02/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 02/24/2026 09:39
Forschung, Technologie und Innovation als Motor für den Wirtschafsstandort Österreich - Pakt mit Fördervolumen von rund 5,5 Milliarden Euro
Die Bundesregierung hat in der Sitzung des Ministerrats am 24. Februar 2026 den Forschungs-, Technologie- und Innovationspakt (FTI-Pakt) für die Jahre 2027 bis 2029 beschlossen. Der FTI-Pakt ist in die Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Strategie 2030) eingebettet und dient der Umsetzung der darin formulierten Ziele. Nach dem ersten und zweiten Pakt für die Jahre 2021 bis 2026 werden im nunmehr dritten FTI-Pakt wiederum strategische Schwerpunkte und Maßnahmen zur Zielerreichung festgeschrieben.
Der Pakt 2027 - 2029 umfasst ein Gesamtvolumen von rund 5,5 Milliarden Euro. Für den Bereich der angewandten Forschung werden begleitend im Jahr 2026 zusätzliche Mittel durch Umschichtungen bereitgestellt, sodass sich eine Gesamtsumme von rund 5,6 Milliarden Euro an Förderungen ergibt. Im Pressefoyer nach dem Ministerrat stellten Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner und Bundesministerin Beate Meinl-Reisinger die Schwerpunkte des neuen FTI-Pakts vor.
Der Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Wolfgang Hattmannsdorfer, zog eingangs Bilanz über das erste Arbeitsjahr der Bundesregierung. Zwei Ziele seien "konsequent verfolgt" worden: "Erstens, die Inflation nachhaltig in Richtung 2 Prozent zu senken, und zweitens, unser Land beim Thema Wirtschaftswachstum wieder auf die Überholspur zu bringen." Nach einem Jahr Regierungsarbeit lasse sich in beiden Bereichen sagen, "dass wir gut auf der Spur sind". Es sei gelungen, die Inflation mit Jahresbeginn auf 2 Prozent zu senken. Dies sei auch wesentlich auf Maßnahmen der Regierung zurückzuführen, so der Minister mit Verweis auf den Energiebereich.
Das zweite zentrale Ziel sei es, Österreich wieder wettbewerbsfähig zu machen. "Es kann nicht sein, dass ein Land des Wohlstandes und der Innovation punkto Wettbewerbsfähigkeit Schlusslicht ist. Es ist gut, dass wir jetzt die zwei Jahre Rezession überwunden haben", so der Minister mit Verweis auf die positiven Prognosen für das Wirtschaftswachstum, die bei 1 bis 1,5 Prozent für 2026 liegen.
Die österreichische Industriestrategie stelle den Anspruch, dass "wir wieder zu den Top-10 Industrienationen dieser Welt aufschließen, dass der BIP-Anteil der industriellen Wertschöpfung von 16 wieder auf 20 Prozent steigt und dass Industrie in Österreich wieder wachsen kann. Die Industrie wird in Österreich aber nur wachsen können, wenn wir auf Schlüsseltechnologie setzen", so Hattmannsdorfer. Mit der Industriestrategie ziele die Regierung darauf ab, Österreich wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Der FTI-Pakt sei "eine wesentliche Umsetzungsmaßnahme der Industriestrategie". Auch wenn die Budgetkonsolidierung eine klare Notwendigkeit sei, "so müssen wir klug konsolidieren und dürfen nicht an den falschen Stellen sparen".
Der Wirtschaftsminister hob den Fokus des FTI-Pakts auf Schlüsseltechnologien und die Stärkung der betrieblichen Forschung hervor. "Wir werden uns nur dann im internationalen Wettbewerb durchsetzen können, wenn die exzellenten Ergebnisse der Grundlagenforschung auch in der Produktreife und am Markt ankommen". Es sei zudem erfreulich, dass es gelungen sei, mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, als noch beim vorangehenden Pakt. Trotzdem gelte es, die Herausforderungen genau im Blick zu behalten und effizient vorzugehen, um "von der Forschung in Richtung Wertschöpfung zu kommen".
