01/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/20/2026 14:42
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Angehörigen der in den Auslandseinsätzen eingesetzten Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten sowie der zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Neujahrsempfang ins Bundeskanzleramt eingeladen. Die Bundesregierung sei darum bemüht, den Angehörigen zu Hause das Leben so einfach wie möglich zu machen, betonte der Kanzler in seiner Ansprache.
Persönliche Gespräche über Alltag und Belastungen
Der Bundeskanzler nahm sich Zeit, um mit den Angehörigen persönliche Gespräche zu führen. Dabei ging es um praktische Sorgen wie die Organisation des Alltags, wenn ein Familienmitglied vorübergehend fehlt. Aber auch um die Sehnsucht nach dem fehlenden Vater oder der Mutter, dem Ehemann oder der Schwester.
In der anschließenden Videoschaltkonferenz sprach Kanzler Merz persönlich mit zahlreichen Einsatzkräften in verschiedenen Einsatzgebieten und erkundigte sich nach deren Wohlergehen und informierte sich über die Einsatzlage vor Ort. Dabei dankte er ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz fernab der Heimat für den Frieden und die Freiheit. In den Dank schloss Merz die Angehörigen mit ein, die den Einsatz in der Heimat unterstützen.
Sehen Sie hier die Rede im Video:
Lesen Sie hier die Mitschrift der Rede:
Bundeskanzler Friedrich Merz:
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch im Namen der Kollegen aus dem Bundeskabinett -Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt - und von Generalinspekteur Breuer heiße ich Sie herzlich willkommen im Kanzleramt zu unserem Jahresempfang oder unserem Empfang, den wir eigentlich schon im letzten Jahr im Dezember machen wollten und der leider kurzfristig verschoben werden musste. Umso herzlicher begrüße ich Sie heute und freue mich, dass wir die Gelegenheit haben, jetzt zu diesem Neujahrsempfang hier im Kanzleramt zusammenzukommen.
Uns war wichtig, dass wir diesen Termin und die bewährte Tradition beibehalten, die es ja gibt, dass Sie zu uns kommen, um Ihnen, den Angehörigen der Bundeswehr und der Polizei für das Dank zu sagen, was Sie in ihren Familien tun. Denn Sie sind Väter, Mütter, Kinder, Ehepartner, Partner von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, von Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Wir haben ein Gefühl dafür, was das bedeutet. Wir haben nur ein Gefühl. Aber ich glaube, dieses Gefühl ist ziemlich gut, im Sinne von: Wir wissen, was es für Sie in den Familien bedeutet, Kinder im Einsatz zu haben -Söhne, Töchter -, aber auch Ehepartner, Partner, Familienangehörige und nicht zu wissen, was im Ausland passiert.
Wir sind als Bundesregierung darum bemüht, Ihnen, also denjenigen, die als die Angehörigen zu Hause sind, das Leben so leicht wie möglich zu machen. Aber wir wissen auch um unsere besondere Verantwortung für die Personen, die im Einsatz sind, für die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, für die Soldatinnen und Soldaten. Die Welt um uns herum verändert sich drastisch, und wir sehen es gerade in diesen Tagen. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, dass wir Streitkräfte und Polizeibeamte haben, die uns schützen -im Inland, aber eben auch im Ausland.
Die Auslandseinsätze werden anhalten müssen; sie werden auch herausfordernder für uns alle. Wir vertreten ja -das darf ich vielleicht so sagen, Alexander und Boris -nicht nur Ressorts, sondern auch politische Parteien, , und . Gehen Sie einmal davon aus, dass wir einen parteiübergreifenden Konsens haben, dass wir eine immense Fürsorgeverpflichtung für Sie, die Angehörigen, haben, aber auch und ganz besonders für diejenigen, die wir in die Einsätze schicken.
Das fällt uns in jedem Einzelfall nicht leicht. Es wird auch nie zur Routine. Es wird in jedem Einzelfall sorgfältigst geprüft. Wir bekommen militärischen Rat, wir bekommen aber auch polizeilichen Rat. Wir entscheiden im Kabinett und in aller Regel auch im Deutschen Bundestag, sofern es sich um Auslandseinsätze außerhalb des -Gebietes handelt. Der Deutsche Bundestag trägt hier eine gemeinsame Verantwortung mit uns in der Regierung.
Noch einmal: Wir wissen diese Verantwortung wahrzunehmen. Wir wissen, was es bedeutet - jedenfalls, soweit wir es verstehen können -, in jedem Einzelfall natürlich eher vom Hörensagen als vom tatsächlichen eigenen Erleben.
Damit wir ein bisschen Gelegenheit haben, mit Ihnen über Ihre Erfahrungen zu sprechen, soll dies nur der kleinere Teil unserer heutigen Begegnung sein. Das ist der Teil, der sozusagen presseöffentlich ist, wie wir es hier im Berliner Sprachgebrauch nennen. Der wirklich wichtige Teil für Sie und auch für uns folgt, wenn wir gleich in einem persönlichen Gespräch eine Tasse Kaffee miteinander trinken, ein bisschen auch mit den Kindern sprechen, aber vor allen Dingen mit Ihnen über Ihre Erfahrungen.
Lassen Sie mich das noch einmal sagen: Wir empfinden diese Verantwortung ernsthaft. Das ist der Grund, warum ich selbstverständlich diese Tradition fortsetze, einmal im Jahr hier im Kanzleramt die Angehörigen zu empfangen, die Verwandte, Freunde, Eltern, Kinder im Einsatz haben.
In diesem Sinne sage ich nochmals, auch im Namen meiner Kollegen und im Namen des Generalinspekteurs der Bundeswehr: Herzlich willkommen im Kanzleramt! Wir wünschen Ihnen persönlich ein gutes Jahr 2026! Wir alle hoffen gemeinsam mit Ihnen, dass die Zahl der Einsätze, die wir anordnen müssen, so klein wie möglich bleibt und dass vor allen Dingen Ihre Liebsten heil nach Hause kommen. In diesem Sinne noch einmal: ein sehr herzliches Willkommen!
Jetzt freuen wir uns auf persönliche Begegnungen mit Ihnen, und die Kameras hinter uns werden ausgeschaltet. Herzlichen Dank!