German Federal Government

01/23/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/23/2026 09:01

Deutschland und Italien vertiefen in Rom kulturelle Partnerschaft – Staatsminister Weimer: „Wir geben der Italiensehnsucht eine neue Quelle der Inspiration“

Im Rahmen der deutsch-italienischen Regierungskonsultationen haben Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, und der italienische Kulturminister Alessandro Giuli heute in Rom zwei wichtige kulturpolitische Vorhaben vereinbart. Ziel ist es, die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien weiter zu vertiefen und den europäischen Kulturaustausch zu stärken.

Goethes Italienreise als europäische Kulturroute
Bei einem bilateralen Treffen am Vormittag vereinbarten Staatsminister Weimer und Kulturminister Giuli die Umsetzung einer Kulturroute durch Italien entlang Johann Wolfgang von Goethes "Italienischer Reise" (1786 bis 1788). 240 Jahre nach Goethes Aufbruch soll sein Weg durch Italien neu erfahrbar werden - als zeitgemäßes europäisches Kulturprojekt und als touristischer Anziehungspunkt für Italien-Besucherinnen und Besucher.

Staatsminister Weimer sagte: "Goethe löste mit seinem Reisebericht in Deutschland eine anhaltende Italiensehnsucht aus und prägte das Italienbild vieler Generationen. Auf seinen Spuren zu reisen, heißt, sich auf eine Entdeckungsreise zu Schönheit, Humanismus und kultureller Selbstvergewisserung zu begeben. Es ist es mir daher eine große Freude, dass Kulturminister Alessandro Giuli und ich uns heute in einer gemeinsamen Absichtserklärung darüber verständigt haben, die 'Italienische Reise' neu zu beleben und zusammen mit Italien einen Pilgerweg auf Goethes Spuren zu schaffen. Damit geben wir der Italiensehnsucht eine neue Quelle der Inspiration."

Seine Reise führte Goethe über Verona, Venedig, Florenz, Neapel bis nach Sizilien. Im Süden Italiens setzte er sich mit der antiken Kunst auseinander und erlebte das mediterrane Lebensgefühl des Landes.

Die Kulturroute soll den zentralen Stationen von Goethes Reise folgen. Entlang des Goethewegs wird in Zusammenarbeit mit Kommunen, Regionen und dem italienischen Kulturministerium ein Netz von kulturellen und touristischen Initiativen, Veranstaltungen und Anlaufpunkten entstehen, die Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Ob mit dem Auto, dem Zug oder zu Fuß: die historische Route wird ausgehend vom literarischen Text zu einer eindrücklichen Erzählung über Land und Leute.

Die Reise kann selbständig in Etappen geplant werden und richtet sich an kulturinteressierte Reisende ebenso wie an ein internationales, insbesondere junges Publikum.

Auftakt: Goethes Reise digital und vor Ort erleben
Den Auftakt der Kulturroute bildet das vom Bund geförderte Projekt "Auf den Spuren von Goethes Italienischer Reise - Das 'Reisezeichen'-Spiel und Ausstellung in der Casa di Goethe". Kern des Projekts ist eine digitale Anwendung mit interaktiven Elementen, die es Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, Goethes Reise ab Herbst 2026 entlang ausgewählter Stationen nachzuvollziehen und zu erleben.

Ergänzend wird im Herbst 2026 in der Casa di Goethe in Rom eine Ausstellung zur Rezeption Goethes in der italienischen Kunst und Literatur gezeigt. Eine internationale wissenschaftliche Tagung begleitet die Ausstellung. Weitere Bausteine der Kulturroute sind in Planung.

Übersetzen als kulturelle Brückenarbeit
Neben der Goethe-Kulturroute unterzeichneten beide Minister eine Absichtserklärung zur Verlängerung des Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreises. Der Preis, der 2008 erstmals als Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis vergeben wurde, würdigt die Arbeit von Übersetzerinnen und Übersetzern als entscheidende Mittler zwischen den Kulturen.

Staatsminister Weimer betonte: "Mit der Erneuerung des Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreises wollen wir herausragende literarische Übersetzungen würdigen. Übersetzer sind die stillen Diplomaten der Literatur; sie bauen die Brücken über die Sprachgrenzen hinweg, auf denen unser Geist wandern kann."

Der Preis wird für weitere fünf Jahre fortgeführt und alle zwei Jahre abwechselnd an deutsche und italienische Übersetzerinnen und Übersetzer verliehen. Er wird in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB), der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo, dem Goethe-Institut Italien und der Casa di Goethe sowie dem Italienischen Kulturinstitut und der Italienischen Botschaft Berlin umgesetzt.

Kultur als tragende Säule der bilateralen Beziehungen
Im bilateralen Gespräch sowie in der Plenarsitzung der beiden Kabinette unter Vorsitz von Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerpräsidentin Georgia Meloni betonten beide Minister die besondere Rolle von Kultur für die deutsch-italienischen Beziehungen. Seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen vor 75 Jahren habe sich eine enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Italien entwickelt, die maßgeblich vom kulturellen Austausch getragen werde.

"Kultur ist das Fundament für Verständigung, für Zusammenhalt, für Zukunftsfähigkeit," so Weimer. "In Zeiten, in denen Europa vor gewaltigen Herausforderungen steht, sind wir auf dieses feste Fundament angewiesen. Es gibt Halt. Und es erinnert uns daran, warum wir Partner sind - nicht nur aus Notwendigkeit, sondern aus Überzeugung. Deutschland und Italien - das ist eine kulturelle Realität, die Europa stark macht."

Im Anschluss an die deutsch-italienischen Regierungskonsultationen wird Staatsminister Weimer am Wochenende zudem die "Deutsche Akademie Rom Villa Massimo" besuchen. Der Bund fördert hier Studienaufenthalte für außergewöhnlich qualifizierte und begabte Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Komposition, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Darüber hinaus besichtigt Staatsminister Weimer bedeutende Kultureinrichtungen, wie das Kapitol und das "MAXXI Nationales Museum der Künste des XXI. Jahrhunderts".

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German Federal Government published this content on January 23, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on January 23, 2026 at 15:01 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]