Es gehe darum, so Hattmannsdorfer, einen "schnelleren Transfer vom Labor in die Fabrik" zu erreichen. Das österreichische FTI-System werde daher vom Beratungsorgan FORWIT analysiert mit dem "ganz klaren Ziel, die Wirkung von Forschung zu erhöhen, die Transferhemmnisse abzubauen und internationale Best-Practice-Beispiele für Österreich zu nutzen.
Forschungs- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner bezeichnete den FTI-Pakt als "Pakt auf Fortschritt" und als bewusste Entscheidung für Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit. Insgesamt investiere die Bundesregierung über 5,6 Milliarden Euro in die Forschung, davon rund 3 Milliarden Euro in die Grundlagenforschung. "Es geht hier nicht rein um einen Zahlenpakt, es geht definitiv um einen Zukunftspakt", stellte die Ministerin klar. Starke Grundlagenforschung sei das Fundament für angewandte Forschung und Innovation - Durchbrüche seien nicht planbar, sondern entstünden aus Themenoffenheit, Neugier und wissenschaftlichem Mut. Beispiele wie die Entwicklung von GPS, die Entdeckung von Penicillin oder auch die Quantenforschung von Anton Zeilinger würden zeigen, welche Dynamik aus ergebnisoffener Forschung entstehen könne.
Der Pakt finanziere 11 Institutionen aus 3 Ressorts und setze thematische Schwerpunkte in den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Technologie und Gesellschaft. Holzleitner verwies etwa auf Beispiele wie Geosphere Austriafür präzise Wetter- und Klimadaten, auf die Ludwig Boltzmann Gesellschaft in der Krebsforschung sowie auf die Österreichische Akademie der Wissenschaften im Bereich Künstliche Intelligenz. Programme wie "Erasmus+", die Wissenschaftsbotschafterinnen und -botschafter an Schulen oder die neuen Exzellenzcluster des Wissenschaftsfonds würden zudem internationale Vernetzung, Nachwuchsförderung und Wissenstransfer stärken.
"Gemeinsam haben wir hier wirklich eine starke Wissenschafts- und Forschungsgrundlage für unseren Standort geschaffen2, so die Wissenschaftsministerin. Der FTI-Pakt sichere Arbeitsplätze, Forschungsinfrastruktur und Innovationskraft. Er schaffe die Basis dafür, dass Österreich auch künftig in der "ersten Liga der Forschungsnationen" mitspiele.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger erinnerte beim Pressefoyer zunächst an den vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, welcher die Weltordnung grundlegend verändert habe. Bei ihrem jüngsten Besuch in Kiew habe sie die "bemerkenswerte Resilienz" der ukrainischen Bevölkerung erlebt - trotz massiver Angriffe auf Infrastruktur und Energieversorgung. Ziel müsse ein Frieden sein, "der hält". Dafür sei es notwendig, den Druck auf Russland weiter zu erhöhen. Österreich stehe fest an der Seite der Ukraine - politisch, humanitär und wirtschaftlich.
Im zweiten Teil ihres Statements schlug Meinl-Reisinger den Bogen zur wirtschaftlichen Zukunft Österreichs. Mit Industriestrategie und Forschungs-, Technologie- und Innovationspakt setze die Bundesregierung gezielt auf Wettbewerbsfähigkeit, Schlüsseltechnologien und Planungssicherheit. Für die Jahre 2027 bis 2029 stünden insgesamt rund 5,6 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Forschungsquote bis 2030 auf 4 Prozent zu erhöhen. "Der Wohlstand fällt nicht vom Himmel, er muss erwirtschaftet werden", betonte die Außenministerin. Man investiere trotz angespannter Budgetlage bewusst in Innovation und internationale Kooperation - "denn es wäre fatal, ausgerechnet bei unserer Lebensader, der Innovationskraft, zu sparen".
Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.