Aufgaben so zu gestalten, dass unterschiedliche Lernniveaus berücksichtigt sowie Eigenverantwortung und Problemlösekompetenz gefördert werden, Sprache im Sach- und Fachunterricht bewusst mitgedacht wird und digitale Werkzeuge sinnvoll zum Einsatz kommen. "Wenn Lehrpersonen im Team lernwirksame Aufgaben entwickeln und an gezielten Rückmeldungen arbeiten, entsteht Expertise vor Ort, die zu nachhaltigem Lernen führt", erklärte Amtsdirektorin Anna Pfitscher. Damit dies gelingt, passt die Pädagogische Abteilung das Fortbildungsangebot für Schulführungskräfte und Lehrpersonen entsprechend an und erweitert es. Ziel sei ein zeitgemäßer Unterricht, der trägt - fachlich, pädagogisch und menschlich. Inklusion sei dann nicht ein abstrakter Anspruch, sondern gelebte Praxis.

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