02/27/2026 | Press release | Archived content
Die WHO hat Dänemark für die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis zertifiziert und damit die anhaltenden Anstrengungen des Landes dafür gewürdigt, dass jedes Kind frei von diesen Infektionen geboren wird.
"Die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis ist ein großer Erfolg für das öffentliche Gesundheitswesen in Dänemark", sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der WHO. "Dieser Meilenstein verdeutlicht, dass die Länder mit starkem politischem Engagement und konsequenten Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung und in integrierte Gesundheitsangebote für Mütter und Kinder jede schwangere Frau und jedes Neugeborene vor diesen Krankheiten schützen können."
Mit dieser Validierung, die auf einer Bewertung des Validierungsausschusses der Europäischen Region der WHO im Juni 2025 und des Globalen Beratungsausschusses für Validierung im August 2025 beruht, wird bestätigt, dass Dänemark von 2021 bis 2024 alle vorgeschriebenen Zielvorgaben erfüllt hat, darunter niedrige Übertragungsraten und ein hoher Versorgungsgrad mit pränatalen Tests und Behandlungen für schwangere Frauen.
"Der Erfolg Dänemarks, das als erstes Land der Europäischen Union diesen Meilenstein im Bereich der öffentlichen Gesundheit erreicht hat, zeugt von der Stärke seines Gesundheitssystems beim Schutz von Müttern und von seinem langjährigen Engagement dafür, jeder schwangeren Frau die notwendige Versorgung zukommen zu lassen", erklärte Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa. "Eliminierung bedeutet, dass mindestens 95 von 100 schwangeren Frauen getestet und behandelt werden - und dass die Zahl der Neuinfektionen bei Säuglingen Jahr für Jahr unter 50 je 100 000 Geburten gehalten wird. Durch seine gute Schwangerenbetreuung, zuverlässige Datensysteme und die Achtung der Rechte der Frauen konnte Dänemark diese Vorgaben erfüllen. Wir werden Dänemark auf seinem Weg zur vollständigen dreifachen Eliminierung unterstützen, bei der auch Hepatitis B hinzukommt."
Das Erreichen dieses Meilensteins ist das Ergebnis jahrzehntelangen Engagements von klinischen Fachkräften und Gesundheitsexperten, das durch leistungsfähige Gesundheitssysteme und eine allgemeine Gesundheitsversorgung - einschließlich integrierter Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft - untermauert wird. Dänemarks vorbildliche Datensysteme, solide Laborkapazitäten und hohe Menschenrechtsstandards haben wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.
"Diese Validierung durch die WHO ist ein stolzer Moment für Dänemark und das Ergebnis jahrzehntelanger Anstrengungen unserer Gesundheitsfachkräfte, Hebammen und öffentlichen Gesundheitsteams, damit jede schwangere Frau die Vorsorgeuntersuchungen und Betreuung erhält, die sie braucht", sagte Sophie Løhde, Dänemarks Ministerin für Inneres und Gesundheit. "Die Grundlage für diesen Erfolg war Dänemarks allgemeines Gesundheitssystem, das auf gleichem Zugang für alle beruht. Das erste Land in der Europäischen Union zu sein, das diesen Meilenstein erreicht, ist eine Ehre, die aber auch Verantwortung mit sich bringt. Wir hoffen, dass unsere Erfahrungen andere Länder auf ihrem Weg zur Eliminierung inspirieren und unterstützen können, und wir freuen uns darauf, unseren Weg zu einer vollständigen dreifachen Eliminierung zu Ende zu gehen, indem wir auch Hepatitis B eliminieren."
Dänemarks Erfahrung zeigt, was möglich ist, wenn eine auf Rechte gestützte Politik, qualitativ hochwertige-Leistungen und solide Datensysteme zusammenkommen, und gibt anderen Ländern, die ihre Programme auf diesem Gebiet stärken wollen, ein wirksames Modell und eine starke Motivation an die Hand. Das Land ist auch auf dem besten Weg zur Validierung der Eliminierung des Hepatitis-B-Virus. Die WHO arbeitet zusammen mit Dänemark darauf hin, den Validierungsprozess für die dreifache Eliminierung voranzutreiben.
Neben Dänemark wurden noch 22 andere Länder und Gebiete von der WHO für die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV, Syphilis oder Hepatitis B validiert oder auf dem Weg zur Eliminierung zertifiziert: Anguilla, Antigua und Barbuda, Armenien, Belarus, Belize, Bermuda, Botswana, Brasilien, Cayman-Inseln, Dominica, Jamaika, Kuba, Malaysia, Malediven, Montserrat, Namibia, Oman, Republik Moldau, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, und Thailand.
Dänemark hat niedrige Raten von HIV und Syphilis bei schwangeren Frauen. Etwa 5950 Menschen leben mit HIV, und weniger als 0,1 % der schwangeren Frauen sind betroffen. Durch routinemäßige Tests und Behandlungen konnte die Mutter-Kind-Übertragung auf Null gesenkt werden. Bei Hepatitis B wird die Prävalenz der chronischen Infektion auf etwa 0,2 bis 0,3 % geschätzt, hauptsächlich bei Menschen aus endemischen Regionen. Auch die kongenitale, d. h. von der Mutter auf das Kind übertragene Syphilis ist dank systematischer pränataler Untersuchungen und Versorgung selten. 2024 wurden insgesamt 626 Syphilisfälle gemeldet, überwiegend bei Männern (524) und weniger bei Frauen (102). Diese niedrigen Infektionsraten unterstreichen die Wirksamkeit der Arbeit des öffentlichen Gesundheitswesens und der umfassenden vorgeburtlichen Versorgung in Dänemark.