11/08/2026 | Press release | Distributed by Public on 11/08/2026 09:57
Anlässlich der Besetzung einer Rechenzentrumsbaustelle in Amsterdam und der europaweiten Proteste gegen den Ausbau von Rechenzentren erklärt Alexander Rabe, Geschäftsführer von eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.:
"Wir verurteilen die Besetzung der Rechenzentrumsbaustelle in Amsterdam ausdrücklich. Rechenzentren sind Teil unserer kritischen Infrastruktur. Krankenhäuser und andere lebenswichtige Einrichtungen sind auf ihren zuverlässigen Betrieb angewiesen. Wer Rechenzentren besetzt und dabei ihren Betrieb oder ihre Sicherheit beeinträchtigt, kann im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden. Friedlicher Protest ist ein Grundrecht. Doch wer Absperrungen überwindet, unbefugt Baustellen betritt und Baukräne besetzt, überschreitet eine klare Grenze und gefährdet zudem Menschen vor Ort. Das ist keine akzeptable Form der politischen Auseinandersetzung", sagt Rabe.
"Rechenzentren sind nicht der Feind. Sie sind das Fundament unserer Digitalisierung und sichern Wohlstand, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Ohne sie funktionieren weder Cloud-Dienste noch digitale Verwaltung, industrielle Anwendungen oder Künstliche Intelligenz. Kritik an einzelnen Technologiekonzernen mag berechtigt sein. Daraus darf aber keine pauschale Ablehnung der Infrastruktur werden, auf die unsere gesamte Gesellschaft angewiesen ist."
Auch die Forderungen nach einem europaweiten Baustopp weist Rabe zurück: "Deutschland und Europa verfügen über Rechenzentren, die im internationalen Vergleich zu den energieeffizientesten gehören. Wer ihren Ausbau hier verhindert, schafft den Bedarf an Rechenleistung nicht ab. Er riskiert vielmehr, dass neue Kapazitäten in anderen Weltregionen mit niedrigeren Effizienzstandards und höheren Umweltbelastungen entstehen. Das schadet dem Klima und schwächt zugleich Europas digitale Souveränität."
Mit Blick auf die Kritik am Wasserverbrauch betont Rabe: "Auch hier braucht es eine sachliche Debatte statt pauschaler Vorwürfe. Viele Rechenzentren in Deutschland nutzen bereits Kühlverfahren, die ohne laufenden Wasserverbrauch auskommen. In geschlossenen Kühlkreisläufen wird das Kühlmedium immer wieder verwendet. Bei trockener Rückkühlung muss im Normalbetrieb nicht kontinuierlich Frischwasser für die Kühlung zugeführt werden. Natürlich müssen wir Energie und Wasser effizient einsetzen und die Auswirkungen neuer Standorte transparent machen. Aber wer digitale Infrastruktur grundsätzlich verhindern will, verhindert damit nicht die Digitalisierung, sondern ihre verantwortungsvolle Gestaltung in Europa."